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  @ elisabeth weber

     @ Elisabeth Weber                  Biographie       Kaiser Ferdinand II.                     Legitime certantibus   Mit den ehrlich Kämpfenden                       Seite 3 von 10   Elisabeth Weber 11.1997 Geschichte       KAISER FERDINAND II.         Wichtige Daten: geb. 9. 7.

1578 in Graz gest. 15. 2. 1637 in Wien Grabstätte: Habsburger Mausoleum in Graz     29. 6. 1617 in Prag im St.

-Veits-Dom zum König von Böhmen gekrönt. 1. 7. 1618 in Preßburg in der St.-Martins-Kirche nach Anerkennung seiner Wahl durch den ungarischen Reichstag zum König von Ungarn gekrönt. 28.

8. 1619 in Frankfurt a. M. zum römisch-deutschen Kaiser gewählt. 9. 9.

1619 in Frankfurt a. M. zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt durch den Kurfürsten und Erzbischof von Mainz Johann Schweikard von Kronberg.     Erste Ehe geschlossen am 23. 4. 1600 in Graz Maria Anna, Prinzessin von Bayern geb.

18. 12. 1574 in München gest. 8. 3. 1616 in Graz   Grabstätte: Habsburger Mausoleum in Graz   Zweite Ehe geschlossen am 2.

2. 1622 in Innsbruck Eleonore, Prinzessin von Mantua a. d.H. Gonzaga (Enkelin von Franz I., Großherzog von Toskana) geb.

23. 9. 1598 in Mantua gest. 27. 6. 1655 in Wien Grabstätte: Stephansdom - Herzogsgruft, Herzurne im Habsburger Mausoleum in Graz         Der Wahlspruch Ferdinands II.

war:   Legitime certantibus (Mit den ehrlich Kämpfenden)    Seite 4 von 10   Die Nachkommen Kaiser Ferdinands II.   Christine (1601) Karl (1603) Johann Karl (1605 - 1619) Ferdinand (1608 - 1657) Maria Anna (1610-1665) Cäcilia Renata (1611 - 1644) Leopold Wilhelm (1614 - 1662)     Nach dem Tod von Kaiser Matthias wurde Erzherzog Ferdinand III. Oberhaupt des Hauses Habsburg. Er erhielt den Namen seines Groß- und Urgroßvaters mütterlicherseits.    In den ersten Jahren seiner Kindheit wurde er ausschließlich von seiner Mutter Maria Anna erzogen, die sorgsam darauf achtete, daß das Kind zu einem frommen Katholiken heranwuchs. Die strenge Erziehung durch die Erzherzogin hinterließ bei Ferdinand einen besonderen Respekt vor der Mutter, den er auch in späteren Jahren nicht ablegen konnte.

Bereits mit acht Jahren wurde Ferdinand an der von seinem Vater gegründeten Universität in Graz immatrikuliert. Da der Einfluß des Protestantismus in Graz zu stark wurde, sorgte seine Mutter dafür, daß Ferdinand diesem Einfluß entzogen wurde. Nach langen Beratungen wurde er nach Ingolstadt geschickt, wo der Erzherzog unter der Aufsicht seines Onkels, Herzog Wilhelm von Bayern, die von Jesuiten geleitete Universität besuchte. Am 11. Jänner 1590 reiste er nach Ingolstadt, wo er am 9. März 1590 seine Studien aufnahm.

Der streng katholischen Erziehung stand nichts mehr im Wege. Im Sommer 1594 lernte Ferdinand in Regensburg seinen ihm bis dahin unbekannten Vetter Kaiser Rudolf II. kennen. Das Treffen kam auf Wunsch Ferdinands zustande. Der Kaiser fand Gefallen an ihm und stellte ihm eine baldige Rückkehr nach Graz in Aussicht. Fünf Monate später erhielt er die Erlaubnis zur Heimreise und kehrte nach Graz zurück, wo er im März 1595 eintraf.

Er wurde vom innerösterreichischen Adel, unter dem sich viele Protestanten befanden, freundlich willkommen geheißen. Noch ahnten die Protestanten nicht, daß die Rückkehr des Erzherzogs ihnen schon bald schwere Zeiten bringen sollte.  1596 übernahm Erzherzog Ferdinand III. die Regierung in Inneröstereich, nachdem das Erbe Erzherzog Ferdinands II von Tirol, dessen Kinder von der Erbfolge ausgeschlossen waren, an die steirische Linien gefallen war. Eine der ersten Maßnahmen Ferdinands in Innerösterreich war die Aufhebung der von seinem Vater den Ritterständen und Herrschaften 1572 zugebilligten vollen Gewissensfreiheit. Die Ausübung des protestantischen Bekenntnisses wurde unmöglich gemacht.

In Innerösterreich begann eine gewaltsame und brutale Unterdrückung der Protestanten, die das Land verlassen mußten. Ferdinand handelte nicht zuletzt unter dem starken Einfluß seines Beichtvaters. Die Spätfolgen der von Ferdinand getroffen Maßnahmen waren schwere wirtschaftliche Schäden im ganzen Land. Trotzdem folgte der Erzherzog in der Durchführung der Gegenreformation der unvertretbaren Härte seines Vetters, König Philipps III. von Spanien, der die Rekatholisierung mit allen Mitteln förderte.     Seite 5 von 10  Noch zu Lebzeiten von Kaiser Matthias war es zwischen der österreichischen und spanischen Linie der Habsburger zu Auseinandersetzungen über die Erbfolge nach dem Tod des Kaisers gekommen.


Um seine Wahl zum König von Ungarn und Böhmen nicht unnötig zu verzögern, schloß Erzherzog Ferdinand am 20. März 1617 mit dem spanischen Gesandten einen Vertrag, wonach der König von Spanien gegen die Abtretung des Elsaß zugunsten Ferdinands und seiner männlichen Nachkommen auf die Nachfolge in Böhmen und Ungarn verzichtete. In einem geheimen Zusatzabkommen wurde das Vorrecht des Mannesstammes der spanischen Habsburger gegenüber dem Frauenstamm der österreichischen Linie vereinbart. Dieser Vertrag war mit ein Anlaß für den späteren Eintritt Frankreichs in den Dreißigjährigen Krieg, da Frankreich sich nicht zu Unrecht von den Habsburgern eingekreist sah.  Im Juni 1617 wurde Erzherzog Ferdinand zum König von Böhmen und im Juli 1618 zum König von Ungarn gekrönt. Vor der Krönung hatte Ferdinand feierlich versprechen müssen, den Majestätsbrief und die den böhmischen Ständen gewährten Privilegien anzuerkennen.

Da die Versprechungen nicht eingehalten wurden, kam es nach dem Tod von Kaiser Matthias in Innerösterreich und besonders in Böhmen zu einer äußerst kritischen Lage. Am 5.6.1619 standen die böhmischen Rebellen vor den Stadttoren Wiens. Eine Abordnung protestantischer Stände, unter Führung von Thurn, verlangte von König Ferdinand Entgegenkommen in Glaubenssachen und einen Verzichtsfrieden mit Böhmen. Diesen Forderungen schlossen sich auch die österreichischen Stände an.

Durch das Eingreifen der verstärkten Stadtgarde konnte der König sich den Forderungen entziehen und nach Unterstützung des Königs durch die Wiener Bevölkerung mußte Thurn sich nach Prag zurückziehen.  Am 28.8.1619 erfolgte die Wahl zum römisch-deutschen Kaiser als Ferdinand II. Die infolge der Kaiserwahl bedingte Abwesenheit Ferdinands benutzten die protestantischen Stände Ober- und Niederösterreichs, mit den protestantischen Ständen in Böhmen ein Bündnis einzugehen. Am 26.

8.1619 erklärte der böhmische Landtag das Königreich Böhmen zum Wahlreich. Kaiser Ferdinand wurde als Feind der wahren Religion abgesetzt und Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, der in Frankfurt noch für die Wahl Ferdinands zum Kaiser stimmte, zum König von Böhmen gewählt und am 4.11.1619 im St.

-Veits-Dom gekrönt. Noch im gleichen Monat nahm der Fürst von Siebenbürgen, der die Protestanten in Ungarn bevorzugte, den Titel eines erwählten Königs von Ungarn an.  Aufgrund der Vorgänge in Böhmen bildeten sich in Europa zwei große politische Gruppierungen.  Kaiser Ferdinand II. fand Unterstützung bei Papst Paul V., König Philipp III.

von Spanien, dem Großherzog Cosimo von Toskana und der katholischen Liga unter Führung Herzog Maximilians von Bayern. Da der Kaiser kein eigenes Heer hatte, war er weitgehend von der katholische Liga abhängig. Die Unterstützung der katholischen Liga hatte Ferdinand II. sich gegen weitreichende Zugeständnisse am 8.10.1619 im Vertrag von München gesichert.

Kernstück dieses Vertrages war die Ächtung Friedrichs V. von der Pfalz und die Übertragung der erblich pfälzischen Kurwürde auf Herzog Maximilian von Bayern.  Die protestantische Union wurde unterstützt von König Gustav Adolf II. von Schweden, König Christian IV. von Dänemark und dem katholischen Fürsten Karl Emmanuel von Savoyen. Die Könige von Frankreich und England hielten sich zunächst zurück.

Seite 6 von 10  Nach einem vergeblichen Versuch des Königs von Frankreich, zwischen der katholischen Liga und der protestantischen Union zu vermitteln, zogen die Truppen des Kaisers und der Liga unter Führung des bayrischen Generals Tilly gegen Prag. Die dort stehenden Verbände der protestantischen Union wurden von Herzog Maximilian von Bayern und Tilly angegriffen und am 8.11. 1620 am Weißen Berg bei Prag vernichtend geschlagen. Der Winterkönig Friedrich IV. von der Pfalz flüchtete bis in die Niederlande.

Durch den kaiserlichen Erfolg änderte sich auch die Lage in Ungarn. Nach der Eroberung von Preßburg nahm Bethlen Verhandlungen mit dem Kaiser auf, die mit dem Frieden von Nikolsburg beendet wurden. Während der Kaiser den Ungarn Freiheiten und Privilegien einräumte, verzichtete Bethlen auf die Königswürde von Ungarn und wurde zum Reichsfürsten ernannt. Durch eine großzügige Amnestie wurde den ungarischen Ständen Straffreiheit zugesichert.  Über Böhmen entlud ich ein grausames Strafgericht des Kaisers. Die Führer des Aufstandes wurden hingerichtet.

Ihr Besitz wurde eingezogen, und 30.000 Familien mußten auswandern. In Böhmen und den österreichischen Erbländern wurde die Gegenreformation brutaler den je durchgeführt. Die protestantischen Adeligen mußten Österreich verlassen.  Kurfürst Friedrich V. wurde die Kurwürde aberkannt und auf Herzog Maximilian von Bayern übertragen.

Gegen diese Maßnahme erhob der Schwiegervater Friedrichs V. Einspruch, und auch der französische König änderte seine Haltung, weil spanische Truppen und Verbände der katholischen Liga die Pfalz und den Westen Deutschlands besetzt hielten.  1624 übernahm König Christian IV. von Dänemark die Führung innerhalb des protestantischen Lagers. Der böhmische Adelige Wallenstein wurde vom Kaiser beauftragt, ein Heer aufzustellen. Der ursprünglich protestantisch erzogene Wallenstein war 1606 zum katholischen Glauben übergetreten.

Bereits nach der Schlacht am Weißen Berg hatte er aus dem Ankauf beschlagnahmter Güter erhebliche Vorteile gezogen. 1623 wurde er in den Reichsfürstenstand erhoben und erhielt 1624 die Würde eines Herzogs von Friedland in Nordböhmen. Als der Krieg wieder aufflackerte, stellte Wallenstein ein starkes Heer auf und zog gemeinsam mit General Tilly, der das Aufgebot der katholischen Liga führte, gegen die Dänen, die bei Tangermünde geschlagen worden wurden. Die protestantischen Verbände wurden bis nach Oberungarn verfolgt, wo Bethlen an einem Vormarsch nach Westen gehindert werden konnte. Der Friede von Preßburg am 20.12.

1626 brachte erneut einen Ausgleich zwischen Kaiser Ferdinand II. und Bethlen.  Nach dem Abzug Wallensteins aus Norddeutschland versuchte der Dänenkönig einen neuen Angriff und wurde von den Truppen der Liga unter General Tilly in Lutter am Barenberg entscheidend geschlagen. Nach ihrer Vereinigung zogen die Verbände des Kaisers und der Liga, ohne Widerstand zu finden, nach Schleswig und Jütland. Der mit König Christian IV. verbündete Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig-Kalenberg unterwarf sich dem Kaiser.

Der Friede von Lübeck am 22.5.1629 beendete die Auseinandersetzungen. Dänemark schied aus dem Dreißigjährigen Krieg aus, und König Christian IV. verpflichtete sich, in Reichsangelegenheiten nur noch in seiner als Reichsfürst und Herzog von Holstein mitzureden.      Seite 7 von 10   Am 10.

5.1627 wurde vom Kaiser die "Erneuerte Landesordung" für Böhmen erlassen, die als königliches Gesetz mit entsprechenden Bestimmungen auch für Mähren galt. Das Erbrecht des Hauses Habsburg wurde festgeschrieben. Ein Wahlrecht wurde den böhmischen Ständen nur für den Fall des Aussterbens des Hauses Habsburg zugestanden. Die böhmische Hofkanzlei wurde endgültig nach Wien verlegt.   Kaiser Ferdinand II.

befand sich nun auf der Höhe seiner Macht. Unter dem Eindruck seiner Erfolge erließ der Kaiser ohne Rücksprache mit den Kurfürsten am 6.3.1629 das Restitutionsedikt, mit dem alle den Katholiken seit 1552 entzogenen und den Protestanten übereigneten Kirchengüter, Stifte, Klöster und Bistümer zurückgefordert wurden. Durch die Übernahme zahlreicher norddeutscher Bistümer sollte das Haus Habsburg gestärkt werden. Neben zahlreichen Kirchengütern waren vom Restitutionsedikt 2 Erzbistümer, 11 Bistümer und über 500 Klöster betroffen.

Die Verweigerung der Restitution wurde mit der Acht und Aberacht bedroht. Kaiserliche Kommissare sorgten für die Durchführung der Anordnung. Die Maßnahmen stärkten den Widerstandwillen der Protestanten und forderten Frankreich und Schweden heraus. Die Pläne des Kaisers und Wallensteins, gegen Schweden und die Niederlande einen Seekrieg zu führen und so die Gegenreformation militärisch zu erzwingen, wurden von König Gustav II. Adolf von Schweden, der am 6.7.

1630 mit 20.000 Mann in Vorpommern landete, durchkreuzt. Ein Übergreifen der Gegenreformation auf Schweden wurde damit vereitelt. Frankreich stellte sich auf die Seite Schwedens und zahlte Hilfsgelder.  Die Machtstellung des Kaisers und Wallensteins förderte nun auch den Widerstand der Kurfürsten, die trotz der schwedischen Invasion die Absetzung Wallensteins betrieben. Auf dem Kurfürstentag in Regensburg wurde Wallenstein am 13.

8.1630 vom Kaiser abgesetzt. Der Kaiser mußte sich dem Willen der Kurfürsten beugen, da die Nachfolge seines Sohnes Ferdinand noch nicht gesichert war. Kaiser Ferdinand war erneut ohne Heer und von der katholischen Liga abhängig.  Thüringen, Brandenburg und Sachsen traten auf die Seite des Schwedenkönigs, der über Mitteldeutschland nach Süddeutschland vorrückte. Der Sohn des Kaisers, Erzherzog Ferdinand IV.

, übernahm den Oberbefehl über die kaiserlichen Truppen. Am 17.9.1631 wurden die Verbände der katholischen Liga unter General Tilly bei Breitenfeld besiegt. In der Schlacht bei Rain a. Lech mußte Tilly am 15.

4.1632 erneut eine Niederlage hinnehmen und wurde während des Kampfes so schwer verwundet, daß er am 30.4. verstarb. Die Sachsen drangen bis nach Böhmen vor und besetzten Prag. Gleichzeitig konnte König Gustav II.

Adolf München erobern und die Truppen der katholischen Liga zerschlagen. Nunmehr waren die bisher verschont gebliebenen österreichisch-habsburgischen Länder unmittelbar bedroht. Unter dem Eindruck der schlechten militärischen Lage nahm der Kaiser Ferdinand II. den tief beleidigten Wallenstein erneut in seine Dienste. Dieser vertrieb die sächsischen Truppen aus Prag und Böhmen und konnte Nürnberg gegen die Schweden erfolgreich verteidigen. Wallenstein wurde von den Schweden nach Sachsen verfolgt.

In der Schlacht bei Lützen in der Nähe von Leipzig wurde Wallenstein am 16.11.1632 zwar besiegt, erlebte aber zugleich den Tod König Gustavs II. Adolf während der Schlacht.        Seite 8 von 10   Wallensteins nächstes Ziel war es, unter allen Umständen eine Ausweitung des Krieges zu verhindern. Er führte eigenmächtig Friedensverhandlungen mit Schweden.

Diese Eigenmächtigkeit nahm Fürst Piccolomini zum Anlaß, mit Unterstützung der spanischen Gesandten am Wiener Hof beim Kaiser gegen Wallenstein zu intrigieren und den Vorwurf des Hochverrats zu erheben. Mit mehreren Getreuen wurde Wallenstein am 25.2.1634 in Eger ermordet. Ob Kaiser Ferdinand II Mitwisser der hinterhältigen Mordtat an Wallenstein war, wurde nie geklärt. Dafür spricht, daß der Kaiser die Güter des Ermordeten beschlagnahmen und an die am Sturz Wallensteins Beteiligten verteilen ließ.

  Als alleiniger Oberbefehlshaber der kaiserlichen Heere konnte Erzherzog Ferdinand IV. Regensburg erobern und die Schweden bei Nördlingen schlagen.  Am 30.5.1635 wurde zwischen dem Kaiser und dem Kurfürsten von Sachsen der Friede von Prag geschlossen, dem sich viele protestantische Reichsstände anschlossen. Der Kaiser verzichtete auf die Durchführung des Restitutionsediktes, lehnte aber die Anerkennung des Protestantismus in den kaiserlichen Erbländern ab.

Die Übertragung der pfälzischen Kur und die Abtretung der rechtsrheinischen Pfalz wurden bestätigt. Alle fremden Mächte hatten den Reichsboden zu verlassen und alle Sonderbündnisse bis auf den Kurfürstenverein und Erbverbrüderung wurden aufgelöst. Damit waren auch die protestantische Union und die katholische Liga aufgehoben. zur Durchführung und Sicherung des Friedensvertrages sollte das kaiserliche Heer bestehen bleiben. Es schien, als sollte der Friede endgültig gesichert sein. Da schwedische und französische Interessen in den Friedensverhandlungen nicht berücksichtigt wurden, hatte Frankreich bereits am 19.

5.1635 Spanien den Krieg erklärt, der nun mit aller Härte und Brutalität weitergeführt wurde, sich noch 13 Jahre hinziehen sollte und zu großen Verwüstungen in Deutschland führte. Es begann buchstäblich ein Kampf, den jeder gegen jeden führte und durch den weite Gebiete Deutschlands entvölkert wurden.  Es gelang dem Kaiser noch, die Nachfolge seines Sohnes zu sichern. Wenige Wochen vor dem Tode des Kaisers, der am 15.2.

1637 starb, wurde Erzherzog Ferdinand IV. als Ferdinand III. zum römisch-deutschen König gewählt.  Kaiser Ferdinand II. war von freundlichem Äußeren und einer heiteren Gemütsbeschaffenheit. Seine sprichwörtliche Großzügigkeit, die von seiner nicht immer uneigennützig handelnden Umgebung oft ausgenutzt wurde, stand in einem krassen Gegensatz zu seiner religiösen Unduldsamkeit.

Von Jesuiten erzogen, übten diese auch in den späteren Jahren einen entscheidenden und nicht immer günstigen Einfluß auf den Kaiser aus. Im letzten war Ferdinand II. ein unfreier Mensch, der laufend von Gewissensskrupeln geplagt wurde. Ohne den erzieherischen Einfluß der Jesuiten wäre er in seinen Entscheidungen in Glaubensfragen sicher freier gewesen. Von den Jesuiten und den Spaniern in seiner unbeugsamen Haltung gegenüber den Protestanten beeinflußt und bestärkt, muß Kaiser Ferdinand II. eine erhebliche Mitschuld am Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges zugemessen werden.

Letztlich scheiterte der Kaiser aber nicht nur an der Glaubensfrage, sondern auch in seinem Bemühen, die Reichsgewalt im absolutistischen Sinne zu stärken, da die Reichsfürsten eifersüchtig auf ihre Unabhängigkeit bedacht waren.    Seite 9 von 10  In erster Ehe war Ferdinand II. mit Maria Anna, Tochter Herzog Wilhelms V. von Bayern, vermählt. Mit dieser Vermählung wurde erneut die Verbindung der Habsburger mit dem Haus Wittelsbach bekräftigt. Die Hochzeit fand in der Grazer Hofkirche statt, wo der päpstliche Legat Kardinal Dietrichstein die Trauung vornahm.

Ohne sich in die Politik einzumischen, lebte Maria Anna an der Seite ihres Gemahls. Sie schenkte ihm sieben Kinder und starb noch vor der Erhebung Ferdinands in die Kaiserwürde.  Mit 44 Jahren heiratete Ferdinand II. die Prinzessin Eleonore von Mantua. Die Ehe wurde nicht weniger glücklich als die mit Maria Anna von Bayern.  Es war dem Kaiser noch vergönnt, die Wahl und Krönung seines Sohnes zum römisch-deutschen König zu erleben.

Bei dieser Gelgenheit erklärte er:   "Mit der Ehre und Pracht von Kaisern und Königen ist es wie bei einem Schauspiel. Ich finde keinen Unterschied zwischen den Theaterkönigen und den wirklichen, nur daß die einen Stunden und die anderen Jahre regieren. Die Ehrenbezeigungen dauern bei beiden nur, solange sie auf der Bühne stehen. Nach ihrem Tode sind sie vergessen wie alle anderen."     

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