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Analyse des Gedichtes „Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“ (Novalis)    Das vorliegende Gedicht „Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“ von Novalis (eigentlich Friedrich von Hardenberg) ist klar gegliedert. Dem Leser wird durch eine klassische Wenn-Dann-Beziehung der Standpunkt des Autors nahegebracht. Novalis wirbt für einen höheren Stellenwert sinnlicher Empfindung gegenüber rationaler Wahrnehmung. Er stellt die Welt der Gelehrten, die Welt der Ratio, dar als „verkehrtes Wesen“, das dem Menschen die richtige Sicht auf die Dinge, nämlich die durch eigene Sinneswahrnehmung, verwehrt. Seiner Ansicht nach sollen Gefühle und Poesie wichtiger werden für die menschliche Erkenntnis. Passend zur transzendentalphilosophischen Ausrichtung der Romantik behauptet Novalis, dass die Poesie, das „geheime Wort“, hinter der Aufklärung verborgen liegt und somit bei der Abschaffung rationaler Wahrnehmung von selbst sichtbar wird und in den Vordergrund tritt.

Dieses Gedicht ist ganz klar als programmatisches Gedicht für die Romantik zu sehen. Deren erklärtes Ziel ist es, die Welt der Sinne in den Vordergrund zu stellen und – im Gegensatz zur Klassik – die Ratio zu vernachlässigen.

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