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  San salvador 2interpretationen

  Peter Bichsel San Salvador (1964) Die Kurzgeschichte „San Salvador“ geschrieben von Peter Bichsel im Jahre 1964 handelt von einem Familienvater, der mit dem Gedanken spielt, aus der Eintönigkeit und Langweile „zu Hause“ zu entfliehen. Mit dem neu gekauften Füllerfeder schreibt Paul, die Person, um die es in der Geschichte geht, seine Gedanken auf. Seine Frau oder Lebensgefährtin Hildegard ist bei einer Chorprobe. Beide haben mehrer Kinder (Z. 54) zusammen. Er vertrödelt die verbleibende Zeit mit sinnlosem Tun.

Er überlegt, was seine Frau machen würde, wenn er dem Alltag entflieht und nach Südamerika zieht. Er kennt sie so genau, dass er ihr Verhalten im Falle einer Flucht genau vorhersagen kann. Die Kurzgeschichte hat keinen Anfang und auch kein Ende und ist in 55 Zeile geschrieben. Sie wird in der Er-Erzählung mit einem allwissendem Erzähler geschildert. Die Geschichte ist in der Vergangenheit geschrieben, außer in den Zeilen 30 bis 44. Dort wird der Konjunktiv 2 verwendet, die Möglichkeitsform, um dazustellen, was Pauls Frau machen würde, wenn sie den Brief lesen würde, indem steht, das er nach Südamerika abgereist ist.

Von Zeile eins bis 28, 45 bis 51 und von Zeile 53 bis 55 wird die äußere Handlung beschrieben; was Paul gerade macht. Im restlichen Teil des Textes die Innere. In Zeile 38 stellt der Autor zwei Gegenteile gegenüber („…lächeln und verzweifeln…“). Peter Bichsel verwendet in seinem Text mehrer Symbole, die die Partnerschaft zwischen seiner Frau und ihm aus seiner Sicht ausdrücken sollen. In Zeile sieben und 29 schreibt er „Mir ist es hier zu kalt“. Damit beschreibt er die Kälte, die zwischen seiner Frau und ihm herrscht.

Das gleich beschreibt er in Zeile zehn und elf; „…wie Tinte eintrocknete und dunkel wurde…“. Das drückt auch wieder aus, das in der Partnerschaft nichts mehr passiert (-> eintrocknen) und das er seine Partnerin nicht wieder erkennt, wie er sie vielleicht kennen gelernt hat (-> dunkel, wie in der Nacht). Der Autor benutzt die Symbole nicht nur um die negative Seiten der Partnerschaft auszudrücken, sondern auch die Wünsche von Paul. Das erste Symbol stellt schon die Überschrift da. San Salvador liegt in mitten Südamerikas. Dort ist es überwiegend warm und das sucht Paul.

Er sucht die Wärme von seiner Frau. Dies beschreibt er zudem in Zeile acht, wo er seinen Wunsch äußert, nach Südamerika zu ziehen. Das gleiche erkennt man in Zeile 50 und 51, wo der Autor schreibt „…dachte an Palmen, dachte an Hildegard.“. Palmen wachsen grundsätzlich in warmen Gegenden und dies verbindet er mit dem Gedanken an seine Hildegard und dem Verlangen nach Wärme von seiner Frau. In Zeile 15 und 45 erwähnt der Autor den gleichen Satz „Dann saß er da“.

Sitzen hat ja meistens etwas mit Ruhe zu tun. Das trifft auch in der hier geschilderten Beziehung zu. Es ist Ruhe eingekehrt, man könnt fast sagen die Beziehung sitzt fest, es bewegt sich nichts mehr. Zusätzlich verwendet Peter Bichsel in Zeile 24/26/36 Wiederholungen und das ganze Bild von dem Handeln von Paul erweckt in uns ein Gefühl der Langeweile und der Eintönigkeit. Genau dies versucht der Autor auch wieder zu geben. Die Beziehung ist langweilig geworden.

Es hat sich ein ganz normaler Tagesablauf entwickelt. Jeder kennt den anderen, weiß genau was er denkt oder in einem bestimmten Augenblick tun würde. Es entwickelt sich eine Eintönigkeit. Umgangssprachlich sagt man, „Das Feuer ist raus.“             Bei dem vorliegenden Text „San Salvador“ von Peter Bichsel handelt es sich um eine Kurzgeschichte, was man an den Merkmalen dieser Textgattung, z. B.

dem abrupten Anfang der Geschichte, dem offenen Ende und rasch erreichten Höhe- und Wendepunkt der Handlung, erkennen kann. Der Schauplatz der Geschichte ist die Wohnung des Ehepaares Paul und Hildegard, die vor dem Problem einer abgekühlten Ehe stehen und offensichtlich nicht oder nicht mehr in der Lage sind, miteinander ein Gespräch über ihre Beziehung und sich selbst zu führen. Wenn man innere und äußere Handlung der Kurzgeschichte voneinander trennt, fällt auf, dass die eigentliche Handlung auf ein Minimum reduziert ist. Der Ehemann Paul sitzt in der Wohnung allein am Tisch, seine Frau ist nicht da. Er hat sich einen neuen Füller zugelegt, den er nun ausprobiert, wobei er nach anfänglichem planlosen Ausprobieren einen simulierten Abschiedsbrief an Hildegard verfasst, der den Schlüsselsatz „mir ist es hier zu kalt“ enthält. Daraufhin folgen nur noch kleine Aktionen wie Aufräumen, das Lesen der Zeitung und das Abdrehen des Radios.

Nun erfährt man mehr über seine Vorstellungen und seine Illusion, aus seinem Leben auszubrechen und nach Südamerika auszuwandern. Dieser Traum wird durch die Heimkehr Hildegards abrupt beendet. Die Gleichförmigkeit der Handlung hat der personelle Erzähler durch sprachliche Mittel wie Wiederholungen und einen Erzählbericht mit langen Satzreihen erkennen lassen. Durch Konjunktiv und erlebte Rede fallen die Vorstellungen Pauls auf. Der Schlüsselsatz „mir ist es hier zu kalt“ ist vor allem im übertragenen Sinn zu verstehen und macht das Problem der „Kälte“ zwischen den Ehepartnern deutlich. Dadurch erhält Pauls Wunschdenken einen Bezug zur Realität.


Auch als er sich später die Reaktionen, die es bei seiner Frau auf seinen hinterlassenen Abschiedbrief geben könnte, vorstellt, bleiben diese realitätsbezogen: er malt sich in Gedanken vor allem Gestik und Mimik Hildegards aus. Diese kennt er so gut, dass später bei ihrem Heimkommen genau diese Gebärden auch wirklich auftreten. An diesen Übereinstimmungen kann man auch erkennen, dass Paul und Hildegard in ihrem Leben bestimmte Rollen übernommen haben, aus denen sie nicht ausbrechen können. Sie können sich nicht anders verhalten, als es von ihnen erwartet wird und sie es gewohnt sind. Aus diesem Grund ist es auch unmöglich, dass Paul seinen Traum verwirklicht oder dass die beiden Ehepartner es schaffen, ein Gespräch über ihre Beziehung zu führen. Ihre Rollenübernahme verhindert dies und lässt so die Monotonie und Ausweglosigkeit ihres Lebens erkennen.

Am Schluss der Geschichte werden Pauls Gedanken und somit auch die Handlung durch Hildegards Rückkehr wieder in die Realität zurück gebracht. Die beiden handeln hier wieder in ihren typischen Ritualen (er sitzt da, sie streicht sich das Haar aus dem Gesicht). Es gibt keine Änderung darin und daher auch kein Ausbrechen aus den Ritualen und aus dem gewohnten Leben. Ich finde, dass diese Kurzgeschichte, die aus dem Jahr 1964 stammt, als zeitlos bezeichnet werden kann, da das Problem von abgekühlten Beziehungen und Ehen immer besteht. Man kann zwar möglicherweise inzwischen mit ihm besser umgehen (Gesprächstherapie etc), doch ist das Thema immer noch aktuell und recht bedeutend.

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