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  Lawinen

1. Entstehung von Lawinen       Definition     Unter einer Lawine sind Schneemassen zu verstehen, die bei raschem Absturz auf steilen Hängen infolge der Bewegungsenergie oder der von ihnen verursachetn Luftdruckwelle oder durch ihre Ablagerungen Gefahren und Schäden verursachen können. Als Lawine bezeichnet man den gesamten Bewegungsvorgang, beginnend mit dem Anbruch des abgelagerten Schnees im Anbruchgebiet. Durch die vorgegebene Geländeform bestimmt, bewegt sich der Schnee in der Sturzbahn zu Tal, in der im allgemeinen kein Lawinenschnee liegen bleibt. Erst wenn die Sturzbahn auf längere Strecke hin ausreichends flach (20°-10°) wird, spricht man von der Auslaufstrecke der Lawine. Hier verringert sich die Bewegung bis zum Stillstand und der Lawinenschnee bleibt im Ablagerunsgebiet liegen.

      Entstehung von Lawinen     Für die Entstehung von Lawinen ist die Wetterlage sehr entscheidend. Lawinengefahr entsteht aus Wechselwirkung von mehreren natürlichen Faktoren wie Neuschneemenge, Wind, Schneedeckenaufbau, Topografie und Temperatur. Für die Beurteilung der Lawinengefahr ist die Beobachtung der Wetterlage also unentbehrlich. Die kurzfristige aber auch langfristige Witterung beeinflusst den Aufbau der Schneedecke und somit die Disposition von Lawinenniedergängen enorm. Topografie: Neigungen zwischen 25° und 50° gelten als besonders kritisch. Unter 25° entwickeln sich unterhalb der Schneedecke nur schwache Zug- und Scherkräfte, die in der Regel keine Lawinen ins Rollen bringen.

Jedoch gibt es auch Außnahmen und zwar dann, wenn die Unterlage verharschter Schnee, glatter Fels oder eine Wiese mit langem Gras ist. Dann reichen schon 20° für den Abgang der Lawine aus. Mehr als 50° steile Hanglagen verhindern meist die Ansammlung größerer Schneemassen. Der typische Lawinenhang ist steil, schattig, kammnah und trägt eine mächtige Neuschneeschicht und liegt auf der windabgewandten Seite. Neuschnee und Wind: Große Mengen Neuschnee bedeuten gleichzietig allerhöchste Lawinengefahr. Besonders kritisch ist immer der erste schöne Taf nach einer Sclechtwetterperiode.

Wind sorgt meist für zusätzliche Scheeablagerungen in Windschattenhängen. Dort erden schon aus 10 bis 20 cm Neuschnee schnell 50cm mehr, was zu einer beträchtlichen Steigerung der Schneebrettgefahr führt. Wird das Gewicht für die schwächste der darunter liegenden Schneeschichten zu groß, bricht sie zusammen und wird für alles was auf ihr liegt zur Rutschbahn. Schneedecke: Eine Schneedecke setzt sich aus vielen Schichten unterschiedlicher Stabilität zusammen, weil sich durch Druck und Temperatur ihre Struktur und damit ihre Festigkeit verändert haben. In manchen Altschneeschichten haben Schneekristalle eine körnerartige Form angenommen. Eine solche Schicht ist den gewaltigen Scherkräften am wenigsten gewachsen, die durch das Gewicht der Scheedecke entstehen.

Sie sind die Schwachstelle und schon das Gewicht eines Skifahrers kann sie zusammenbrechen lassen und die Lawine ins Rollen bringen. Risse in der Scheedecke oder dumpfe "Wumm"-Geräusche sind sichere Zeichen für eine ganz besonders gefährliche Situation. Geringe Schneehöhen bedeuten allerdings auch keine geringe Lawinengefahr. Temperatur: Tiefe Temperaturen nach Schneefällen können di Verfetigung der Schneedecke verzögern, dadurch besteht die Lawinengefahr über längere Zeit weiter. Steigende Temperaturen vermindern die Festigkeit der Schneedecke und erhöhen kurzfristig die Lawinengefahr, langfristig fördern sie aber die Verfestigung der Schneedecke, was meistens nach einiger zeit die Abnhame der Lawinengefahr bedeutet. Im Frühjahr erhöht sich die Lawinengefahr im Verlaufe des Tages mit zunehmender Erwärmung und Sonneneinstrahlund, weil der Schnee schwer und nass wird.

Schneewächten: An ausgeprägten Graten und Kämmen formt der Wind den Schnee zu Wächten, und unterhalb der Wächte im Lee bildet sich ein Wächtenkeil. An der Luvseite (Zunahme der Windgeschwindigkeit) wird der Schnee wegtransportiert und an der Leeseite (Abnahme der Windgeschwindigkeit) abgelagert. Wächten können bis zu 15 m über den Gratrücken hinaus hängen. Ihre Form wird durch den Grat und die Steilheit der Leeseite bestimmt. Im allgemeinen besitzen Wächten hohe Festigkeiten, können aber in der Bildungsphase während eines Schneesturms oder bei starker Erwärmung auch abbrechen und zur Lawinenauslösung im darunterliegenden Hang führen.   Lawinen werden nach verschiedenen äußeren Merkmalen eingetilt,wie Form des Anrisses, Lage der Gleitfläche und Form der Bewegung.

Die Verlaufbahn einer Lawine nennt man Lawinenzug. Sie besteht aus drei Abschnitten, dem Anrissgebiet, der Sturzbahn und dem Auslaufgebiet. Es kann sich die gesamte Schneedecke bewegen oder auch nur doe obere Schneeschicht. Bei einer Schneedicke von über 2m kann eine Lawine ein Volumen von mehreren hunderttausend Kubikmetern aufweisen. Je nach Typ erreicht eine Lawine eine Geschwindigkeit von 10 bis 300 km/h und einen Druck von 1000t/m². Geschwindigkeit und Druck zerstören alles, was sich ihnen in den Weg stellt.


      1.3 Lawinnenarten     Eislawinen: Diese Lawinen bestehen aus Eismassen. Diese Form von Lawinen gibt es nur in höheren Gebirgen. Sie entstehen, wenn von einem Gletscher Teile abbrechen oder der Gletscher abrutscht, da er entweder von der Sonne aufgewärmt wurde oder über einem Hang sich befindet. Die Eismassen können aus kleinen Stücken aber auch aus riesigen Fragmenten bestehen. Eislawinen können nur schlecht vorhergesehen werden, da sich der Gletscher Tag und Nacht bewegt.

  Lawinen aus lockerem Schnee: Diese Lawinen haben nur eine geringe Masse. Aber sie rasen von Hügeln von 50 Grad herunter und die Geschwindigkeit macht sie so gefährlich. Aus diesen Lawinen können Staublawinen werden, wenn die Masse groß genug ist.     Lawinen aus trockenem/nassen Schnee: Die Lawinen aus trockenem Schnee werden meistens von Skifahrern ausgelöst. Die Lawinen aus nassem Schnee entstehen, wenn die Schneemassen sich durch die Sonne erwärmen und dann abrutschen.   Die Lawinentypen werden wie folgt definiert: 1.

Typ der Abbruches: Schneebrett: Die Charakteristik der Schneebrettlawine besteht in einem gleichzeitigen Abgleiten einer flächigen Schneetafel (Schneebrett) unter Bildung eines zur Hangneigung rechtwinkeligen Anriß. Es müssen einerseits festere Schneeschichten vorhanden sein, die Kräfte übertragen können, andererseits muß aber unterhalb eine Schwachschicht (z.B.: Harsch, eingeschneiter Oberflächenreif, Schwimmschnee) liegen, die nicht in der Lage ist, der oberhalb liegenden Schneeschicht über ausreichend große Reibungskräfte auf die unterhalb liegende Schneeschicht zu übertragen, damit sich hier die Schneetafel lösen kann. Der Bruch beginnt meist in einer kleinen Fläche oder an einem Punkt. Dann setzt sich der Bruch nach allen Seiten fort, bis das ganze Schneebrett losgelöst ist und abzugleiten beginnt.

Schon nach kurzer Wegstrecke (20 bis 40 m) können große Geschwindigkeiten (bis zu 150 km/h)erreicht werden. Jeder Schneebrettbruch ist letztlich das Ergebnis eines Konkurrenzkampfes zwischen Spannungen und Festigkeiten. Solange die Festigkeit größer ist als die Spannung in der Schneedecke, herrscht Stabilität. Die Anbruchflächen von Schneebrettlawinen liegen zwischen wenigen Quadratmetern bis über 10.000 m², die Anrißhöhen zwischen wenigen Zentimetern und einigen Metern. Die Schneebrettlawine stellt die heimtückischste Gefahr für den Skifahrer dar.

Es ist nachgewiesen, daß annähernd 95% der Lawinen, in welche Skifahrer ums Leben kamen, von diesen selbst ausgelöst wurden.   Lockerschneelawine: Die Lockerschneelawine entwickelt sich von einem Punkt an der Schneeoberfläche aus und im Laufe der Bewegung gewinnt sie an Breite und Tiefe. Diese Art von Lawine setzt einen labilen Zustand der oberflächigen Schneeschicht voraus. Durch einen kleinen Anstoß oder von selbst gerät eine Schneeteilchen in Bewegung, stößt hangabwärts weitere Schneeteilchen an, die sich der Bewegung anschließen und diese weitergeben. Die Lockerschneelawine entwickelt sich langsamer (Fließgeschwindigkeit bis zu 70 km/h) als das Schneebrett. Da sie meist nur eine dünnere Schicht umfaßt, ist sie verhältnismäßig harmloser.

Lockerschneelawinen entstehen von selbst hauptsächlich an steilen Hängen über 40° bis 60°. Bevorzugt beginnen sie unter Felsgelände durch herabfallenden Schnee. 2. Gleitfläche: Oberlawine: Im Gegensatz zu der Bodenlawine gleitet diese Lawinenart auf einer Schneeschicht hinunter, d.h. bei der Oberlawine rutscht nur eine Schneeschicht ab.

Bodenlawine: Bei der Bodenlawine rutscht die gesamte auf dem Grund aufliegende Schneemasse ab.   3. Feuchtzustand:   Trockenschneelawine: Die Trockenschneelawine ist das Gegenteil von der Nassschneelawine. Bei ihr befindet sich der Schnee im trockenem Zustand. Viele Lawinenopfer sterben in trockenen Lawinen. Auch die grossen Tallawinen, die Siedlungen gefährden und zerstören können, sind meistens trockene Lawinen oder zumindest so angebrochen.

Nassschneelawine: Bei der Nassschneelawine ist die Schneemasse feucht, nass. Die nassen Lawinen entstehen nach Erwärmung der Schneeoberfläche. Das Schmelzwasser durchnässt den Schnee, die Bindung der Körner wird gelöst. Der fliessende, matschige Schnee bewegt sich nur langsam talwärts, wird aber nach dem Stillstand sehr hart.   4. Form der Bahn: flächiger Abgang: Flächenlawine kanalartiger Abgang: Runsenlawine     5.

Bewegungsart:   Staublawinen: Diese trockene Lawine bricht meist als Schneebrett-, Lockerschnee- oder Eislawine los und entwickelt eine enorme Zerstörungskraft. Sie besteht aus einem feinen Schnee- Luft- Gemisch mit hohem Luftdruck und wird bis zu 350km/h schnell. Das Gemisch von Schnee und Luft presst sich gewaltsam in die Lingen und führt zum Erstickungtod. Staublawinen sind heute noch nicht genau berechenbar.   Fließlawine: Fließlawinen sind ziemlich genau berechenbar, da sie meist bei Tauwetter losbrechen, da der Schnee dann weich und matschig wird und seine Haftung verliert. Es fließt dann ein gewaltiger Strom den Berg hinunter.

Diese Lawinen haben ein großes Einzugsgebiet,da sich Lawinenzüge vereinen und sich gemeinsam ihrem Weg ins Tal bahnen. Eine Fließschneelawine ist mehrere Kilometer lang, hat einen Druck von über 100t/m² und hat eine Geschwindigkeit von 70km/h – 150km/h. Im Auslaufgebiet hinterlässt sie einen Lawinenkegel von bis zu 30m Höhe.   Weitere Lawinenarten: Tallawine: Wenn die Lawine bis ins Tal hinunter geht, dann nennt man sie Tallawine.   Hanglawine: Wenn die Lawine schon am Hangfuss zum Stillstand kommt und nicht mehr weiter fliesst, dann nennt man sie Hanglawine.                                 Lawinenschutz     Die eigentlichen Anfänge von Maßnahmen gegen Lawinen gehen in die Zeit der Besiedlung der Alpentäler zurück.

Die mit den Gefahren vertrauten Gebirgsbewohner wählten für ihr Anwesen anfangs sichere Standorte, doch führte das starke Anwachsen der Bevölkerung in den letzten Jahrhunderten dazu, dass in Tal- und Hanglagen weitere Siedlungen entstanden sind. Um die größere Bevölkerungszahl ernähren zu können, waren Erhöhungen der Viehbestandes und eine Erweiterung der landwirtschaftlichen Produktionsfläche – insbesondere durch Waldrodung in Höhenlagen und die Schaffung weitflächiger Alm- und Weidegebiete – eine Existenznotwenidigkeit. Es trat damit eine Ausweitung der Anrissgebite von Lawinen ein. Durch die Erweiterung der Siedlungsraumes gelangen immer mehr Gebäude in den Gefahrenbereich von Lawinen. Beispiel: In den letzten 50 Jahren wurden in der Schweiz für 1,5 Milliarden Franken Lawinenverbauungen erstellt und für über eine Milliarde Franken Wald aufgeforstet. Der Erfolg ist nicht ausgeblieben.

So starben 1951 beim Jahrhundertwinter, der gut vergleichbar ist mit dem Lawinenwinter 1999, 98 Menschen in den Schneemassen. 1999 waren es "nur" noch 17, obwohl heute die Besiedlung der Bergregionen deutlich dichter ist und der Tourismus seit dieser Zeit massiv zugenommen hat.   Permanenter Lawinenschutz: Unter permanentem Lawinenschutz versteht man dauerhaft wirksame technische, forstliche und raumplanerische Maßnahmen gegen Lawinen. 2.1 Technische Maßnahmen: Stützverbauung: Die Stützverbauung im Anbruchgebiet hat die Aufgabe das Anbrechen von Lawinen zu verhindern und Schneerutsche (deren Entstehung nicht unterbunden werden kann) auf ein unschädliches Maß zu verringern. Die Stützverbauung wirkt dadurch, dass die gleitende Schneedecke die nahezu senkrechten, im Boden verankerten Hindernisse nicht oder mit geringerer Geschwindigkeit überqueren kann.

Dadruch entstehen Stauzonen durch die sich der Schnee "staplet" und hangparallele Druckspannungen enstehen, die von der Stützfläche aufgenommen werden. Bei Anbrüchen verhindert die Stützverbauung das Mitreißen der Altschneedecke und beschränkt flächenmäßig das Gebiet, über welches sich Scherrisse fortpflanzen können.Durch die Bremswirkung der Werke wird die Geschwindigkeit– die für die Schadenwirkung sehr wichtig ist – in Schranken aufgehalten. Es gibt verschiedene Arten von Stützverbauung. Die Erd- und Mauerterrassen sind massive Bauwerke, die über 10m hoch sind. Sie sind heutzutage kaum noch gebräuchlich, da es an den Mauerflanken zu Anrissmöglichkeiten für Lawinen kommen könnten und die Baukosten sehr hoch sind.

Gegliederte Werke sind Schneerechen oder Schneebrücken, die meist aus Stahl, Aluminium oder Stahlbeton errichtet werden. Am besten haben sich die Stahl-Schneebrücken bewährt Schneebetzte werden aus Drahtseilen erstellt, die auf Rohrstützen ruhen, die im Boden verankert sind. Ein Stützwerk für 4m Schneehöhe kann eine Belastung – je nach Exposition und Badenrauhigkeit- von 100kN/m tragen. Stützverbauungen dienen vor allem dem Schutz der Siedlungen und sind die erfolgreichsten Lawinenschützer, die allerdings auch sehr teuer sind. Verwehungsbauten: Durch entsprechende Bauten kann die Lawinenbildung durch Windverhältnisse und Schneeverteilung an bestimmten Orten kleinflächig beeinflusst werden. Solche Verwehungsbauten sind vor allem Schneezäune aus Holz oder Eisen, die an windexponierten Stellen augestellt werden um die Wingeschwindigkeit und die Verwirbelung zu minimieren.

Dadurch wird an der windabgewanten Seite der Zäune eine verstärkte Schneeablagerung erreicht, bevor dieser das Lawinenanbruchgebiet erreicht. Voraussetzung für die Verwehungsbauten sind ein geeignetes Gelände (am besten sind flache Rücken oberhalb eines Lawinenhangs) und eine bekannte Hauptwindrichtung. Wächtebildung kann durch das Aufstellen von Winddrüsen und Kolktafeln an Geländekanten und Graten verhindert werden. Diese bewirken durch einen winbeschleunigenden Effekt eine Weiterverfrachtung des Schnees in den Leehang, wodurch die Bildung von Wächten unmittelbar an der Geländekante verhindert wird. Ablenk- und Bremsverbau: Gegen eine Lawine, die sich im Entstehungsgebiet nicht verhindern lässt, können in ihrer Sturzbahn oder in ihrem Auslaufbereich Ablenkbauwerke errichtet werden. Dies können Ablenkdämme oder Spaltkeile zum Ableiten oder Teilen der Lawine sein.

Um eine Lawine über ein Gebäude hinwegzuleiten, wird ein Ebenhöh errichtet. Die Dachkonstruktion des Objekts ist auf die Lawinenkräfte zu bemessen und zur Aufnahme der Schubkräfte in der verstärkten Rückwand des Gebäudes zu verankern. Um eine Lawine über einen Verkehrsweg zu leiten, wird dieser mit einer Lawinengalerie überdacht. Straßen können auch durch eine lawinensichere Rohrbrücke geführt werden. Ist im Verlauf der Sturzbahn oder der Auslaufbahn eine geeignete Flachstrecke vorhanden, kann dort durch eine Bremsverbauung (Feld von Bremskugeln, Bremskeilen oder bremshöckern) bzw. einem Auffangdamm der Fließanteil vorzeitig zur Ablagerung gebracht werden.

Forstliche Maßnahmen:   Der Bergwald übernimmt die erstrangige Aufnahme des Lawinenschutzes. Ein artenreicher und dichter Bergwald mit großer Biodiversität ist die Grundlage eines funktionierenden Waldes, das so ein stabiles Ökosystem besteht, das gegen Störungen (z.B. Schädlinge, Trockenheit) resistent ist. Ein Teil des Neuschnees verdunstet bereits vom Kronendach, so dass der Schnee auch verzögert auf den Boden trifft und im Vergleich zu einer Freifläche weitaus geringe Schneemengen auf dem Boden lagern,wodurch er wesentlich kompakter wirkt. Der Bergwald übernimmt außerdem die Funktion des Windschutzes, so dass es zu geringeren Schneeansammlungen kommt und somit das Lawinenrisko durchaus geringer ist.

Durch ein ausgegleichendes Waldklima herrschen auch geringe Temepraturunterscheide und es kommt zu keinen Extrem-Temperaturen, wordurch dann ein geringeres Risiko für eine labile Schneedecke besteht. Durch einen dichten Baumbestand wird außerdem das Abreißen einer Schneedecke verhindert.   2.3 Raumplanerische Maßnahmen:   Im Lawinenkataster werden Schadenslawinen genau nach ihrem Anbruchgebiet, ihrer Sturzbahn, ihrem Ablagerungsgebiete und nach der Häufigkeit erfasst. Lawinen, die jährlich oder sogar mehrmals jährich auftreten erhalten die Farbe Rot. Lawinen, die innerhalb von 20 Jahren wieder auftreten, erhalten die Farbe Blau und Lawinen, die noch seltener auftreten werden mit gelb markiert.

Es wurde festgelegt, welche Waldflächen, Siedlungs- und Verkehrsräume von den einzelnen Lawinen gefärdet ist und außerdem welche Anbruchsgebiete z.B. nur Aufforstung saniert werden können und somit Lawinen verhindert werden können. Durch den verstärkten Tourismus in den Alpen werden die Siedlungen immer größer und somit stoßen sie auch in die Lawinen-Gefahr-Gebiete vor. Aus diesem Grund traten in den 70er Jahren das Raumordnungsgesetz und das Land- und Forstgesetz in Kraft. Es werden Gefahrenzonepläne mit Hilfe des Lawinenkatasters und Luftaufnahmen, die Schneehöhen und Geländebeschaffenheit zeigen, erstellt.

Die Gefahrenzonen sind unterteilt ind die rote und gelbe Zone. In der roten Zone sind Neubauten unzulässig, da sie von Lawinen derart gefährtet ist und die Lawinen immer hohen Schaden verursachen würden. In der gelben Zone werden alle Siedluns- und Verkehrsbereiche durch die Lawinengefahr beeinträchtigt und können unter bestimmten Auflagen bebaut werden.   2.4 Temporärer Lawinenschutz   Unter temporären Lawinenschutz versteht man Maßnahmen, die kurzfristig auf Zeit, Ort und Ausmaß der Lawinengefahr abgestimmt, durchgeführt werden. Die Beurteilung der Lage obliegt der Lawinenkommission vor Ort und dem jeweiligen Lawinenwarndienst.

Temporäre Lawinenschutzmaßnahmen sind Warnung, Sperre, Evakuierung und künstliche Lawinenauslösung.   Lawinenwarndienste:   In den meisten erschlossenen Berggebiten unserer Erde gibt es heute Lawinenwarndienste. Ihre ursprüngliche Aufgabe war zunächst das Betreuen von Skitourenfahrer. Heute sind diese Dienste für den örtlichen Lawinenschutz verantwortlich. Für jede Region gibt es Lawinenkommissionen, die für alle Verantwortungsbereiche zuständig sind. Meist führt der Bürgermeister hier den Vorsitz.

Lawinenwarndienste veröffentlichen regelmäßig Lageberichte mit dem Ziel Skifahrer und Bergsteiger über die Lawinensituation zu informieren sowie den örtlichen Verantwortlichen eine Beurteilungsgrundlage zu bieten. Der Lagebericht stellt dir derzeitige sowie auch die mögliche Lawinenerntwicklung der nächsten Tage dar. Er beeinhaltet wetterbedingte Einflüsse auf die Schneedecke (Neuschnee, Wind, Temperatur, Sonneneinstrahlung), Schneedeckenaufbau, die Gefahrenstufen für Tallagen und höher gelegende Verkehrswege und genau Angaben für die Gefahr in bestimmten Bereichen. Im Frühjahr 1993 haben sich die Lawinenwarndienste der Aplenländer auf eine gemeinsam Europäische Lawinengefahrenskala mit fünf Stufen geeinigt. Die Abstufung erfolgt nach der Schneedeckenstabilität und der Auslöswahrscheinlichkeit. Durch automatische Wetterstationen und EDV-Anwendungen werden die Lawinenwarndienste unterstützt Im erschlossenen Skigebiet gibt es Lawinenwarnleuchten, die Skifahrer ausdrücklich vor großer Gefahr warnen.

    Sperrung: Sperrmaßnahmen sind überall dort erforderlich, wo Lawinengefahr für Verkehrsflächen auftritt. Die Sperrung von Straßen wird in der Regel mit abschließbaren Schranken vorgenommen und sind mit einer Fahrverbotstafel versehen.   Evakuierung: Eine Evakuierung wird notwendig wenn eine Bedrohung für einzelne Häuser oder sogar Ortsteile durch Lawinen auftritt. Da die Evakuierund eine sehr einschneidene Maßnahme ist, sollte sie dort rechtzeitug vorbereitet werden, wo die Bedrohung wiederholt auftreten kann. Der Gefahrenzonenplan, der in den meisten Gemeinden aufliegtm stellt eine wertvolle Hilfe da um gefährdete Objekte zu erkennen.   Künstliche Lawinenauslösung: Die künstliche Lawinenauslösung wird verwendet um Schneedecken mit geringe Stabilität zu einem gewollten Zeitpunkt zu erzeugen.

Durch portionsweises Entladen der Lawinenhänge, sind die Lawinen lang nicht mehr so gefährlich. Voraussetzung ist also eine Abgangsbereitschft der Schneedecke,also Lawinengefahr. Erfolgversprechend ist daher das Auslösen von Schneebrettlawinen. Die wichtigste Voraussetzung für eine künstliche Lawinenauslösung sind die Wahle des richtigen Zeitpunktes, des richtigen Ortes und der richtigen Methode. Es müssen mögliche Schäden vermieden werden. Unbeabsichtig kann es allerdings zu Sekundärlawinen kommen.

Ein weiterer Gefahrenmoment entsteht durch Spätzünderlawinen, die bis zu einer Stunde später erst abgehen. Es gibt verschiedene Arten der künstlichen Lawinenauslösung, wie z.B die Handsprengung, die Sprenung durch Sprengschlitten, die Sprengrute und den Gratausleger, die Sprengungen aus Hubschraubern,die Sprenung durch Lawinensprengbahnen und das Absprengen mit Gaskanonen.         Handsprengung: Bei der Handsprengung wirft man eine Sprengladung den Hang hinein. Die Sicherung der Ladung an einer Schnurr ist dabei vorgeschrieben. Durch das Werfen kann der optimale Auslöseounkt getroffen werden und durch die in die Schneedecke eingedrungende Ladung kann die Schneeoberflcähe zurückgezogen werden.

Die Handsprengung beschränkt sich bei Einhaltung der üblichen alpinen Sicherheitsmaßnahmen auf erreichbare bzw. begehbare Gratstellen.   Sprengschlitten: Auf zwei breiten Kufen ragt ein rutenartiger Ausleger heraus, an dem die Sprengladung oberhalb der Schneedecke zur Detonation gebracht wird. Die Zündung kann mit einer Zeitzündschnur oder mit einer elektrischen Zündleitung durchgeführt werden.   Lawinensprengbahn: Die technische und organisatorische Entwicklung hat die Lawinensprengbahn zur wirkungsvollsten Mathode der künstlichen Lawinenauslösung werden lassen. Von einem lawinensicheren Standpunkt aus wird über sicher angebrachte Rollen eine Sprengladung an einem rundlaufenden Seil zum vorgewählten Sprengpunkt gebracht.

Dies ist zu jeder Zeit möglich und die Detonation der Ladung über der Schneedacke bewirken hohe Erfolgszahlen.   Absprengen mit Gaskanonen: Die Gaskanoe (nach einer französischen Firma "Gaz.Ex" genannt) besteht aus einen Prpangas-Sauerstoff-Gemisch, das in einem Zündrohr zur Detonation gebracht wird. Dadurch wird eine Druckwelle erzeugt, die ca. 3m über der Schneedecke am Rohrende auf die Schneeoberfläche gerichtet austritt.   2.

5 Europäische Lawinengefahrenskala                               Alpinisten und Lawinen   Methoden zur direkten Gefahrenbeurteilung Allgemeines: Im Folgenden werden einige Methoden beschrieben, mit welchen die Stabilität der Schneedecke durch Einbringen einer zum Bruch führenden Kraft direkt und vor Ort geprüft werden kann. Mit dem Ramm- und Schichtprofil kann man allgemein die Stabilität vorhersagen. Jedoch kann die Schneedecke immer nur für einen bestimmten Hang geprüft werden. Diese Stelle darf vorher nicht betreten werden.   Künstliche Lawinenauslösung durch Sprengung: Es ist die sicherste Methode der direkten Beurteilung, die jedoch dem Skibergsteiger nicht möglich ist durchzuführen. Wenn dieses Ergebnis negativ ausfällt, das heißt, wenn kein Abgang der Lawine erfolgt, besteht eine große Gefahr.

Deshalb müssen zusätzliche Sprengungen stattfinden, damit alle Schwachstellen, die Anrisszone und die Stützzone beseitigt werden. Jedoch können durch eine Spannungsverlagerung neue Schwachstellen geschaffen werden, die auch etwas später zu Brüchen in der Schneedecke führen können. Diese sogenannten "Spätzünderlawinen" treten nur bei Einsatz ungeeigneter Methoden auf, wie zum Beispiel geringe Springkraft, Detonation im Schnee oder eine schlechte Wahl des Sprengpunktes.   Skistocktest Bei diesem Schneedeckentest wird der Skistock als Sonde in die Schneedecke stufenweise eingestoßen. So wird der dabei entstehende Widerstand, die Härte und die Verteilung von Schneeschichten getestet. Der Stock wird mit dem Handgriff zuerst in die Schneedecke eingeführt.

Dabei können dickere, lockere Oberflächenschichten erkannt werden, jedoch bei Schichten, die tiefer liegen oder sehr dünn sind, ist es unmöglich. Deshalb ist der Skistocktest nicht so sehr für die Erkennung von Schwachschichten und zur Beurteilung der Stabilität der Schneedecke geeignet. Trotzdem ist es gut ihn durchzuführen, da er kaum zeitaufwändig ist und er an fast jeder Stelle durchführbar ist, um einen groben Überblick über die Festigkeit der Schneedecke zu erfahren.   Rutschblocktest Der Rutschblocktest wird örtlich an einem Hang durch Belastung mit Hilfe eines Skifahrers durchgeführt, um die Stabilität der Schneedecke zu prüfen. So entsteht die Möglichkeit, die Scherstabilität nach Ausschaltung der Zugfestigkeit zu testen, indem Zusatzspannungen erzeugt werden, die etwa so groß wie die eines Skifahrers beim Schwingen sind. Diese Spannung nimmt solange zu, um dieser dynamischen Beanspruchung zu entsprechen.

Dieser Rutschtest wird nach zwei Arten durchgeführt: Rutschkeil: An einem Punkt am Hang wird ein drei Meter breiter Abschnitt in der Waagerechten vertikal ausgerichtet. Zwei Meter oberhalb wird in der Mitte eine Sonde schräg in die Schneedecke eingesteckt und nach unten mit einer Lawinenschnur (Reepschnur) ein gleichseitiges Dreieck mit einer Fläche von 3m² ausgeschnitten, um die Zugfestigkeit auszuschalten. Es wird eine Basis von 2m und eine Sondenentfernung von 2,5m geschaffen. An der Stirnseite wird ein Schicht- und Handprofil aufgenommen. Rutschblock: Nach Ausschachtung des 3m breiten Anschnitts wird das Schicht- und Handprofil als vereinfachtes Schneeprofil aufgenommen. Es werden an beiden Enden der Wand in der Falllinie nach oben zwei 0,5m breite und 1,5m lange Gräben ausgehoben.

Dann wird der Block mit einer Reepschnur an seinem oberen Ende von der Schneedecke getrennt.   Schaufeltest (Norwegermethode): Der Schaufeltest wurde erfunden von Faarl (Norwegen) und bekannt gemacht von Walter Kellemann. Es wird ein lotrechter Schacht ausgehoben und ein Schicht- und Handprofil aufgenommen. Danach wird ein Schneetrapez 0,2 und 0,8 auf 0,6 m herausgestochen. Die Fläche dieses Trapezes beträgt 0,3m². Nun wird mit einer abgewinkelten Schaufel (20cm breit) von der oberen Trapezfläche parallel zur Schneeoberfläche nach unten ein Zug ausgeübt.

Damit wird die Scheerfestigkeit der unmittelbar unter der Schaufelspitze liegenden Schicht geprüft. Bei tiefliegenden, schwächeren Schichten müssen die darüberliegenden Schichten bis zur Höhe der Schaufel entfernt werden.   Vergleich: Schaufeltest mit dem Rutschblocktest a) Schaufeltest: geringer Zeitaufwand N kaum Abmessungen N kann von einer Person durchgeführt werden N ermöglicht Wiederholungen an mehreren Stellen b) größere Sicherheit für die durchführenden Personen beim Schaufeltest, da er nicht an die Hangneigung gebunden ist c) Nachteil Schaufeltest: Schwächste Zone in der Schneedecke muss vor dem Versuch gefunden werden g muss unter der Schaufelspitze liegen. Für ungeübte eine bedeutende Fehlerquelle. d) Der Rutschblocktest legt die schwächste Scheerfläche in der Schneedecke frei. Durch die größere Grundfläche ist eine geringe Empfindlichkeit bei Fehlern bei der Versuchsdurchführung gegeben.

e) Beide Tests sind nur örtlich begrenzt. Ausweitung auf größere Bereiche setzten Erfahrung und Kenntnisse voraus.           3.1 Einteilung des erschlossenen Skigebietes Das erschlossene Skigebiet wird in organisierten und freien Skiraum unterteilt. Skifahrten, deren Ausgangspunkte durch mechanische Aufstiegshilfen erreicht werden können, sind Pisten, Skirouten und Varianten im unerschlossenen Skiraum. Wird der Aufstieg teilweise oder ganz ohne mechanische Aufstiegshilfen bewältigt (Skitouren).

Jedoch kann man das von mechanischen Aufstiegshilfen erschlossene Gebiet nicht so absichern, dass kein Skifahrer mehr gefährdet wäre. Es ist nur möglich einzelne Strecken oder abgegrenzte Bereiche zu sicheren. Deshalb markiert der Verkehrssicherungspflichtige bestimmte Skifahrten und übernimmt deren Sicherung die Verantwortung. Es steht jedem Skifahrer frei, außerhalb markierter Skiabfahrten abzufahren. Jedoch trägt er selbst die Verantwortung für sich und eine mögliche Gefährdung Dritter. Im erschlossenen Skiraum stehen folgende Sicherungsmaßnahmen für Skiabfahrten zu Verfügung: - Anlage - Markierung - Präparation - Kontrollen und Schutzvorkehrungen Bei Pisten sind optimale Sicherungsmaßnahmen.

Routen setzen Eigenverantwortlichkeit des Skifahrers voraus. In der ÖNORM S. 4611 werden Klassifizierungen von Skiabfahrten angegeben und die Verwendung einheitlicher Symbole, Schilder und Anwendungsregeln zur Information der Skifahrer festgelegt: Skipiste: ist eine zugängliche, zur Abfahrt mit Ski vorgesehenen und geeignete Strecke, die markiert kontrolliert und zur Vermeidung von atypischen Gefahren, insbesondere Lawinengefahr, gesichert und grundsätzlich präpariert wird. Skiroute: ist eine zugängliche, zur Abfahrt mit Ski vorgesehenen und geeignete Strecke, die markiert und zur Vermeidung der Lawinengefahrt gesperrt, aber weder präpariert noch kontrolliert wird. Variante: ist eine im freien Skiraum entstandene Strecke, die nicht präpariert, nicht kontrolliert, nicht markiert und nicht gesichert wird               Organisierter Skiraum a) Markierung und Absicherung von Pisten und Skirouten Abfahrtsstrecken werden eingeteilt und markiert, um dem Skifahrer Orientierung und Sicherheit zu geben..

Dem Skifahrer besteht die Möglichkeit sich vor der Abfahrt zu informieren, welche skiläuferischen Anforderungen anstehen. Durch Kennzeichnungen mit Stangen, Tafeln, Zeichen und Farben wird es ermöglicht, den Weg ins Tal auch bei schlechten Sehverhältnissen ohne Karte ,Kompass und Ortskenntnissen zu finden. Die Markierungen werden durch Form und Farbe von Pisten nach Schwierigkeitsgraden eingeordnet. Blau-Leichte Pisten: Längs -und Quergefälle dürfen mit Ausnahme kurzer Teilstücke in offenem Gelände 25% nicht übersteigen. Rot-Mittelschwere Pisten: Längs- und Quergefälle dürfen mit Ausnahme kurzer Teilstücke in offenem Gelände 40% nicht übersteigen. Schwarz-Schwierige Pisten: Übersteigen die Maximalwerte einer roten Piste.

Skirouten: Werden nicht nach Schwierigkeitsgraden eingestuft. Da sie nicht präpariert werden, sind sie für den geübten Skifahrer bestimmt. Die Markierungen sind grundsätzlich in der Mitte der Piste oder Route . Eine seitliche Begrenzung der Piste ergibt sich aus den Geländeverhältnissen, zum Beispiel durch Einschnitte, Durchfahrten oder Waldränder, jedoch lassen sich im offenen Gelände die Ränder meist nicht genau begrenzen. Durch häufiges Befahren bei guten Schneeverhältnissen führt es zu einer starken seitlichen Erweiterungen. Skipisten werden nur seitlich begrenzt, wenn das Verlassen der Pistenflächen mit gefahren für den Skifahrer verbunden, wie zum Beispiel angrenzende Lawinenhänge, Absturzmöglichkeiten, Gletscherspalten oder häufig auftretende schlechte Sichtverhältnisse oberhalb der Waldgrenze.

Auf Gletschern werden grundsätzlich nur Pisten angelegt. Der Skifahrer muss davor gewarnt werden, dass durch das Verlassen der markierten Pisten die Gefahr des Absturzes in Gletscherspalten besteht. b) Information und Orientierung der Skifahrer Am Ausgangspunkt der Abfahrten muss der Skifahrer so orientiert werden, dass er die angegebenen Abfahrten findet und ihren Schwierigkeitsgrad erkennt. An jeder Talstation einer Liftanlage sollten Übersichtstafeln über die Abfahrtsmöglichkeiten von der Bergstation aus geboten werden, zum Beispiel Anschluss zu anderen Liften und Abfahrtsmöglichkeiten. Wenn eine Lawinengefahr festgestellt wird, müssen Skipisten oder Skirouten gesperrt werden. c) Maßnahmen bei Lawinengefahr Die Lawinengefahr wird in 5 Stufen unterteilt.

Wenn für eine Skipiste oder Skiroute Lawinengefahr besteht, müssen sie sofort gesperrt werden. Auf allgemeinen Orientierungstafeln, Tal –und an der Bergstation sind die gesperrten Pisten und Skirouten gekennzeichnet. Am Ausgangspunkt der gesperrten Skipiste oder Skiroute ist auch eine Sperrsignalisierung mit gelb/schwarzen Gefahrenfähnchen angebracht. Wird eine Sperre während des Tages angeordnet, muss eine Kontrollfahrt gemacht werden, so dass niemand mehr im Gefahrenbereich ist. Künstliche Lawinenauslösung: Lawinen werden häufig künstlich ausgelöst, damit gesperrte Abfahrten schnell wieder freigeben werden können. Die markierte Skiabfahrt kann wieder freigegeben werden, wenn als Folge der künstlichen Auslösung eine größere Schneemenge als Lawine kommt.

Wenn kein Lawinenabgang erfolgte, darf man eine Strecke nur öffnen, wenn feststeht, dass die Auslösung am richtigen Ort und mit geeigneten Mitteln versucht worden ist. Sonst muss die markierte Skiabfahrt gesperrt bleiben und das bei der künstlichen Lawinenauslösung gefährdende Gebiet ist zu sperren. d) Freigabe von Skiabfahrten Eine gesperrte Skipiste oder Skiroute darf erst wieder zum Befahren freigegeben werden, wenn es die Lawinenkommission erlaubt. Es ist nur nach konkreten Bedingungen zu entscheiden, ob eine Öffnung einer gesperrten Abfahrt vorgenommen werden kann. Erst nach einer Kontrollfahrt vom Pistenchef dürfen die Informationstafeln geändert und die Sperrmaßnahmen entfernt werden.       e) Sicherung von Loipen Sind Loipen oder Skiwanderwege von Lawinengefahr bedroht, müssen die gleichen Vorkehrungen wie für Pisten und Skirouten getroffen werden.

Die Sperre einer Loipe muss auf einer großen Übersichtstafel im Startraum ersichtlich sein und überall dort, wo man von einer offnen Loipe oder einem weiteren Zugang in eine gesperrte einlaufen kann. Die Sperre muss so ausgestattet sein, dass sie nicht von Unbefugten entfernt oder verändert werden kann. Erst wenn die Gefahr vorbei ist, dürfen die gesperrten Loipen wieder geöffnet werden. Diesen Zeitpunkt stellt die Lawinenkommission fest, die ein Kontrollbuch führt, in dem Sperre und Öffnung festzuhalten sind.. Für Gletscherloipen gelten die gleichen Sicherheitsmaßnahmen, wie für die Absicherung von Pisten in vergletscherten Gebieten.

      Freier Skiraum a) Problem der Sicherungsmaßnahmen Der Pistenhalter sichert nur den organisierten Skiraum, aber nicht das freie Skigelände. Wenn die Pisten und Skirouten markiert sind, ist er nicht verpflichtet, den Übergang zum freien Skiraum zu kennzeichnen. Der Skifahrer muss sich bewusst sein, dass er sich auf eigenes Risiko in Gefahr begibt, wenn er die markierten Abfahrten verlässt. In Österreich wird eine ,,Lawinenhand" benutzt, die zur Warnung vor Lawinengefahr im freien Gelände dient. Diese Warntafeln stehen bei Einfahrten in Varianten, Hangneigungen, Expositionen und Schneeverfrachtungen. Bei einer sehr großen Lawinengefahr ist auf Orientierungstafeln eine orange Warnblinkleuchte in Betrieb.

Der Variantenfahrer muss dann selber entscheiden, ob er trotz Warnungen außerhalb markierter Pisten fahren möchte. b) Verhalten des Variantenfahrers Fast 90% aller Lawinenopfer haben den Abgang der Lawine selber verursacht, da vielfach Absperrungen und Warntafeln missachtet werden. Der Skifahrer wird Opfer seiner Verhaltensweisen, ungenügenden Kenntnisse und Erfahrungen. Daher sind Absperrungen und Warntafeln auf Skipisten zu befolgen, da es keinerlei Lawinenkenntnisse oder Erfahrungen voraussetzt. Vorsichtsmaßnahmen beim Skifahren abseits gesicherten Pisten stützten sich auf 4 Grundlagen: - Allgemeine Information über die Lawinensituation - Eigene Beurteilung der Lawinensituation für die geplante Abfahrt - Geeignetes Verhalten im Gelände - Ausrüstung des Variantenfahrer Eigene Beurteilung der Lawinensituation für die geplante Abfahrt im freien Skiraum Im freien Skiraum, schon wenige Meter von der Piste, befindet man sich in einem Gelände, zu dessen Beherrschung man Kenntnisse über Schnee und Lawinen, aber auch viel Erfahrung und richtiges Verhalten benötigt.     Auf diese Faktoren müssten geachtet werden: - Gelände: Neigung, Hangrichtung und –Exposition - Schnee: Neuschnee, Schneedeckenaufbau, Schneeverfrachtung - Wetter: Temperatur, Wind in Abhängigkeit von der Meereshöhe, Wetterlagen - Methoden der Gefahrenbeurteilung: Schneeprofil, Schaufeltest, Rutschblock Lassen die allgemeinen Lawineninformationen und die eigene Beurteilung keine Lawinengefahr erkennen, so kann eine geplante Abfahrt angetreten werden.

Vorsichtsmaßnahmen im freien Skiraum Einteilung eines guten Skifahrers als Schlussmann Jeden Hang möglichst nur einzeln befahren ( Belastung geringer), da in jeder Lawinengefahrenbeurteilung ein Unsicherheitsfaktor enthalten ist. Dieser vielfach missachtete Verhaltensgrundsatz sollte immer wieder geübt werden. Richtige Geländeausnützung Geländerücken, Rippen, Buckel und Hangverflachungen sollten ausgenutzt werden, da sie im allgemeinen Lawinensicher sind und für Gruppen sehr geeignet. Gefährliche Zonen sind Mulden, Gräben, Rinnen und Hänge. Ratschläge für einen Variantenfahrer: Einholen allgemeiner und lokaler Informationen über die Lawinensituation Beachtung der Warnungen erfahrener Personen Beachtung der Sperr-, Warn- und Hinweistafeln Diszipliniertes Verhalten Anpassung des Unternehmens an das Skifahrerische Können Vermeidung erkennbarer und vermuteter Gefahren Mitnahme einer vollständigen Ausrüstung (Verschüttetensuchgerät, Schaufel) Laufende Verbesserung des Wissenstandes über Schnee und Lawinen       3.2 Vorbereitung von Skitouren a) Der Lawinenlagebericht Der Lawinenlagebericht ist eine Vorinformation über die allgemeine, regionale Lawinensituation, die bei der Vorbereitung und bei der Auswahl des Tourenziels nützt.

Der Lawinenbericht gibt Auskunft über die Wetterlage, Schneedeckenaufbau, Neuschneezuwachs, Windtätigkeit und Temperaturverlauf. Es gibt auch eine Lawinengefahrenskala mit 5 Gefahrenstufen. Wegen der laufenden Veränderungen aller Faktoren und damit der Lawinengefahr ist es daher wichtig, den Lawinenlagebericht nicht nur unmittelbar vor einer Tour einzuholen. Die Interpretation des Lawinenberichtes erfordert Kenntnisse und die Kombination mit Karten.   b) Der Wetterbericht Bei schlechter Sicht und Lawinengefahr ist es unmöglich, das Gelände zu nutzen, auch nicht durch Einsatz von Karte, Bussole und Höhenmesser. Wetterkundliches Grundwissen erleichtert das Verstehen einer Wetterprognose.

Die Wetterprognose ist einer er wichtigsten Informationen für Bergsteiger. Sie sollten möglicht aktuell und regional sein. c) Kartenstudium und Führerliteratur Der Maßstab 1:25.000 ist sehr gut für Bergsteiger geeignet. Eine wichtige Leistung der Karte besteht darin, dass die geplante Route auf die Steilheit des Geländes und auf ,,Schlüsselstellen" hinsichtlich der Lawinenbedrohung untersucht werden kann. Aus dem Abstand der Höhenlinien lässt sich die Hangneigung bestimmen: Bei einer Karte im Maßstab 1:25.

000 und einem Höhenlinienabstand von 20m ergeben sich folgende Hangneigungen: Durch genaues Kartenstudium kann man mögliche Gefahrenstellen bestimmen und die Routenführung in groben Zügen danach ausrichten. Weitere Informationen über Geländeprofil und Untergrund- Grashänge, Latschen, Fels-Höhenunterschied, Zeitaufwand und mögliche Ausweichziele bei ungünstigen Verhältnissen lassen sich gewinnen.   d) Der Faktor Zeit Zu einer sorgfältigen Tourenplanung müssen ausreichend Reserven für unvorhergesehene Zwischenfälle zur Verfügung stehen.. Zeitdruck kann zu Fehlentscheidungen und Fehlhandlungen führen. Eine Skitour sollte mindestens 2 Stunden vor Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen sein.

Berechnung der Aufstiegszeit einer durchschnittlichen Tourengruppe: Man ermittelt aus der Karte die horizontale Wegstrecke und errechnet die dafür benötigte Zeit. Richtwert: 1 Stunde für 4 km Man ermittelt aus der Karte den Höhenunterschied und errechnet die dafür benötigte Zeit. Richtwert: 1 Stunde für 300 Höhenmeter. Man ermittelt den gesamten Zeitbedarf, indem man die Hälfte des kleineren Teilzeitwertes dem größeren hinzuzählt.   f) Die Ausrüstung Neben der Skiausrüstung ist für mögliche Unfälle eine Notfallausrüstung mitzuführen: Verschüttetensuchgerät (VS-Gerät), Lawinenschaufel und Lawinensonde. VS-Gerät: Der richtige Umgang mit dem VS-Gerät muss gelernt und trainiert werden.

Nur dann besteht die Chance einen Verschütteten schnell zu orten. Lawinenschaufel: Das Befreien eines Verschütteten ohne Schaufel ist aussichtslos. Lawinensonde: Mittels der Sonde kann das Ergebnis der VS-Suche überprüft und die Verschüttungstiefe abgeschätzt werden und sie dient als Orientierungshilfe während des Grabens. Auch besteht die Möglichkeit, zu einem Lawinenunfall zu kommen, bei dem jemand ohne VS-Gerät verschüttet wurde.     Weitere Ausrüstungsgegenstände (für den Notfall): Biwaks Rucksackapotheke mit Alu-Rettungsdecke Reparaturset: Kombizange, einige Meter Bindedraht, Tape, eventuell Bindungs-Ersatzteile Reservebekleidung Eventuell Mobiltelefon oder Handfunkgerät g) Trainingszustand und Ausdauer Bergsteiger, die meist regelmäßig Ausdauersport betreiben, können ihre Leistungsfähigkeit meist gut einschätzen und bringen ideale Voraussetzungen für den Winter mit. Wer diese nicht hat, sollte zu Beginn der Skitourensaison kurze Touren (ca.

2 Stunden Aufstieg, ca. 600 Höhenmeter) unternehmen und sich erst einmal testen. Wer die Abfahrt erschöpft antritt ist einer wesentlich höheren Sturz- und Verletzungsgefahr ausgesetzt. Bewertung: Die drei Tests zur Gefahrenbeurteilung sind sehr gute Methoden, da auch mindestens einer dabei ist, der keine Vorkenntnisse benötigt. Sie sind an fast allen Stellen anzuwenden und benötigen kaum Zeitaufwand. Der organisierte Skiraum wird so gekennzeichnet, dass wiederum ohne Vorkenntnisse der Weg ins Tal zu finden ist.

Jedoch sollte man sich vorher zur eignen Sicherheit sich Informieren, vor allem wenn man im freien Skiraum fährt.     4. Lawinenverschüttung 4.1 Einleitung a) Zeitfaktor Die ersten Minuten nach einem Lawinenunfall sind für die Überlebenschancen entscheidend. Die Lawinenverschüttung wird in vier Phasen eingeteilt: 1. Überlebensphase: Sie dauert bis 15 Minuten nach der Verschüttung.

Die Überlebenswahrscheinlichkeit ist mit ca. 93% höher als bisher angenommen. Die Sterbeursache ist in diesem Zeitabschnitt gering und fast ausschließlich auf tödliche Verletzungen zurückzuführen. 2. Asphyxiephase (Erstickungsphase): Zwischen 15 und 35 Minuten Verschüttungszeit fällt die Überlebenswahrscheinlichkeit wegen der Erstickungshäufigkeit von 93% auf 26% stark ab. 3.

Latenzphase: Sie beginnt 35 Minuten nach der Verschüttung und dauert bis zum Zeitpunkt der Bergung. Bei genügend großer Atemhöhle befindet sich der Verschüttete in einer "Phase relativer Sicherheit". Wenn der Verschüttete den Zeitraum von 35 Minuten überlebt hat, kann man davon ausgehen, dass er über eine genügend große Sauerstoffreserve und ausreichende Thoraxfreiheit für die Atembewegung verfügt. Mit entsprechend großer Atemhöhle kann der Verschüttete noch stundenlang in "relativer Sicherheit" leben. Die langsame Abkühlung von ca. 3°C pro Stunde ist auf die isolierende Schneedecke zurückzuführen.

Der Anteil dieser Langzeitüberlebenden ist aber gering (ca. 7%) Bergungsphase: Während er Bergung bis zur Aufnahme in ein Krankenhaus besteht noch ein erhöhtes Risiko durch z. B. Zertreten der Atemhöhle und Nachkühlen bei Kälte und Wind mit Herzkreislaufstillstand. Die Verschüttungstiefe scheint nur einen geringen Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit zu haben. Vor allem eine längere Dauer bis zur Auffindung und Bergung erhöht das Risiko.

Diese Untersuchung zeigt ganz deutlich, wie wichtig die rasche Bergung eines Lawinenverschütteten ist. Die schnellstmögliche Bergung kann nur durch die Kameraden erfolgen. Sie wird vor allem durch richtiges Verhalten beim Lawinenunfall, die Verwendung von VS-Geräten und die präzise Suche und Auffindung mit dem Gerät gewährleistet.     b) Einteilung der Suchverfahren Früher gab es nur drei Suchverfahren nach Lawinenverschütteten: - die Absuche der Oberfläche, - die Suche mit der Lawinensonde und - ausgebildete Hunde. Erst spät nahm sich die Technik der Suchmethoden nach Verschütteten an und entwickelte elektronische Geräte, die irgendein Merkmal des Verschütteten verwenden, um Hinweise auf den Verschüttungsort zu geben. Rettungsballon: Der Skifahrer trägt einen Rucksack bzw.

eine Tasche auf seinem Rucksack mit einem aufblasbaren Ballon. Der Rucksack wird mit einem Klettergurt am Skifahrer fixiert. Wird der Skifahrer erfasst, muss er eine Reißleine ziehen, so dass sich der Ballon innerhalb von Sekunden aufbläst. Die Druckgaspatrone mit Stickstoff saugt Umluft in den Luftbeutel mit 150 Liter Inhalt. Durch das vergrößerte Volumen soll der Skifahrer auf der Lawinenoberfläche liegen bleiben. In Staubbereichen kann der Ballon von der weiterfließenden Lawine überdeckt werden.

Leider besteht der Nachteil, dass der Ballon aktiv ausgelöst werden muss.       4.2 Empfängergeräte a) Suchverfahren ohne Merkmal Beim Suchverfahren ohne Merkmal wird der Lawinenverschüttete aufgrund von physiologischen Erscheinungen seines Körpers gefunden. Das Radarverfahren verwendet elektromagnetische Wellen von 3 cm Wellenlänge (10GHz), die in trockenen Schnee eindringen können. Der menschliche Körper reflektiert elektromagnetische Wellen und kann daher mittels Impuls-Radar entdeckt werden. Die Genauigkeit der Messung mit dieser Methode muss sehr hoch sein, deshalb wird ein sehr kurzer Einzelimpuls (1 ns) ausgestrahlt, der im Empfänger auf einer Oszillographenröhre sichtbar gemacht wird.

Da im nassen Schnee die Reichweite nur gering und das Gerät ca. 7kg schwer ist, wird es auch beim organisierten Rettungseinsatz nur selten verwendet. Ein anderes Gerät misst die Eigenstrahlung des menschlichen Körpers: Warme Körper senden eine Strahlung aus. Die durch den Schnee dringende Reststrahlung wird mit einem Radiometer gemessen. Eine weitere Methode ist die Messung des Herzschlages. Eine Sonde wird als Antenne in den Schnee gesteckt und der Herzschlag des Verschütteten mit Dopplerradar aufgespürt.

Das Gerät ,,Lawino" verwendet die Messung der CO₂-Gaskonzentration zur Auffindung von Verschütteten. Bei der Ausatmung wird CO₂ abgegeben. Eine Sonde saugt Luft aus dem Schnee und stellt so eine ungewöhnlich hohe CO₂-Konzentration fest.         b) Suchverfahren mit passiven Merkmalen Beim Suchverfahren mit passiven Merkmalen brauchen die Förstersonde und das Recco-Gerät ein passives Merkmal, das heißt, einen künstlichen Teil am Verschütteten, der die Auffindung ermöglicht. Die Förstersonde ist ein Metalldetektor, der auf Änderungen des Magnetfeldes reagiert. Der Verschüttete muss einen Magneten bei sich tragen, um geortet werden zu können.

Recco-Gerät: Am Schuh oder an einem Kleidungsstück des Verschütteten muss ein Reflektor angebracht sein. Das Suchgerät sendet Mirkowellen mit einer Frequenz von 915MHz aus. Der Reflektor, ein Antennenstreifen mit einer Diode, verdoppelt die Frequenz auf 1830 MHz, die das Suchgerät wieder empfängt. Das Suchgerät reagiert auch auf elektronische Bauteile (Dioden) in Uhren, Kameras und VS-Geräten. Da das Suchgerät ca. 15 kg schwer ist, kann es nur beim organisierten Rettungseinsatz verwendet werden.

    Sender-Empfänger-Geräte   Elektronischer Aufbau von Sender-Empfänger-Geräten Die Sender-Empfänger-Geräte arbeiten mit elektromagnetischen Wechselfeldern im Nahfeld. Die Ferritantennen erzeugen den gleichen Feldlinienverlauf wie ein Permanentmagnet. Aufgrund dieser Form der Feldlinien ist mit Sender-Empfänger-Geräten eine direkte Peilung nicht möglich. Der Suchende muss bestimmt Suchmethoden anwendenden. Durch die Annäherung an den Sender ändert sich die Stärke des magnetischen Feldes und damit die Stärke des Signals. Der Ferritstab mit der Spule im Schwingkreis erzeugt das magnetische Wechselfeld.

Bei der Suche ist das Gerät des Suchenden auf Empfang geschaltet. Wenn dieses in den Bereich des Senders (Verschütteten) kommt, entsteht eine Koppelung der magnetischen Felder, die durch die elektronische Schaltung als Signal im Ohrhörer oder Lautsprecher hörbar sind.       4.4 Lawinenunfall und Kameradenhilfe   a) Selbsthilfe 1. Während der Bewegung der Lawine Durch rudernde Bewegungen versuchen, an der Oberfläche zu bleiben und vor allem den Kopf oben zu behalten. Ein kämpfender Mensch bleibt länger an der Oberfläche.

Der Erfolg hängt dabei von der Art der Lawine (hart oder weich) und von der Schneebeschaffenheit ab. Möglichst beim Langsamerwerden der Lawine Strecklage vermeiden und Kauerstellung einnehmen (Boxerhaltung, Arme vor den Kopf, Gegendruck ausüben und dadurch Atemraum vor dem Gesicht schaffen).   2. Nach dem Stillstand der Lawine Eigene Lage feststellen. Prüfen, ob Befeiung nach oben möglich ist. Ruhe bewahren und mit Kräften und Luft sparen.

Sich selbst aufgeben kann den Tod bedeuten. Schreien ist zwecklos und kostet nur wertvolle Luft. Unter dem Schnee hört man Laute von oberhalb der Schneedecke kaum, wohl aber Schritte auf dem Schnee. Nur dann schreien, wenn Retter auf der Lawine stehen bleibt. Auf die Hilfe der Kameraden vertrauen. Das Schlafbedürfnis nicht bekämpfen, denn ein Schlafender verbraucht weniger Sauerstoff.

                b) Kameradenhilfe = Soforthilfe Die eigenen Kameraden können sofort und unmittelbar viel besser helfen und retten als eine wohlausgerüstet Rettungsmannschaft, die erst später eintrifft. Deshalb ist die Kameradenhilfe die erste und wichtigste Voraussetzung für eine Lebendbergung. 1. Hilfsmittel: - Verschüttetensuchgeräte (VS-Geräte) Mitführen und richtige Anwendung durch alle Teilnehmer der Gruppe Rucksackschaufel: Mit dem VS-Gerät gelingt es zwar, den Verschütteten in wenigen Minuten zu orten; ohne geeignetes Werkzeug vergeht aber mit dem Ausgraben wertvolle Zeit. Eine Behelfsschaufel sollte daher jeder Teilnehmer mitführen. Erfahrungsgemäß benötigt das Ausgraben ohne Schaufel fünfmal soviel Zeit.

Behelfssonde: Sie dient zur genauen Lagefeststellung nach der Ortung mit dem VS-Gerät, um die Grabarbeit abzukürzen. 2. Durchführung der Kameradenhilfe: a)Erfassungspunkt, Verschwindepunkt und Fließlinie werden markiert, um den vordringlichen Suchbereich abzugrenzen. b)Unmittelbar nach dem Lawinenabgang ist festzustellen, wie viele Personen verschüttet wurden. c)Oberflächensuche mit Auge und Ohr nach herausragenden Körperteilen und Ausrüstungsgegenständen. Dazu ist der Lawinenkegel quer und längs so rasch wie möglich zu begehen.

Gelegentlich stehen bleiben und rufen, anschließend sofort, möglichst nahe der Schneeoberfläche horchen, denn eine Antwort ist nur knapp über dem Schnee hörbar. Gefundene Ausrüstungsteile liegen meist etwas weiter vorn als der Verschüttete. Fundstellen markieren. d)Suche mit VS-Gerät. Alle VS-Geräte werden auf Empfang und größte Lautstärke geschaltet. Bei Abgang einer Nachlawine schalten alle ihre Geräte schnell auf Senden und flüchten aus dem Gefahrenbereich.

Zur Suche wird das Gerät geschwenkt, um die günstigste Lage der Antenne zu finden. Die Suchtaktik richtet sich nach der Größe und Art der Lawine, Geländeform, Zahl der Helfer und deren Standort beim Abgang der Lawine. Ist der Lawinenkegel sehr ausgedehnt und können mehrere Kameraden mit VS-Geräten suchen, stellen sie sich am unteren oder seitlichen Rand des Kegels im vordringlichen Suchraum mit je 20m Zwischenraum auf und suchen parallel vorrückend. 20m Abstand ergeben auch bei ungünstigen Verhältnissen noch ein ausreichendes Überlappen der Suchstreifen. Der Abstand der Suchstreifen vom Lawinenrand soll höchstens 10m betragen. Die bereits abgesuchten Geländestreifen sollten markiert werden.

Die Grobsuche wird fortgesetzt, bis das erste Signal des verschütteten Gerätes empfangen wird. Sonden, Windschutz und ein Depot werden bereitgemacht. Beim ersten empfangenen Signal beginnt die Feinsuche. Der Suchende läuft dabei nach Empfang eines Signals so lange in der ursprünglichen Richtung weiter, bis die Lautstärke des Signals abnimmt. Er geht zurück zur Stelle des lautesten Empfangtones, reduziert mit dem Lautstärkeregler die Lautstärke und zweigt im rechten Winkel ab. Nun sucht er auf dieser Linie wieder die Stelle des lautesten Empfangs, bis keine Reduzierung der Lautstärke mehr möglich ist.

Bei der abschließenden Punktortung wird durch Schwenken des Gerätes nahe der Oberfläche die Stelle des besten Empfanges festgestellt. Hier liegt der Verschüttete. Eine andere Suchmethode benutzt die Richtungsempfindlichkeit der Antenne und wird Feldlinienverfahren genannt. Das Gerät wird nach Empfang des ersten Signals mit dem ausgestreckten Arm horizontal geschwenkt, bis die beste Empfangsrichtung erkannt wird. Ist keine ausgeprägte Richtung zu erkennen, geben ein paar Schritte auf der Linie eines kleinen Kreises den Hinweis, in welcher Richtung man das stärkste Signal hört. In diese Richtung wird mit leichtem Schwenken des VS-Gerätes ca.

5m gegangen, die Lautstärke mittels Regler reduziert und wieder ,,gepeilt". Man folgt dann wieder 5m der neuen Richtung. Sobald die geringste Lautstärkestufe erreicht ist, wird an der Schneeoberfläche die Punktortung wie beschrieben durchgeführt e)Unfallmeldung: Nach erfolgloser Oberflächen –bzw . VS-Gerätesuche oder bei mehreren Kameraden ist unverzüglich eine schriftliche Meldung zur nächsten Hütte oder Telefonstelle zu senden. Es muss: Wann, Wo, Was enthalten: Namen, Zeit, genaue Ortsbeschreibung, Angaben über den Unfall, außerdem Wetter- und Sichtverhältnisse für anfälligen Hubschraubereinsatz. f)Suche ohne VS-Geräte: Nach Oberflächensuche und Unfallmeldung setzen die Kameraden mit Behelfsgeräten (z.

B. Skistöcke) die Suche fort und markieren wichtige Punkte und Suchfeldgrenzen. Bei Schneefall müssen auch die Grenzen des Lawinenkegels markiert werden, bevor sie unkenntlich werden. g)Ausgraben: Hatte die Suche Erfolg, ist durch vorsichtiges Sondieren die Lage und Tiefe des Verschütteten möglichst genau festzustellen. Dabei bleibt das fündige Sondiergerät als ,,Richtsonde" für das Graben bis zum Schluss stecken. Sie zeigt, wie tief mit der nötigen Eile und ab wann langsam und vorsichtig zu graben ist, um das Opfer nicht zu verletzten.

Nie direkt von oben, sondern leicht schräg von der Seite auf den Verschütteten hinunter graben, sonst steht man zum Schluss im engen Schacht auf dem Opfer. Außerdem benötigt man als Arbeitsraum und zur vorsichtigen Bergung des Verunglückten ein genügend großes Loch. Wenn der Verschüttete mit dem VS-Gerät nur ungenau geortet werden konnte, wird etwa einen halben Meter neben dem Lautstärkemaximum mit dem Graben begonnen und die Arbeitsrichtung mehrmals durch Punktortung überprüft. Sobald man auf den Verunglückten stößt, lässt sich die Lage des Kopfes erahnen. Man muss nun vorsichtig, möglichst nur mit der Hand, dorthin vordringen. Bei einer ausgeschmolzenen Atemhöhle steigt die Hoffnung auf erfolgreiche Wiederbelebung.

Gesicht und Kopf sofort freilegen und vor nachrutschendem Schnee schützen. Mund und Nase von Fremdkörpern, Schnee und Erbrochenem befreien.   4.5 Die organisierte Rettung 1.Unfallmeldungen müssen schnell und genau ihr Ziel erreichen Genaue Anweisungen sollten bei Schutzhütten Seilbahnen, Liften bzw. an Stellen mit Mobiltelefonen oder Funkgeräten vorliegen.

Bei Entgegennahme der Meldung sollen alle wichtigen Angaben zur richtigen Weitergabe schriftlich festgehalten werden. Jede Unfallmeldung ist an die nächste Ortsstelle des Bergrettungsdienstes oder die Gendarmerie weiterzuleiten, um allfällige größere Einsätze ohne Zeitverlust ausführen zu können. Anforderung der Flugrettung. Ein in Bereitschaft stehendes Team kann bei Flugwetter schnell zum Unfallort gebracht werden. Verständigung der Retter und der Lawinenhundeführer, eventuell auch von benachbarten Ortsstellen. Inmarschsetzen von Rettungsmannschaften 2.

Alarm- und Organisationsplan Dieser muss schriftlich bei den betroffenen Personen und Stellen vorliegen und laufen überprüft und ergänzt werden. Er erhält: Namen, Adressen, Telefonnummern und anderwärtige Erreichbarkeit ( Wohnung und Arbeitsplatz) - Rettungsmänner, Einsatzleiter, Gerätewart, Bergführer Lawinen Hundeführer, Lawinenhunde-Einsatzliste Bergrettungsärzte Verfügbare Fahrzeuge Gendarmerieposten, im Grenzgebiet auch Zollwachabteilung Bezirkshauptmannschaft Flugrettungsdienst, andere Hubschrauberdienste, Hubschrauberlande- und Sammelplatz Nachbarortsstellen und Gebiets –bzw. Landesleitung Oder Schutzhütten im Einsatzgebiet Seilbahn –und Liftstationen zwecks Sonderfahrten für Einsatzmannschaften Sonstige Organisationen, Feuerwehr, Bundesheer, Bergwacht, Rotes Kreuz. Für jede Saison muss der Alarmierungs –und Organisationsplan; nach einem Jahr Einsatz verliert er sonst seine Wirksamkeit   Bewertung: Wenn man eine Skitour im freien Skiraum unternimmt, sollte man sich sehr gut informieren und sich vor allem eine gute Ausrüstung bei sich haben, denn nur somit kann man sein eigenes Leben schützen und mit guten Umgang der Geräte sogar Leben retten, denn man trägt in diesem Raum selbst die Verantwortung.

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