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  Charakterisierung maries und des tambourmajors

Charakterisierung Maries und des Tambourmajors   Gliederung:     1 Mord aus Eifersucht Charakterisierung Maries und des Tambourmajors 2.1 Marie 2.1.1 Aussehen 2.1.2 Äußerlichkeiten Beziehung zu Woyzeck 2.

2 Der Tambourmajor 2.2.1 Bedeutung der Uniform 2.2.2 Der Schnaps und die Frauen 2.2.

3 Major und Marie 3 Woyzecks Reaktion           ___________________________________________________________________________     In Georg Büchners Dramenfragment "Woyzeck" geht es um einen Mord, den der Stadtsoldat Franz Woyzeck, durch Versuche, die ein Arzt an ihm durchführt und Schikane seines Hauptmannes in einem geistig verwirrten Zustand, aus Eifersucht an seiner Geliebten und Mutter seines Kindes ausführt. Die Hauptursache für den Mord ist die Affäre, die Marie mit dem Tambourmajor beginnt. Diese beiden Personen, Marie und der Major sollen im folgenden näher betrachtet werden. Zunächst wird die äußere Erscheinung Maries näher beschrieben. Marie ist eine hübsche junge Frau, " [..

.] schön wie die Sünde [...]" (S.21), mit schwarzem Haar und Augen "als ob man in ein' Ziehbrunnen oder zu einem Schornstein hinunter guckt" (S.

13). Sie ist, wie sie von sich selbst behauptet, eine arme Frau aber dennoch achtet sie auf ihr Äußeres und meint, sie habe einen so roten Mund wie die Madamen mit ihren Spiegeln von oben bis unten (S. 16). Durch diesen Umstand ist es auch leicht, sie durch Äußerlichkeiten zu blenden. Sie sieht nur die Schale, der eigentliche Kern bleibt ihr verschlossen. Zu ihrer Nachbarin sagt sie einmal "Soldaten, das sind schöne Bursch.

.." (S. 8), als der Tambourmajor und seine Truppe an ihrem Fenster vorbeimarschieren. Sie sieht nur die elegante Uniform, den Charakter des Majors erkennt sie nicht. Sie ist sprunghaft und lebt nur für den Augenblick.

Wenn sich ihr eine Chance bietet, greift sie zu, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Für ein paar Ohrringe betrügt sie Woyzeck, der sie und ihr gemeinsames Kind mit seinem Lohn über Wasser hält (vgl. S. 16-17). Mit Woyzeck verbindet sie eine Beziehung, die man durchaus als gestört bezeichnen kann. Auf der einen Seite hat sie ein Kind mit ihm (vgl.

S. 6; 9), auf der anderen Seite fürchtet sie sich vor ihm, wie auf S. 20 mit ihrem Ausspruch "Was siehst du so sonderbar, Franz, ich fürcht mich" deutlich wird. Sie sorgt sich, dass er noch überschnappen werde (S. 9), dann wieder beschimpft sie ihn, dass sie lieber ein Messer im Leib habe, als seine Hand auf ihrer (S. 21).

Sie belügt ihn, z.B. was die Herkunft der Ohrringe betrifft was ihr dann fast sofort wieder leid tut. Zuerst behauptet sie, sie habe die Schmuckstücke gefunden (S. 16), dann, als Woyzeck weg ist, tut es ihr leid, sie schämt sich und bezeichnet sich selbst als "[..

.] schlecht Mensch [...]" (S. 17).

Der Tambourmajor legt, ebenso wie Marie, durchaus Wert auf Äußerlichkeiten. Seine Uniform, seine Insignien wie Federbusch, Taktstock und seine weißen Handschuhe sind seine Identität (S. 14). Er ist "ein Mann wie ein Baum" und "steht auf seinen Füßen wie ein Löw" (S. 8). Wenn er seine Uniform trägt, sei er ein echter Kerl, wie auch der Prinz ihm schon gesagt habe (S.

14). Er interessiert sich nicht für andere Personen. Er ist triebgelenkt (S. 13 u. 14), ihm ist unter anderem seine "Zucht von Tambourmajors" wichtig, wie er an mehreren Stellen erwähnt (S. 13 u.

14). Auch dem Alkohol ist er nicht gerade abgeneigt, wie er selbst treffend formuliert "Ich wollt, die Welt wär Schnaps, Schnaps – der Mann muss saufen!" (S. 25). Der Charakter des Majors ist relativ einfach gestrickt, sein Blick ist nur auf die Uniform, den Alkohol und die Frauen gerichtet. Dazu ist er noch aggressiv und prügelt sich gerne, vor allem mit Leuten, die ihm unterlegen sind, wie zum Beispiel Woyzeck, damit er beweisen kann, was für ein Kerl er ist (S. 24 u.

25). Seine Aufschneiderei dient nur dazu, seine Unsicherheit zu überdecken. Er ist eine typische Klischeefigur, die das Soldatentum persifliert. Der Tambourmajor und Marie sind sich in einigen Aspekten relativ ähnlich. Beide leben nur für den Augenblick und beide interessieren sich für Äußerlichkeiten. Die beiden beginnen die Affäre mit unterschiedlichen Absichten.

Während dem Soldaten nur sein Vergnügen und seine "Zucht von Tambourmajors" wichtig ist (S. 14), erhofft sich die junge Frau eine bessere Zukunft, sie kann dem Luxus, den ihr der Major bieten kann, nicht widerstehen (S. 16). Woyzeck, der vom Doktor systematisch zerstört und vom Hauptmann ständig schikaniert wird, erfährt, dass ihn seine Geliebte und die Mutter seines Kindes betrügt. Der Mann, mit dem sie ihn hintergeht verprügelt ihn, demütigt ihn ebenfalls. Er ist am Boden und weiß sich keinen Ausweg mehr.


Gegen den Major hat er keine Chance, er ist ihm sowohl an Kraft als auch an Aggression überlegen, gegen den Doktor kommt er nicht an weil dieser ihm an Bildung weit überlegen ist und ihn ebenso schikaniert wie der Hauptmann, gegen den er sich ebenfalls nicht wehren kann, da dieser ja ein Vorgesetzter ist. Er ist körperlich am Ende und spürt den nahenden Zusammenbruch. Als es dann letztlich zum Ausbruch kommt, richtet sich seine Aggression aber nicht gegen seine Peiniger sondern gegen Marie, die auch nur ein Opfer ist. In ihrer Ermordung steckt der verdrehte Moment der Rebellion gegen seine Peiniger. Marie ist Woyzecks Rückzugsmöglichkeit, ja fast schon seine Identität. Ihre Tötung kommt fast einem Selbstmord gleich.

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