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  Erörterung zu martin walsers these

Erörterung zu Martin Walsers These „Die uns beleben, die können wir brauchen, das sind Klassiker“    Das Freizeitangebot heutzutage ist für jedes Alter und jede Generation fast unbegrenzt. Abhängig von der Familientradition, dem Freundeskreis und/oder der Gesellschaft greift jeder auf das seiner Meinung nach für ihn am meisten Geeignete. Je nach Ausbildung und intellektuellem Niveau der Familie und des engsten Menschenkreises ist das Interessenspektrum der vor allem jungen Leute bestimmt. Zum Beispiel kann man in einer Familie, in der die Eltern nach langer und schwerer Arbeit nach Hause kommen und als Erstes den Fernseher anmachen, vom Kind nicht erwarten, dass es reihenweise Bücher liest oder ein klassisches Konzert besucht. Natürlich gibt es wie überall im Leben auch hier Ausnahmen. Unabhängig von den gesellschaftlichen Vorraussetzungen ist die Schule eine gute, jedoch oftmals erzwungene Möglichkeit für eine intellektuelle Entwicklung eines Schülers.

Hier werden literarische Klassiker - wie z.B. „Nathan der Weise“ oder „Die Leiden des jungen Werthers“ - von großen Autoren wie Goethe, Lessing oder Schiller durchgenommen. Auch im Musikunterricht besteht die Möglichkeit, mit Werken der großen Komponisten wie Mozart, Beethoven oder Bach umzugehen. Die hier aufgezählten Namen werden heute alle als Klassiker angesehen, wobei jede Epoche ihre eigenen hervorgebracht hat – jedoch sind dies nur wenige Beispiele. Diese herausragenden Intellektuellen und Künstler haben den nachfolgenden Generationen etwas Wichtiges und Bildendes hinterlassen, weshalb wir ihnen dankbar sein können und sie schätzen müssen.

Das meint wohl auch Martin Walser mit seiner These „Die uns beleben, die können wir brauchen, das sind Klassiker“. Eines haben sowohl Dichter, Komponisten, Maler als auch Erfinder, die wir zu den Klassikern zählen, gemeinsam: sie sind einmalig und waren besondere, große Persönlichkeiten. Jeder von ihnen hat etwas Neues und Eigenes geschaffen. Für viele Generationen waren in der gesamten Weltgeschichte diese Meilensteine die Ausgangspunkte für weitere Gedanken und Interpretationen. Das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Aspekt für die Definition von Klassikern.     Ohne die Entwicklung der Sprache in der Dichtung gäbe es heute nicht vergleichsweise herausragende moderne Literatur, ohne Mozart oder Beethoven gäbe es keinen Schönberg, ohne Rembrandt kein Picasso, ohne gotische Architektur kein Gaudi.

Außerdem kann die Persönlichkeit des Künstlers oder Philosophen auf denjenigen, der sich dafür intensiv interessiert, positiv auswirken. Ein weiterer Vorteil, den wir heute dank der Klassiker haben, ist beim größten Teil der Bevölkerung eine Bereicherung des Gedankenaustausches; da sie zur Allgemeinbildung gehören, ergibt sich in vielen Situationen neuer Gesprächsstoff. Wenn jemand eine tiefgründige Erfahrung mit einem Klassiker gemacht hat, wird er wohl ein großes Bedürfnis haben, sich darüber mit anderen Menschen auszutauschen – der Unterhaltungswert steigt. Der Kontakt mit großen Individualisten regt auch unsere Phantasie an, wenn man bedenkt, dass ein Buch oder ein Film, dessen Geschichte in einem anderen Land oder einer unbekannten Kultur spielt, uns in diese fremde Welt versetzen kann oder andere Völker näher kennen lernen lässt. Auf Grund der Menge und Breite des heutzutage zugänglichen Unterhaltungsangebotes und der Leistungsgesellschaft ist es schwer geworden, alles zu sehen, lesen oder hören, was man möchte. Deswegen ist es wichtig, auf Klassiker zurückgreifen zu können, da sie uns viele positive Eindrücke und Anregungen vermitteln, ohne dabei die gesamte Welt bereist zu haben.

                © 2003 - Adam Niesiolowski

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