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  Gerhart hauptmann - der biberpelz

                                                                             Gerhart Hauptmann   Der Biberpelz Von Nils Becker  Inhaltsverzeichnis               Die Zeit     Politik, Wirtschaft und Gesellschaftsleben in Deutschland Sozialistengesetz Der Naturalismus     Der Autor „Gerhart Hauptmann“   Biographie     Das Werk „Der Biberpelz“   Einführung Handlung Charaktere Wichtigste Aspekte Leseauszüge     Literaturverzeichnis                       Die Zeit   Politik, Wirtschaft und Gesellschaftsleben in Deutschland   Die Diebeskomödie spielt etwa 20 Jahre nach der Gründung des Deutschen Reiches mit Kaiser Wilhelm an der Spitze. Zu jener Zeit fanden in Deutschland große Veränderungen statt, welche vor allem auf die Industrialisierung zurückzuführen sind. Diese Revolution beruht auf der Grundlage der 1769 erfundenen Dampfmaschine, durch welche neue Möglichkeiten für Maschinen, Fabriken und Verkehrswesen möglich waren. Kohle und Eisen waren Grundlage des neuen Industriestaats, daher bildeten sich viele Großunternehmen welche die Förderung dieser Rohstoffe übernahmen. Diese Fabriken boten vielen Menschen Arbeit, wodurch es zur so genannten „Verstädterung“ in den Ballungsgebieten der Schwerindustrie, wie zum Beispiel dem Ruhrgebiet kam. Die so entstandenen Arbeiterfamilien wurden auch als der „4.

Stand“ bezeichnet. Der Anteil der Land -und Forstwirtschaft nahm aufgrund dieser neuen Erwerbsmöglichkeit von 1875-1900 um 11%, später sogar noch drastischer, ab. Der Adel war noch immer führendes Glied beim Militär und in hohen Ämtern, und unterdrückte Arbeiter- und Bürgertum. 1     Sozialistengesetz   Bismarck betrachtete die wachsenden Anhängerzahlen der Sozialdemokraten mit großem Argwohn. Er sah das „Reich der Fürsten“ durch diese politische Gruppierung in Gefahr und verabschiedete daher das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“, kurz Sozialistengesetz. Damit bewirkte der Reichskanzler Verbote gegen 600 Zeitungen und 1170 Bücher, außerdem wurden etwa 1500 Arbeitsführer verhaftet und 900 des Landes verwiesen.

2     Der Naturalismus   Die von Frankreich ausgehende Kunstepoche des Naturalismus, begann Ende des 19. Jahrhunderts. Das Ziel dieses Stils war es die Wirklichkeit, wahrheitsgetreu und ohne Umformung wiederzugeben. Bevorzugt wurden Themen welche bis dahin als „Tabu“ galten wie zum Beispiel der Alkoholismus, Prostitution, Ehebruch, uneheliche Kinder und die Verelendung des 4. Stands. Entstanden ist die Epoche durch die schnelle Entwicklung von Naturwissenschaften, Technik und Medizin, deren Methoden sich viele Poeten zu Eigen machten.

Auch wegen dieser Fortschritte, meinte man dass, das Leben eines Menschen aufgrund von Vererbung und das hineingeborene Milieu bestimmt würde, und es somit keine individuellen Handlungen und Entscheidungen gibt. Außerdem benutzten die meisten Schriftsteller Dialekte, Umgangssprache und Jargon für ihre Romanfiguren, um noch Wirklichkeitstreuer zu berichten. Die wohl bedeutsamsten Schriftsteller dieser Zeit waren Gerhart Hauptmann, Henrik Ibsen und Fjodor Dostojewskij. 3 ____________________ 1 Ebeling/Birkenfeld; Die Reise in die Vergangenheit Band3, S.18-34 2 Ebeling/Birkenfeld; a.a.

O, S. 35 3 https://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=Suche&SEARCHTYPE=topic&query=naturalismus Der Autor „Gerhart Hauptmann“   Biographie   Gerhart Hauptmann wurde am 15. November 1862, als Sohn eines Hotelbesitzers, in Ober-Salzbrunn (Niederschlesien) geboren.

Getauft wurde er auf den Namen Gerhart Johann Robert Hauptmann. Die Schulzeit, welche 1868 mit der Dorfschule begann und 1874 mit der Realschule in Breslau fortgesetzt wurde, war für Hauptmann eine Qual. Schließlich verließ er die Schule 1878 und wurde gegen seinen eigentlichen Willen Landwirtschaftslehrling in Lohnig, später in Lederose. Schon während dieser Zeit schreibt der damals 16jährige Hauptmann seine ersten Gedichte. Aus gesundheitlichen Gründen musste er den Beruf als Landwirt aufgeben und ging stattdessen 1880 in die Bildhauerklasse der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule zu Breslau von welcher er allerdings schon im Januar 1881 ausgeschlossen wurde. Auf der Hochzeit des Bruders Georg mit der reichen Adele Thienemann, lernt er die Schwester der Braut, Marie Thienemann, kennen.


Im September 1881 verlobt er sich heimlich mit ihr, geht dann aber zum Studieren nach Jena. Zu seinem Freundeskreis gehören dort unter anderem die Ikarier und der Verein "Pacific", welche seinen Stil vermutlich entscheidend geprägt haben. Der Studienehrgeiz hielt allerdings nur ein Semester, danach reiste er mit seinem Bruder Carl durch Spanien und Italien. 1883 kehrte er nach Rom zurück und versuchte sich dort als Bildhauer. Dieser Versuch war nicht von Erfolg gekrönt, stattdessen erkrankte er an Typhus. Marie eilte, als sie dies erfuhr, nach Italien und pflegte ihren Verlobten gesund.

Schließlich heiratete er sie 1885. Auf der anschließenden Hochzeitsreise nach Rügen machte er einen Abstecher nach Hiddensee, dort erscheint die Dichtung „Promethidenlos“. Als Hauptmann von 1885-1888 in Erkner lebt lernt er den Berliner Dichtverein „Durch!“ kennen. Zu dessen Mitgliedern zählen zum Beispiel Bruno Wille, die Brüder Hart und Wilhelm Bölsche. Diese haben seinen naturalistischen Stil geprägt, welchem er mit den Novellen „Fasching“ und „Bahnwärter Thiel“, beide 1887 erschienen, zum Aufbruch verhalf. Schließlich verband Hauptmann die Naturalistik mit sozialen Themen, was er in dem Drama „Vor Sonnenaufgang“ (1889) eindrucksvoll bewies.

In den neunziger Jahren verbrachte Hauptmann einen Großteil seiner Zeit in Niederschlesien, wo er 1893 „der Biberpelz“, bis heute eine der besten deutschen Komödien, schrieb. Im selben Jahr erschien das Werk „die Weber“, welches bei Kaiser Wilhelm II große Empörung auslöste bis es schließlich vom Kronprinzen verboten wurde. Gerhart Hauptmann wurde, trotz einiger Misserfolge berühmt und erhielt 1912 schließlich sogar den Nobelpreis, doch dies war nicht seine einzige Auszeichnung auch drei Grillparzer-Preise und ein Adlerschild des Deutschen Reiches schmückten seine Brust. Dieser letzte Orden, wurde ihm von der Weimarer Republik verliehen, in ihr sah der Autor eine Zukunft für die Deutschen. Mit dem Siegeszug des deutschen Reiches hielt Gerhart Hauptmann sein Leben für beendet. Der sonst so kritische Hauptmann äußerte sich nur in „Vor Sonnenuntergang“ leise gegen die Nazis, und pflegte sonst ein relativ neutrales Verhältnis zu ihnen.

In seinem 78. Lebensjahr begann Hauptmann sein großes Alterswerk die Atriden-Tetralogie bestehend aus, “Iphigenie in Delphi“, „Iphigenie in Aulis“, „Agamemnons Tod“ und „Elektra“ zu schreiben. 1945 erlebte der Dichter die Bombenangriffe auf Dresden, von welchen er sich nie mehr komplett erholte. Schließlich starb er am 6. Juni 1946 in Agnetendorf. 4 ____________________ 4 https://www.

gerhart-hauptmann-museen.de/biografie.html Das Werk „Der Biberpelz“   Einführung   Gerhart Hauptmann hat in der Diebeskomödie „Der Biberpelz“ vor allem von eigenen Erfahrungen berichtet. Spätere Recherchen von verschiedenen Instituten haben herausgefunden, dass Hauptmann für alle Charaktere ein reales Vorbild hatte. Ihn selbst sahen die Experten in Dr. Fleischer dem Sozialdemokraten.

Beweget dieses Buch zu schreiben wurde Hauptmann vermutlich, aufgrund der damals aktuellen Gerichtsverhandlungen, wegen Verstoß gegen das Soziallistengesetz, die unter anderem gegen Freunde und Bekannte des Naturalisten gingen.   Handlung   Das von Gerhart Hauptmann geschriebene Stück „Der Biberpelz“ spielt am Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts „irgendwo um Berlin“ 5. Die Hauptpersonen sind Frau Wolff, für ihre tüchtige Arbeit als Waschfrau im Ort bekannt, ihr Mann Julius Wolff, der als Schiffszimmermann Geld für die Familie verdient, welche zusätzlich noch aus zwei Töchtern, Leontine und Adelheid, besteht. Außerdem spielt von Wehrhahn, königverehrender Amtsvorsteher, Krüger, ein betuchter Rentner, Dr. Fleischer, ein ängstlicher Familienvater welcher sich für die Demokratie ausspricht und der von Rheuma geplagte Spreeschiffer Wulkow, eine wichtige Rolle.

  Frau Wolff kommt mit einem gewildertem Rehbock nach Hause, wo ihre Tochter Leontine bereits auf sie wartet und erzählt, dass sie ihre Arbeit bei Krüger niedergelegt hat, da dieser sie noch spät Abends rausgeschickt habe um Brennholz in den Stall zutragen. Die Mutter ist zunächst wenig begeistert, lässt ihr Tochter allerdings daheim schlafen, in der Absicht die guten trockenen Knüppel, welche immer noch im Vorgarten der Krügers liegen, zu stehlen.   Als Wulkow vorbeikommt um einen Teil des Rehbockes von Frau Wolff abzukaufen, erzählt Adelheid ihrer Mutter beiläufig, dass Herr Krüger von seiner Frau zu Weihnachten einen edlen Biberpelz geschenkt bekommen hat. Der Schiffsmann bekundet sein großes Interesse aufgrund seines Rheumas an einem solchen Pelz, der ihm mindestens sechzig Taler Wert sei. Dieses Geld würde für Familie Wolff beinahe ausreichen um alle Schulden auf einmal zu begleichen, daher entschließt die Mutter, hinter dem Rücken ihres ängstlichen Mannes, den Biberpelz widerrechtlich an sich zunehmen. Zunächst will der Rentner Krüger die Waschfrau allerdings, wegen des Verlusts des Holzes, welchen wie er findet ihre Tochter zu verantworten hat, anzeigen.

Der zuständige Amtsvorsteher von Wehrhahn zeigt für diesen Fall allerdings nur wenig Interesse, er verbringt sein Zeit lieber damit reichs- und königsfeindliche „Elemente“ aufzuspüren. Frau Wolff weigert sich die geforderte Schadensersatzsumme zu zahlen. Schließlich wird zwei Wochen später der Holzdiebstahl auch für Krüger beinnahe unbedeutsam, da sein geliebter Biberpelz gestohlen wurde. Frau Wolff hat die Tat wie geplant ausgeführt und den Pelz an Wulkow verkauft. Dieses Geld vergräbt ihr Mann im Stall, obwohl er mit diesem Geld lieber sofort die Schulden abbezahlt hätte.     ____________________ 5 Gerhart Hauptmann, Der Biberpelz (mit neuen Materialien), Ernst Klett Verlag S.

5     Herr Krüger verträgt sich, trotz Wut über den Diebstahl, wieder mit Frau Wolff, da er seine Waschfrau wieder haben möchte, außerdem soll Leontine unter besseren Arbeitsbedingungen die Arbeit wieder aufnehmen. Nach der Versöhnung geht der Rentner zum Amtsvorsteher und meldet den Verlust des Pelzes. Der Amtsvorsteher zeigt auch in diesem Fall nicht allzu viel Engagement und will Krüger mit der Aussage abwimmeln, dass der Dieb doch sicherlich schon über alle Berge sei, und somit die Suche nach dem Täter sinnlos wäre. Krüger lässt dennoch nicht locker und kommt mit Dr. Fischer wieder zum Amtsvorsteher. Fischer erzählt, dass er einen alten Mann mit Biberpelz auf einem klapprigen Kahn gesehen habe.

Dem Amtsvorsteher reicht dies nicht als Beweis um eine Durchsuchung anzuordnen, Bestätigung findet er hierbei beim zufällig anwesenden Wulkow der berichtet, dass es nicht ungewöhnlich sei als Schiffer einen Pelz zu tragen. Zudem hält Wehrhahn, von der Aussage eines „politisch Unkorrektem“ nur wenig, von einer Frau wie Frau Wolff dafür um so mehr. Sie steht für Wehrhahn nie im Verdacht einen Diebstahl begangen zu haben, er bezeichnet sie sogar als „ehrliche Haut“6.     Charaktere     Frau Wolff   Frau Wolff ist die Mutter von drei Kindern und Ehefrau eines Schifftischlers. Ihr einziger Sohn ist allerdings bereits gestorben, somit leben also nur ihre zwei Töchter, Adelheid und Leontine, in ihrem nähren Umfeld. „Fleischer: Haben Sie nicht mal so ´n Jungen gehabt? Frau Wolff: Na freilich.

Aber was nutzt denn das alles? Ma macht ´n ja doch nicht wieder lebendig…“ 7 Sie ist im Dorf bekannt und beliebt für ihre sehr tüchtige Arbeit als Waschfrau, und steuert so ein wenig in die knappe Haushaltskasse bei. „Wehrhahn: … Meine Frau sagt, wenn die Wolffen nicht kommt, so braucht sie statt ihrer zwei Frauen zum Waschen.“ 8 Neben dieser Aktivität verkauft sie aber auch noch Eier der Hühner, selbstgebackenes Brot, gewildertes Fleisch und andere Lebensmittel. „Frau Mottes: … Wie is´s mit die Eier und mit dem Brot? Frau Wolff: Na, finfe hab´ ich grade noch liegen. Und a Sticke Brot.“ 9 Doch um das Wohl ihrer Familie zu sichern greift sie auch zu gesetzeswidrigen Mitteln wie zum Beispiel kleineren Diebstählen.

Auf den ersten Blick wirkt die Frau etwas einfältig doch im Laufe der Geschichte sieht man, dass alles wohl durchdacht ist und sie alles so darstellt, dass sie trotz Diebstählen und Wilderung nie im Verdacht steht eine Straftat begangen zu haben. Wehrhahn: „…Und so wahr es ist, wenn ich hier sage: die Wolffen ist eine ehrliche Haut…“ 10       ____________________ 6 Gerhart Hauptmann, Der Biberpelz (mit neuen Materialien), Ernst Klett Verlag S. 76 7 Gerhart Hauptmann, Der a.a.O S. 53-54 8 Gerhart Hauptmann, a.

a.O. S. 41 9 Gerhart Hauptmann, a.a.O.

S. 23-24 10 Gerhart Hauptmann, a.a.O. S. 76 Baron von Wehrhahn Von Wehrhahn ist Amtsvorsteher des kleinen Dorfes, in dem die Geschichte spielt.

Er ist etwa 40 Jahre alt und hat eine knappe, nahe zu militärische Ausdrucksweise und trägt ein Monokel. Auch der Rest seines Erscheinungsbilds zeigt eine militärische Verbundenheit, somit erfüllt er sämtliche Klischees eines wilhelminischen Beamten von damals. „Wehrhahn ist gegen 40 Jahre alt und trägt ein Monokel… Seine Amtstracht besteht aus einem schwarzen, zugeknöpften Gehrock und hohen, über die Beinkleider gezogenen Schaftstiefeln. Er spricht nahezu im Fistelton und befleißigt sich militärischer Kürze im Ausdruck.“ 11 Als Amtsvorsteher ist er eine Mischung der heutigen Polizei und des Standesamts. Er muss Neugeburten eintragen und Verbrechen aufklären.

Doch vor allem hat er als Königstreuer Beamter großes Interesse daran sozialdemokratisch Orientierte, also politische Feinde, zu finden und schließlich vor Gericht zu bringen. Sein daraus resultierendes Desinteresse an anderen Verbrechen zeigt er mit einer offenen, arroganten Art. „Wehrhahn … Anteillos: Was haben Sie nun Also so Wichtiges beobachtet?“ 12 „Wehrhahn, gähnend, untinteressiert…“ 13 „Wehrhahn, …mit gemachter Gleichgültigkeit…“ 14 Er hält sich bzw. seine Gesellschaftsschicht für etwas Besseres und prahlt des Öfteren mit seiner „höhergestellten“ Position. „Wehrhahn: ..

.Unsereins blickt nun schon etwas tiefer. …“ 15 „Wehrhahn: Hier bin ich auch ein König!“ 16     Dr. Fleischer   Herr Dr. Fleischer ist ein gebildeter, vermutlich Zuckerkranker Buchautor und Privatgelehrter. „Er leidet ja wohl an Zuckerkrankheit“ „Glasenapp: Er nennt sich Provatjelehrter.

Wehrhahn: … nicht Pro - Privatgelehrter“ Auffallend ist, dass er anfangs sehr ängstlich und unsicher wirkt. „Fleischer tritt ein, bleich und aufgeregt…“ Sein Sohn ist im das Wichtigste auf der Welt, daher versucht er ihn vor jeder erdenklichen Gefahr zu behüten. „Er verwendet in jeder Sekunde rührende Sorgfalt auf sein Kind.“ Doch das ist nur eine Seite, des meist schüchternen Menschen, sobald es um soziales Engagement geht, kann Dr. Fleischer seine Ansicht selbstsicher vertreten, wenn auch nicht immer mit großem Erfolg. „Fleischer … Ich bitte gefälligst, das durchzulesen.

“ Auch in seinem politischen Interesse an Demokratie zeigt er großen Mut, da dies damals als Straftat galt und man dafür bestraft werden konnte. „Der Briefträger meint, er hält zwanzig Zeitungen. Auch demokratische sind mit drunter“         _______________________ 11 Gerhart Hauptmann, Der Biberpelz (mit neuen Materialien), Ernst Klett S. 31 12 Gerhart Hauptmann, a.a.O.

S. 33 13 Gerhart Hauptmann, a.a.O. S. 66 14 Gerhart Hauptmann, a.

a.O. S. 52 15 Gerhart Hauptmann, a.a.O.

S. 72 16 Gerhart Hauptmann, a.a.O. S. 33 Wichtigste Aspekte   In Gerhart Hauptmanns Stück der „Biberpelz“ stechen zwei, damals aktuelle Themen hervor.

Zum einen die Armut des Proletariats, also des Arbeitervolks und die Verfolgung der Sozialdemokraten.   Der Konflikt zwischen Dr. Fleischer und dem Amtsvorsteher Wehrhahn spielt hierbei die entscheidende Rolle. Dank, der Anstrengung des Barons, den mutmaßlichen Sozialdemokraten vor Gericht zu bringen, wird das eigentliche Verbrechen, nämlich der Diebstahl des Pelzes nicht aufgeklärt. Der Biberpelz hat hierbei zwei übertragene Bedeutungen, zum einen spiegelt er einen gewissen, für das Arbeitervolk kaum erreichbaren, Wohlstand wider, zum anderen ist er in der Diebeskomödie das Zeichen für ein Verbrechen. Ein in diesem Fall harmloser Diebstahl, der aufgrund der Verbissenheit des Amtvorstehers gegen politische Feinde, nie aufgeklärt wird.

Doch statt eines Diebstahls hätte es wohl auch ein Mord sein können, der wegen anderweitigen Interesse Wehrhahns, nicht aufgeklärt worden wäre. Hauptmann will mit diesem Konflikt nicht nur diesen einzigen Fall darstellen sondern, die allgemeine Lage, die nach der Einführung des Soziallistengesetzes 1878 in Deutschland herrschte.   Aber Gerhart Hauptmann wollte nicht nur dieses Problem ansprechen, sondern auch die Armut des Arbeitervolkes, und somit des größten Teil der deutschen Bevölkerung. Für diese war ein einfacher Biberpelz ein Symbol von Reichtum und Luxus. Der Preis eines Pelzes war oft höher als der Einrichtungswert einer kompletten Arbeiterhütte. Dies zeigt die stark unterschiedlichen sozialen Schichten der damaligen Zeit.

Die einen konnten sich selbst als Rentner noch einen solchen Luxusartikel leisten, die anderen hätten ihr halbes Leben für einen solchen Pelz arbeiten und sparen müssen.     Leseauszüge   „FRAU WOLFF: Lußt’s gutt sein! Lußt’s gutt sein! Das Reh wird’n mer los, da warten mer noch nich bis morgen frieh. WULKOW: Na, wenn et man keener hängen sieht. Det is nich mit Jelde abzumachen. FRAU WOLFF: Das Reh hier, das hab mir verendet gefunden. WULKOW: Ja, in de Schlinge, det will ick jlooben! FRAU WOLFF: Kummt bloß nich uff die Art! Da habt Ihr kee Glicke! Ma soll Euch woll all’s in a Rachen schmeißen? Ma schind’t sich, bis ma keen Oden mehr hat.

Stundenlang muß ma baden im Schnee, geschweige was ma dabei riskiert, im Schtockbrandfinstern. Das is kee Spaß. WULKOW: Ick hebbe man schon Stücker viere zu liejen. Sonst wollt’ ick ja sachen funfzehn Mark. FRAU WOLFF: Nee, Wulkow, heute is kee Geschäft mit uns. Da geht ock ruhig a Häusel weiter, mir hab’n uns geschind’t hier ieber a See… ee Haar, da saß mer noch fest im Eise.

Mir konnten nich vorwärts und nich rickwärts. Aso was kann ma zuletzt nich wegschenken.- WULKOW: Na, hebb’ ick nu etwa jroß wat davon? Det Schiffwerken is ´n jezwungenes Werk! Un Paschen, det is `n schlechtet Jeschäft. Wenn ihr all rinfallt, denn flieg’ ick schon längst rin. Bei Jahre vierzig plag’ ick mir nu. Wat hebb’ ick heute? ´t Reißen hebb ick.

Wenn ick det Morjens früh uffsteh’, denn muß ick schriegen wie’n junger Hund. Ick will mir schon viele Jahre ´n Pelz koofen, det hebben mir alle Doktors jeraten, weil de tick so leidenschaftlich bin. Ick hebb’ mir noch keen könn koffen, Wolffen. Bis heute noch nich, so wah, wie ick hier steh’! ADELHEID, zur Mutter: Haste von Leontine jehört? WULKOW: Na, will ick man sagen: sechzehn Mark! FRAU WOLFF: Ne is nich! Achtzehn! Zu Adelheid: Wat redst’n da wieder? ADELHEID: Frau Krüger hat doch ´n Pelz jekauft, der hat bei fünfhundert Mark jekost’t. ´n Biberpelz. WULKOW; ´n Biberpelz? FRAU WOFF: Wer hat’n gekooft? ADELHEID: Nu Frau Krüger doch, für Herr Krüger zu Weihnachten.

WULKOW: Det Mächen is woll bei Krüger in Dienst? ADELHEID: Ick nich. Meine Schwester. Ick jeh’ überhaupt nich bei Leute in Dienst. WULKOW: Ja, wenn ick nu so wat mal hebben könnte. Um so wat erwerb’ ick mir schon lange. Da jeb’ ick ooch sechzig Daler für.

Doktor- und Apotherkerjeld, det jeb’ ick doch lieber für Pelzwerk aus. Da hebb’ ick ooch noch ‚n Verjnüjen all. FRAU WOLFF: Ihr braucht ja bloß amal hingehn, Wulkow, zu Kriegern rieber. Vielleicht schenkt a’n weg. WULKOW: Nee, jutwillig nich. Aber wie jesacht: fer so war verinteressier’ ick mir sehr.

“ S.17-18       „GLASENAPP kommt eilig herein, etwa in der Weise des Amtsvorstehers. Fragt Wulkow von oben herab: Was haben Sie denn? WEHRHAHN, noch außen: Was willst du denn, Mädchen? Du kommst zu mir? Man also rein. Wehrhahn lässt Adelheid vor sich eintreten und folgt nach. Viel Zeit hab’ ich heute nicht. Ach so, du bist wohl die kleine Wolff? Na setz dich mal hin.

Was hast du denn da? ADELHEID: Ick hab´ das Paket… WEHRHAHN: Na wart erst mal… Zu Wulkow: Was haben Sie denn? WULKOW: Eine Jeburt möchte’ ick anmelden. WEHRHAHN: Also standesamtlich. Die Bücher, Glasenapp. Das heißt, ich will erst das andere erledigen. Zu Frau Wolff: Was gibt es denn da mit Ihrer Tochter? Hat Krüger sie wieder mal geohrfeigt? FRAU WOLFF: Nee, soweit hat a’s woll doch nich getrieben. WEHRHAHN: Was ist denn dann los? FRAU WOLFF: Halt mit den Paket… WEHRHAHN, zu Glasenapp: Ist Motes noch immer nicht dagewesen? GLASENAPP: Bis jetzt noch nicht.

WEHRHAHN: Mir unbegreiflich! Na, Mädchen, was willst du? GLASENAPP: Es betrifft den gestohlenen Pelz, Herr Vorsteher. WEHRHAHN: Ach so. Das ist mir heute nicht möglich. Wer kann denn alles auf einmal tun!   Zu Frau Wolff: Sie kann sich mal morgen bei mir melden.“ 18         _______________________ 17 Gerhart Hauptmann, Der Biberpelz (mit neuen Materialien), Ernst Klett S. 17-18 18 Gerhart Hauptmann, a.

a.O. S. 63-34     Literaturverzeichnis     Autor Buch/Webseite Verlag Druckjahr         Gerhart Hauptmann   Der Biberpelz (mit neuen Materialien) Ernst Klett Verlag 2003         Ebelig/Birkenfeld Die Reise in die Vergangenheit Westermann 1985   Ausgabe N Band 3     Dr. Rüdiger Bernhardt https://www.gerhart-hauptmann-museen.

de Unbekannt Unbekannt                 Unbekannt https://www.wissen.de Unbekannt Unbekannt            

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