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  Griechenland

Die minoische und Die mykenische Kultur    I   Die minoische Kultur Das Ursprungsgebiet der sog. minoischen Kultur ist die Insel Kreta. Kreta ist die größte Mittelmeerinsel und wurde damals, wegen ihrer vorteilhaften Lage und dem milden Klima, auch als „Insel der Seligen“ bezeichnet. Kreta lag im Zentrum der Seeverbindungen der verschiedensten Kulturen z.B. Ägypten, Kleinasien, Griechenland und dem Westen, von denen es beeinflusst wurde, die es aber auch selbst beeinflussen konnte.

So das man vom minoischen Kreta behaupten kann, es vereinige die besten kulturellen Eigenschaften der damals bekannten Zivilisationen. Oft wird Kreta auch als das erste Glied in der Kette der europäischen Zivilisationen bezeichnet.   Auf den Oxforder Professor Sir Arthur Evans, geht die Einteilung der Fundschichten in eine frühminoische Periode 3000 bis 2100, in eine mittelminoische von 2100 bis 1580 und in eine spätminoische 1580 – 1200 zurück. Für die frühe Periode sind unbefestigte Siedlungen mit Hütten und Handwerkszeug aus Stein und Knochen, den Kennzeichen des Neolithikums noch vorherrschend. Die Bewohner Kretas sind mit den karischen Bewohnern des frühen Griechenland und des westlichen Kleinasien verwandt  An der Ost- und Nordküste entstanden aber bereits die ersten Stadtanlagen mit rechteckigen, mehrräumigen, manchmal auch mehrstöckigen Häusern aus Lehmziegeln auf Steinsockeln. Es werden bereits polierte Keramiken hergestellt, die mit Ornamenten und spiralförmigen Mustern verziert wurden.

Die Toten bestattete man in riesigen Särgen aus Ton in Rundgräbern. Ein Beispiel für den Totenkult aus dieser Epoche sind die Grabstätten von Messara, die für einige hundert Menschen bestimmt waren und aus deren Beschaffenheit einige Forscher eine Art von Clanverfassung für diese Epoche erkennen wollen. Es sind bereits Anklänge an Ägyptisches zu erkennen und die gewaltigen Kuppelbauten mögen afrikanische Vorbilder haben, genau wie die Elfenbeinstücke in den Gräbern auf einen Import aus jenem Erdteil hinweisen. In der mittelminoischen Epoche enstanden die großen Paläste in Knossos, Phaistos, Hagia Triada usw. Sie gliederten sich um einen großen Zentralhof mit einer verwirrenden Menge von Räumlichkeiten, die aus Lichthöfen beleuchtet wurden und durch Treppen miteinander in Verbindung standen, was dem ganzen einen unüberschaubaren labyrinthähnlichen Charakter verlieh. Die Paläste sind gleichzeitig Zentren der Wirtschaft: Olmühlen und Werkstätten aller Art sind ihnen angegliedert.

Sie standen auf freiem Gelände ohne Befestigung, beschützt nur durch die starke Flotte, ähnlich wie im späteren Sparta, das ebenfalls nur durch seine Phalanx geschützt wurde. Es beginnt eine aristokratisch Geprägte Epoche, die zugleich das Ende der älteren vorwiegend bäuerlichen Kultur bezeichnet. Es gab einen regen Handelsverkehr mit Ägypten und den Kykladen. Thukydides berichtet, daß Minos der erste König gewesen wäre der eine Flotte besaß. Um ihn und Kreta geht es auch in der Sage um den Minotaurus. Die von folgendem handelt: Zeus entführt in Gestalt eines Stieres die Europa, Tochter des Phoenikerkönigs Agenor.

Auf Kreta zeugte er mit ihr Minos und Rhadamanthys. Der König der Insel erzog die beiden Knaben und vererbte Minos sein Reich. Minos, von seinem Vater Zeus beraten, gab Kreta weise Gesetze und dehnte seine Herrschaft weit über die Inseln des Ägäischen Meeres aus. Eines Tages bat Minos Poseidon, er möge ihm sein Thronrecht durch ein Geschenk bestätigen, und wirklich sandte ihm der Meeresbe- herrscher einen wundervollen Stier; aber statt das Tier, wie ihm befohlen war, dem Gotte zu opfern, führte Minos ein anderes, schlechteres zum Altar. Zur Strafe für diesen Betrug wurde die Ehefrau des Minos von wilder Liebesleidenschaft zu dem Stier ergriffen. Sie ließ sich von Daedalos, einem vielgewandten attischen Künstler, der in Minos Diensten stand, das bronzerne Abbild einer Kuh anfertigen, verbarg sich darin und zeugte so mit dem Stier das menschenfressende Ungeheuer Minotaurus: einen Bastard von menschlicher Gestalt mit einem Stierkopf.

Er hauste in einem Labyrinth unter dem Palast, einem Wunderbau mit tausend Irrgärten, den Daedalus geschaffen hatte. Aus Rache, weil Daedalus Theseus geholfen hatte den Minotaurus zu töten, ließ Minos Daedalos und seinen Sohn Ikarus in diesem Labyrinth einkerkern. Daedalus baute für sich und Ikarus Flügel aus Federn und Wachs. Doch da Ikarus nicht auf die Warnungen seines Vaters hörte und zu nah an die Sonne flog, schmolz das Wachs und er stürzte in die See die von da an seinen Namen trug. Es ist jedoch unerwiesen, ob sich der Name Minos auf eine überragende Herrscherpersön- lichkeit Kretas bezieht oder nur einen Titel bezeichnet wie Pharao oder Caesar. Die Unübersichtlichkeit des Palastes von Knossos scheint den Namen Labyrinth zu recht- fertigen, was man ja durchaus als Hinweis auf den wahren Kern der alten Sage deuten könnte.


Um das Jahr 1700 kommt es zur gleichzeitigen Zerstörung der Paläste von Malia, Phaistos und Knossos. Man kann nicht ausschließen, daß es sich dabei um ein Naturereignis, wie z.B. ein Erdbeben, handeln könnte und daß die Plünderung der Schlößer eine Folge der durch die von der Katastrophe ausgelösten Wirren sein könnte. Aber immerhin bleibt ein Angriff von außen möglich, durch einen über See gekommenen, die unbefestigten Paläste leicht erobernden Feind. Ägypten wurde zu jener Zeit gerade von den Hyksos heimgesucht und so könnte man sie als Angreifer vermuten; nur sind uns diese sonst nie als Seefahrer bezeugt, und daß ein Gefäßdeckel mit dem Namen des Hyksosfürsten Chian auf Kreta gefunden ist, kann nichts besagen.

Wer aber auch immer der Angreifer war, sofern es überhaupt einen solchen gab, Spuren hat er nicht hinterlassen, sein Wirken kann nur zerstörend und von kurzer Dauer gewesen sein, denn schon kurz darauf entstanden auf den Ruinen der alten Paläste, wie der Phönix aus der Asche neue Paläste. Doch diese neuen Paläste sind prunkvoller und feiner, so greift nun allgemein eine zivilisatorische Verfeinerung um sich. Man ersetzte z.B. die bisher gebräuchlichen Bilder- schrift durch ein lineares Schriftsystem. Und aus dem lebensseligen Glück der früheren Kreter wurde jetzt eine raffinierte Genuß- und Gefallsucht.

Die Feinheit der minoischen Kultur scheint Kreta, bei aller Verbundenheit z.B. in der Religion, aus dem karischen Kulturkreis herausgehoben zu haben. Die Kreter hatten eine besonders innige Beziehung zur Natur, so sahen sie das Göttliche gern in Bäumen und Tieren, menschengestaltig nur sehr selten in Epiphanien. Von diesem griechischen Wort leitet sich auch Epiphanias her, „Das Fest der Erscheinung des Herrn“, es wird seit dem 3. Jh.

am 6. Jan. gefeiert. Ursprünglich nur als Geburtsfest Christi gefeiert, wird es heute im Volk als Fest der Hl. Drei Könige bezeichnet. Bei dem Sternsinger, als die Hl.

Drei Könige verkleidet, alle Häuser in der Gemeinde segnen. Von den menschengestaltigen Göttern ist wohl der Kult um die Große Mutter der bedeutendste. Bei den meisten Kulthandlungen hatten Frauen das Priesteramt inne. Es gibt hierzu viele Abbildungen, die Frauen bei heiligen Zeremonien oder als Zuschauer von religiösen Spielen und Wettkämpfen zeigen. Unter den Kultsymbolen nehmen Hörner und Doppeläxte einen hervorragenden Platz ein. Die Herkunft der <horns of consecration> ist ungewiß; die Doppelaxt findet sich in Kleinasien, bei den Hethitern sowie im oberen Mesopotamien als Attribut des hurritischen Gewittergottes Teschub wieder, als Symbol des Juppiter Dolichenus hat die Doppelaxt das ganze Altertum überdauert.

Das äußere Bild der kretischen Religion wird durch die Existenz zahlreicher Dämonen und Mischwesen, ähnlich denen der Hethiter, sowie durch den Säulen- und Baumkult ergänzt. Inhalt und Wesen der kretischen Religion blieben uns jedoch bis heute noch in vielen Punkten verschlossen. Nur durch die tiefe Verbundenheit mit dem Wesen der karischen Bevölkerung ist die starke Wirkung, die die minoische Kultur auf das Festland der mykenischen Epoche hatte zu erklären. Denn politischer Druck stand allem Anschein nach nicht dahinter. Das Vorhandensein einer starken staatl. Macht auf Kreta ist auch für diese Zeit weder bezeugt noch bei der Eigenart des minoischen Wesens wahrscheinlich.

Es gibt nur zwei Fälle in denen man von einer Beeinflussung durch die Kreter genau berichten kann, denn nach glaubwürdiger Überlieferung setzten sich Teile der minoischen Bevölkerung, die späteren Lykier, sich an der Südküste Kleinasiens fest, während andere, die Philister, sich nach längerem Umherschweifen an der syrischen Küste eine neue Heimat suchten. Aber diese Bewegungen gehören nicht mehr der Blütezeit Kretas an, sie sind Folgeerscheinungen einer furchtbaren Katastrophe, die um 1400 über die Insel hereinbrach. Damals wurden die Paläste von Knossos, Phaistos, Hagia Triada gewaltsam zerstört und die überreifte Kultur der Kreter sank kraftlos dahin. Von da an findet man die Kreter nicht mehr in ägyptischen Darstellungen oder Urkunden. Die neuen Herren der griechischen Halbinsel sind gekommen, haben geraubt, geplündert, verbrannt und sich schließlich in Teilen der Schlossruinen dauerhaft festgesetzt. Ihre Barttracht sehen wir von nun an an den Männern, ihre Bauten im Megarontyp erheben sich zwischen den Palasttrümmern, sie führen die mykenische Keramik des Festlandes ein.

In den Städten des Ostens dauert das minoische Leben wohl noch einige Zeit an, aber es gibt keine neuen Impulse und Schöpfungen mehr. Die kulturelle und politische Führung geht an die griechischen Eindringlinge über, die sich schon längst in Hellas zu gewaltigen Leistungen aufgeschwungen haben. Die Kultur Griechenlands seit dem 17. Jahrhundert, die wir durch die Ausgrabungen Schliemanns und Dörpfelds kennengelernt haben und die unter dem Namen mykenische Periode zusammengefasst wird, zeigt einen starken kretischen Einfluss. Jedoch vermochte dieser kulturelle Einfluß das gänzlich andere Wesen der Griechen nicht zu verändern. Die Griechen übernahmen viele kretische Techniken oder versuchten sie nachzuahmen, jedoch sollten sie nie an die Feinheit der Originale herankommen.

Sie haben immer ihre kriegerischen Traditionen gepflegt, was besonders beeindruckend in ihren monumentalen Festungsbauten zum Ausdruck kommt. Wie in Kreta ursprünglich ein nichtindogermanisches Volk saß, so war auch Griechenland in der Urzeit von Nichtgriechen besiedelt. Um die Wende des 3. Jahrtausend zogen griechische Stämme zunächst als dünne Herrenschicht in die Halbinsel und unterwarfen sich die Urbevölkerung. An dieser ersten Welle dürften zwei große Stämme beteiligt gewesen sein, die Jonier, die sich im Golf von Ägina festsetzten, und die Achaier und Aeolier, untereinander stammesverwandt, die den von den Joniern besetzten Raum umklammerten. Die Griechen haben in den neuen Gebieten ihre Eroberung gefestigt und Staaten geschaffen, die sie durch mächtige Zwingburgen sicherten.

Die großen Völkerwanderungen, die von 3000 an den Ägäisraum in ständiger Gärung hielten, scheinen zu Beginn der mykenischen Kulturperiode etwas zum Stillstand gekommen zu sein. Die mykenische Kulturperiode setzt auf dem Festland entscheidend um 1600 ein. Sie hat ihren Namen nach der Stadt Mykenä in der Landschaft Argolis. Diese Festung lag auf einem steilen Hügel in einer öden, vegetationsarmen Ebene, die Homer das durstige, rossenährende Argos nennt, 25 km vom Meer entfernt, Mykenä, der Sage nach eine Gründung des Zeussohnes Perseus, war später Sitz der Pelopiden, unter denen Agamemnon als König besonders hervorstrahlt, weil er als erster die Griechenstämme zum Kampf gegen Troja (oder auch Ilios, das hieße die sechste), einte. In diesem Zusammenhang werden auch wieder die von Kreta ausgewanderten Lykier erwähnt, die auffallende Stellung, welche Homer ihnen aufseiten der Trojaner gibt, könnte ein Reflex von Kämpfen zwischen ihnen und den Achaiern sein. Diese drangen an die Küsten Kleinasiens auf der Suche nach Lebensraum.

Weiter im Süden, zum Argolischen Meerbusen hinausgeschoben, stand Tiryns, die wehrhafte Stadt der Heraklesahnen. Ihre Burg ist bis heute die besterhaltene aller alten Stadtfestungen. Da die Anlagen in mykenischer Zeit so ziemlich überall die gleichen waren, ist sie ein charakteristisches Beispiel auch für andere Burgen. Gleich rechts am Eingang der Burg von Tiryns stand der Zeusaltar mit einer Opfergrube davor. Dieser Altar ist die einzige Weihestätte der Festungsanlage. Nirgends, weder hier noch in anderen Palästen, konnten ebenso wie auf Kreta Grundmauern eines Tempels aufgedeckt werden.

Der bildlose Kult kannte keine Gotteshäuser, nur Altäre im Freien oder höchstens Kapellen innerhalb der Wohnbauten.  Während sich die kretische Gesellschaft und ihre Bauten dem Reiz des Augenblicks hinzugeben scheinen, errichten die Hellen ihre Bauten für die Ewigkeit: gewaltige Steinmauern mit polygonalem Mauerwerk türmen sich zu Bergen, sorgfältig geschützte Toranlagen, durch Mauervorsprünge gedeckt, zeugen von dem wehrhaften Geist der Herrengeschlechter. Im Mittelpunkt der Burg erhebt sich der Palast mit der großen repräsentativen Halle, für deren Rechteckform das Hauptgemach, das Megaron mit dem wärmenden Herd im Mittelpunkt, bestimmend ist. Im Megaron hält der Burgherr mit seinen Vasallen das gemeinsame Mahl. Diese Rechteckform hatten die Griechen aus ihrer nördlichen Heimat mitgebracht und an die Stelle des früheren vorindogermanischen Rundbaues gesetzt. Dieser Grundriß wurde typisch für alle späteren Haus- und Tempelbauten Griechenlands.

Im Anklang an ihr Wort megas = groß, nannten sie diese Großräume Megaron. Die Wände des Megarons waren wie in Kreta mit Fresken verziert. Besonders bekannt ist ein Stuckgemälde, das ein Mädchen im Sprung über einen Stier darstellt. Die Burgen zeigen den Bauwillen einer sich aus dem Zwang steter Kampfbereitschaft rasch entwickelnder Befestigungskunst, die die Fürstengeschlechter vor fremden Angriffen und vor aufständischen Vasallen schützen sollten. Doch die Riesenmauern weisen auf ein hartes Los der sich schutzsuchend um die Burg kauernden Untertanen hin, die als Frondienst und in steter persönlicher Unsicherheit die gewaltigen Bauarbeiten zu leisten hatten. Von der gleichen monumentalen Wirkung wie die Festungen sind die Gräber der mykenischen Herrscher.

Am besten sind diese in Mykenä erhalten, wo man auch das berühmte Löwentor und das „Schatzhaus des Atreus“, das wohl schönste Kuppelgrab,     findet. Die Bezeichnung des Kuppelgrabes als Schatzhaus stammt aus späterer griech. Zeit   in der man von der ursprünglichen Bedeutung keine Kenntnis mehr hatte. In den Gräbern wurde eine geradezu märchenhafte Fülle von Beigaben, von goldenem Schmuck und prachtvollen Waffen gefunden. Einige der Toten trugen goldene Gesichtsmasken, was man heute als den ersten Porträtversuch auf europäischen Boden ansehen könnte. Die Frage nach dem staatlichen Aufbau Griechenlands in mykenischer Zeit ist oft gestellt und sehr verschieden beantwortet worden.

Sicher ist wohl nur soviel, daß es zum Zusammenschluß größerer Gebiete allein in der Argolis und in Böotien gekommen sein kann. In der Argolis scheint Mykene, dessen Stellung zu Tiryns freilich ein Rätsel aufgibt, zeitenlang eine Hegemoniestellung innegehabt zu haben, während in Böotien die Herren der riesigen Burg von Gha (Gla) im späteren Kopaissee eine führende Rolle gespielt haben. Die Ritter der umliegenden Burgen mögen als Vasallen die Oberhoheit dieser Fürsten anerkannt haben. Die Einigung von Teilen der Argolis und der böotischen Landschaft ist wohl nur durch bitteren Zwang möglich gewesen. Die Auswirkung zeigt sich in der Schaffung eines ausgedehnten Straßensystems in der Argolis sowie in der Entwässerung des Kopaisgebiets durch die sog. <Deichbauten der Minyer>.

Diese Werke konnte nur eine straffe Zentralgewalt planen und durchführen. Man brauchte für die Bauten eine große Zahl ausländischer Sklaven, die man auf Kriegs- und Raubzügen aus der Fremde holte, und nicht minder zahlreiche einheimische Fronarbeiter. Diese Leistungen können sich den großen Schöpfungen des Alten Orients, den Pyramiden und Zikkuraten, ebenbürtig an die Seite stellen. Zwischen diesen beiden großen Volkskomplexen liegt in eigenartiger Unbestimmtheit Attkika samt Euboia, das Isthmosgebiet und die später Achaia genannte Nordlandschaft der Peloponnes. Es ist der Bezirk des  i o n i s c h e n  Stammes. In seinem Bereich finden sich zwar ebenfalls Kuppelgräber und mykenische Burgen, vor allem diejenige auf der Akropolis von Athen, deren Megaron noch zu ahnen, deren Umfassungsmauer, das Pelargikon, großenteils noch sichtbar ist, aber das Fehlen von einzelnen Stammesnammen in dem von der Natur durchaus nicht einheitlichen Gebiet auf das Vorhandensein einer geschlossenen Einheit deutet.

Diese seltsame Isoliertheit der Ioner mag in die Zeit der Einwanderung oder noch weiter zurückreichen, denn auch die ältesten Gemeinschaftsformen, die Geschlechtsverbände der Phylen, scheinen, mindestens in der Vierzahl, unter den mykenischen Griechen nur ihnen eigen gewesen zu sein. Die Überlegenheit der mykenischen Griechen über ihre Gegner beruhte auf der Existenz eines Standes adliger Einzelkämpfer, die auf dem Streitwagen in den Kampf zogen. Gedeckt von einem riesigem Turmschild, bewaffnet mit Speer und Kurzschwert, trat der Recke zu Fuß dem Feind entgegen. Dem Kämpfer zur Seite standen die <Gefährten>, die Gefolgsleute, die sich auch zu dem gemeinsamen Mahle im Hause des Lehnsherren versammelten, der seine Ehre dareinsetzte, sie zu bewirten und ihnen den gebührenden Anteil an der Beute zu geben. In großen Fehden verbanden sich mehrere Fürsten, indem sie einen der ihren als Hegemon anerkannten und sich ihm auf Grund feierlicher Eide zur Gefolgschaft verpflichteten. War die Fehde zu Ende, so zerfiel die Waffengemeinschaft, wie sie entstanden war.

Während der ersten Hälfte des 2. Jahrtausends v.Chr. beherrschten die Minoer unbestritten die See, die Ägäis und das ganze östliche Mittelmeer. Minoische Stützpunkte finden sich auf zahlreichen Inseln (auf Ägina, Thera, Melos, vielleicht auch auf  Samos). Mit dem Auftreten der mykenischen Griechen auf dem Meere verändert sich allmählich das Bild.

Von dem Erfolg ihrer Raubzüge auf See zeugen die reichen Schätze der Schacht- und Kuppelgräber. Den Höhepunkt erreicht die mykenische Seeherrschaft jedoch erst nach dem Feldzug gegen Kreta der um 1400 v.Chr. mit der Vernichtung der bedeutendsten kretischen Städte endet, doch sie ist nur von kurzer Dauer gewesen: denn durch die Auswirkungen der großen Ägäischen Wanderung ist im 12. Jahrhundert v.Chr.

eine völlig neue Mächtegruppierung entstanden. Um das 14. und 13. Jahrhundert beginnt die entscheidende Ausbreitung der Mykenäer. Die Aioler und die Achaier stoßen im Süden durch die Ägäis nach Kleinasien vor, wobei Kreta und die Kykladen eine Art natürliche Brücke für sie bilden. Zuerst setzte sie sich auf den Inseln, wie z.

B. Rhodos und Zypern, fest. Während die Aioler und Achaier weit nach Osten ausgriffen, so stand der Zwischenstamm der Ioner ihnen an kolonisatorischer Kraft in nichts nach. Über die mittleren und nördlichen Kykladen, die wohl früh von ihnen besiedelt worden waren, zogen seine Kolonistenscharen an die Mitte der kleinasiatischen Westküste. Sie brachten ihre Götter (Poseidon, Zeus, Apollon..

.) und ihre Einteilung in die Geschlechterverbände der vier Phylen mit. Außerdem gaben sie den Städten und Ländereien Namen aus ihrer alten Heimat, wie z.B. auf Rhodos der Name der Burg von Ialysos, Achaia, an die Zeit der achäischen Expansion erinnert. Denn Achäer ist sicher ein Gesamtname für die Griechen der mykenischen Zeit.

Doch standen in diesem Gebiet die mykenischen Griechen starken heimischen Kräften gegenüber. Aus dem Neben- und Durcheinander ist, da das griechische Element nicht die Oberhand gewann, eine unfruchtbare, in ihren künstlerischen Erzeugnissen fast abstoßende Mischkultur entstanden. Im Gegensatz zu Kreta bedeutet die Frau in Mykene im öffentlichen Leben nichts, wenn auch der den Frauen ins Grab mitgegebene Schmuck wahrscheinlich macht, daß sie Anteil an der fürstlichen Repräsentation hatten. Der Unterschied zwischen kretischer und mykenischer Kunst tritt am stärksten in der Architektur hervor. Hat der Kreter im freien Schweifen und üppigen Schwärmen um einen Binnenhof eine labyrinthische Vielheit systemlos aneinandergefügter, leicht gebauter Räume herumgelegt, so zwingt den Achaier die enge der Hügelkuppe und die Forderung zur Wehrhaftigkeit zu planvollen, zyklopischen Bauen. Als klar erkennbarer Mittelpunkt der mykenischen Bauten hebt sich das Megaron heraus und ordnet die übrigen Gebäude in logischer Tektonik um sich.

Man vermutet das kretische Künstler auch auf dem Festland gebaut haben, aber sie hatten dabei die griechischen Eigenarten zu berücksichtigen. Unsere Kenntnis von den Grundzügen des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens der mykenischen Zeit beruht, abgesehen von den Monumenten, in erster Linie auf der unter Homers Namen überlieferten Ilias und auf der Odyssee. M. P. Nilsson (Homer and Mycenae 1933) ist es unter anderem geglückt nachzuweisen, daß die griechische Heldensage ihre Wurzeln in der mykenischen Epoche hat, ebenso ist eine Anzahl von Elementen bei Homer mykenisch, wenn diese auch in der Dichtung vielfach mit jüngerem Gut zu einer inneren Einheit verschmolzen sind. „Die mykenische Religion ist die Mutter der griechischen Religion, gleichwie das mykenische Volk der Vorvater der geschichtlichen Griechen ist“(Nilsson).

Ab dem 12. Jahrhundert scheint sich ein dichter Schleier über Griechenland zu legen. Kein Fund zeugt von dem was in Hellas zwischen 1200 und 1000 geschah. Außer das zu Beginn des 12. Jahrhunderts neue hellenische Stämme aus der Gegend von Epirus aufbrachen. Die Dorische Wanderung hatte begonnen.

Die Burgen gerieten in Vergessenheit, es finden sich an ihnen jedoch keine Spuren einer gewaltsamen Zerstörung aus jenem schweigenden Zeitabschnitt. Schweigend ist diese Epoche vor allem deshalb, weil aus ihr auch keine Funde von schriftlichen Aufzeichnungen gibt. „Völker verrauchen, Namen verklingen, finst`re Vergessenheit breitet die dunkelnachtenden Schwingen über ganzen Geschlechtern aus.“   Quellen: HELLAS  Land und Volk der alten Griechen  von Emil Nack Wilhelm Wägner: Griechische Geschichte von Helmut Berve Götter und Helden der Griechen von Eckart Peterich Kultur Geschichte Europas Westermann Verlag

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