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  Erster weltkrieg



Erster Weltkrieg Der Erste Weltkrieg war ein Krieg, der von 1914 bis 1918 in Europa und dem Nahen Osten wütete und ca. 9 Millionen Tote forderte. Er wurde zwischen zwei Allianzen ausgetragen, deren maßgebliche Mitglieder auf der einen Seite das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich waren, und auf der anderen Seite Russland, Großbritannien, Frankreich und die USA. Zum Ende des Krieges befanden sich 25 Staaten mit insgesamt 1,35 Milliarden Menschen, also etwa drei Viertel der damaligen Erdbevölkerung, im Kriegszustand. Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, der mit Maschineneinsatz (Panzer, Flugzeuge) und mit Massenvernichtungswaffen (Giftgas) geführt wurde. Die Fronten bewegten sich dennoch kaum; im endlosen Stellungskrieg rieben sich die Truppen gegenseitig auf.

Insbesondere auf den Feldern von Verdun und in Flandern fielen auf beiden Seiten Millionen von Soldaten, ohne dass sich an der militärischen Lage etwas geändert hätte. Auch deswegen stellt sich der Erste Weltkrieg als ein Krieg dar, der an Grauen alles bis dahin Gekannte übertraf. Politische Ausgangssituation Mittel- und Osteuropa An der Schwelle des 20. Jahrhunderts gab es in Mitteleuropa und Osteuropa wesentlich weniger Staaten als heute. Das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und Russland teilten sich das Gebiet im Wesentlichen untereinander auf. Im Südosten Europas lag das ebenfalls Großmachtspolitik treibende Osmanische Reich.

Kleinere Staaten gab es nur auf dem Balkan, der in den Jahrzehnten zuvor wegen der Unabhängigkeitsbestrebungen der dortigen Völker und dem Aneinandergrenzen der expansiven europäischen Mächte und des osmanischen Reiches in dieser Region ein ständiger Unruheherd gewesen war. In Deutschland, Russland und Österreich-Ungarn, die sämtlich monarchisch regiert wurden und nur machtlose Parlamente hatten, gab es zahlreiche nationale Minderheiten, die zumeist nach Unabhängigkeit strebten. Im 19. Jahrhundert waren u.a. in Ungarn und Polen entsprechende Aufstände unterdrückt worden.

Besonders im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn brodelte es erheblich. Zudem stand es im scharfen Gegensatz zum russischen Zarenreich, dass sich als Sprecher der slawischen Völker unter Wiener Herrschaft sah und als Schutzmacht des unabhängigen Königreichs Serbien auftrat. Ideologisch wurde das mit einem Panslawismus begründet, wie andererseits nationalistische Kreise in Deutschland aggressiv deutschsprachige Bevölkerungsgruppen unterstützten und versuchten gegen die anderen Bevölkerungsteile in Stellung zu bringen (eine Politik, die der mit Berlin verbündeten Wiener Regierung nicht immer behagte.) Westeuropa Die westeuropäischen Staaten einschließlich des Deutschen Reichs hatten weite Teile der Welt unter sich in Kolonien aufgeteilt (Kolonialismus). Großbritannien, das über besonders viele Kolonien in Afrika und Asien verfügte, war die führende Seemacht, die allerdings seit Beginn des Jahrhunderts durch ein aggressives deutsches Flottenbauprogramm herausgefordert wurde. Letzteres halten viele Historiker für einen wesentlichen Beitrag zum Anwachsen der Spannungen im Jahrzehnt vor dem Ausbruch des Krieges.

Blockstrukturen In Europa hatten sich zwei Blöcke herausgebildet. Auf der einen Seite die mit dem Osmanischen Reich verbündeteten Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn (die auch mit Italien verbündet waren, das sich aber aus dem Krieg zunächst heraushalten sollte). Auf der anderen Seite vor allem Frankreich, Großbritannien und Russland. Letzteres hatte im 19. Jahrhundert zu den engen Verbündeten Preußens gehört und diesem den Rücken frei gehalten, als es mit drei Kriegen 1864, 1866 und 1871 die deutsche Einigung unter seiner Führung erzwang. Da Berlin allerdings auf ein Bündnis mit Österreich-Ungarn setzte, kühlten sich die Beziehungen seit der Balkankonferenz 1878 rasch ab.

Die französischen Eliten sannen nach ihrer Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871, nach dem das gerade gegründete Deutsche Reich das Elsass und Lothringen annektiert und Paris enorme Reparationen auferlegt hatte, auf Rache. Aufgrund der Spannungen mit Deutschland, die u.a. aus dessen Flottenbau und seiner so genannten "Kanonenbootpolitik" vor Marokko herrührten, bildete sich die "Entente cordiale" (Herzliche Allianz). Dieser schloss sich Russland in der Folge ebenfalls an. Militärische Ausgangslage Die Entente war bei Beginn des Krieges in einer besseren Ausgangslage.

Sie verfügte über mehr Soldaten (auch aus ihren Kolonien) und mehr Reserven an Kriegsmaterial und Rohstoffen, was sie jedoch in den ersten Kriegsmonaten, mangels ungenügender Vorbereitung, nicht zur Geltung bringen konnten. Auch an Waffentypen, insbesondere starker Artillerie, mangelte es den Alliierten. Dagegen waren insbesondere die Deutschen wesentlich besser auf einen Krieg eingestellt. Ihre Armee war besser organisiert, Bewaffnung und Kampfmoral waren teilweise stärker als bei der Entente. Auch der Transport der Truppen konnte durch das qualitativ und quantitativ sehr gute Eisenbahnnetz sehr schnell erfolgen. Dennoch war keine der beiden Seiten auf einen langen Krieg eingestellt, z.





B. war Winterbekleidung für die Soldaten überhaupt nicht vorgesehen. Die Führungen hofften, den Krieg noch im Jahr 1914 erfolgreich beenden zu können. Kriegsziele Österreich-Ungarn kämpfte um seine Interessen auf dem Balkan und um seine Existenz schlechthin, die an den Flanken insbesondere durch Russland bedroht war. Für das Deutsche Reich hatte dessen Kanzler Bethman Hollweg am 9. September 1914 in seinem "Septemberprogramm" die Kriegsziele festgelegt.

Frankreich wollte Revanche für die schmerzhafte Niederlage von 1870 nehmen und Elsass-Lothringen zurückerobern. Russland strebte nach der Führungsposition auf dem Balkan, als dessen natürliche Schutzmacht es sich sah. Großbritannien wollte sich der wachsenden Wirtschaftskraft Deutschlands entledigen und die starke deutsche Flotte ausschalten. Chronologischer Verlauf Kriegsbeginn Im allgemeinen lässt sich sagen, dass sich die Welt auf einen Krieg "freute". Denn nun ließen sich alle angestauten Abneigungen gegen die anderen Länder ausleben. So genügte in der gespannten Lage ein zündender Funken, um das Pulverfass zum Explodieren zu bringen.

Dies geschah durch den Mord am österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo (damals österreich-ungarisches Gebiet) am 28. Juni 1914 durch den serbischen Attentäter Gavrilo Princip. Daraufhin setzte Österreich-Ungarn Serbien durch Außenminister Graf Berchtold ein Ultimatum (23. Juli 1914). Als das Ultimatum ablief, brach Österreich die diplomatischen Beziehungen zu Serbien am 25. Juli ab und erklärte am 28.

Juli den Krieg, nachdem es zuvor von Berlin Rückendeckung bekommen hatte. Russland kam, wie es zuvor angekündigt hatte, Serbien zur Hilfe. Deutschland setzte den Schlieffenplan in Kraft und marschierte durch das neutrale Belgien gegen Frankreich. Der Bruch der belgischen Neutralität war für London der Anlass, in den Krieg einzutreten. Binnen kurzer Zeit lag ganz Europa in einem Krieg, der an Grauen alles bis dahin Gekannte übertraf. Zu Beginn des Krieges standen sich 118 Millionen Menschen der Mittelmächte und 278 Millionen Menschen der Entente Cordiale gegenüber.

Kriegsjahr 1914 Der deutschen Kriegsführung war klar, dass sie in einem Zwei-Fronten-Krieg kaum überleben konnte. Daher versuchte sie, den schon vor dem Krieg ausgearbeiteten Schlieffen-Plan (Generalfeldmarschall Alfred von Schlieffen war zwischen 1891 und 1905 Generalstabschef), umzusetzen. Dieser Plan sah vor, dass Deutschland mit aller Kraft Frankreich erobern, im Osten aber die Stellungen nur halten solle. Dazu sollte das starke französische Verteidungssystem im Norden mit einer weit ausgreifenden Bewegung durch das neutrale Belgien umgangen und schnellstmöglich gegen Paris vorgegangen werden. Am 4. August begannen deutsche Truppen den Überfall auf Belgien.

Die Gefahr für Großbritannien war so groß, dass es kurz darauf dem Deutschen Kaiserreich den Krieg erklärt, und sofort 100.000 Mann nach Frankreich schickte. Obwohl der Vormarsch nicht ohne Probleme erfolgte, standen die kaiserlichen Truppen drei Tage später in Lüttich. Am 18. August begann daraufhin die deutsche Großoffensive zur Umfassung der alliierten Armeen, dabei stieß man sehr schnell nach Brüssel vor. Am 20.

August befahl der französische General Joffre, eine Gegenoffensive einzuleiten, wodurch sich eine mehrtägige Schlacht zwischen den Vogesen und der Schelde entwickelte. Trotz dieser unerwarteten Aktionen der Franzosen glaubte die Oberste Heeresleitung (OHL) an einen raschen Vorstoß nach Paris. Am 4. September gelang es den Deutschen die Marne zu überschreiten, woraufhin es zwei Tage später zu der für beide Seiten äußerst verlustreichen Marneschlacht kam. Kurz danach gab die OHL den Schlieffen-Plan auf, da es den Truppen nicht gelungen war weit genug vorzustoßen, um Paris abzuschneiden. Gegen Ende September nahmen die Bewegungen auf beiden Seiten ab, das Kräfteverhältnis war ausgeglichen, und ein Stellungskrieg bahnte sich an.

Lediglich in Belgien hatte der Vorstoß noch nicht an Schnelligkeit verloren. Bis zum November waren Antwerpen, Brügge und andere bedeutende belgische Städte in deutscher Hand. Schweren Widerstand boten die Alliierten jedoch in Ypern, weshalb der am 3. November zum Chef des Generalstabs ernannte General von Falkenhayn die Angriffe einstellen musste. Da die Russen unerwartet schwere Angriffe gegen Deutschland führten, war die Lage an der Ostfront nicht sehr viel besser. Die Hauptkriegsschauplätze waren Galizien und Ostpreußen, besonders für Österreich-Ungarn.

Die Deutschen waren eher defensiv eingestellt, was sich jedoch aufgrund einer gewaltigen russischen Offensive im Nordosten als Fehler erwies. Als Folge dessen wurden die Truppen verstärkt und die alten Befehlshaber durch Generalmajor Erich Ludendorff und Generaloberst von Hindenburg ersetzt. Ihnen war es zu verdanken, dass sich die Lage an der Ostfront schnell änderte, besonders der Sieg bei Tannenberg war für Deutschland ein großer Erfolg. Außerhalb von Europa kam es besonders in Afrika zu teils schweren Kämpfen. Die von allen Seiten umzingelte Kolonie Togo wurde sofort eingenommen. Um Kamerun stand es genau so schlecht, bis zum Ende des Jahres 1914 zogen sich die deutschen Truppen in den Dschungel zurück, wo sich ein zermürbender Kleinkrieg entwickelte.

Deutsch-Südwestafrika wurde von der südafrikanischen Union angegriffen. Bis zum Jahresende bestand keine Möglichkeit mehr, das Gebiet zu halten. Einzig Deutsch-Ostafrika verteidigte sich unter Paul von Lettow-Vorbeck verbissen. Dank der deutschen Strategie von Rückzügen und Guerilla-Taktiken konnte sich die Kolonie weit länger halten als alle anderen. Die deutschen Kolonien im Pazifik wurden auf Grund eines japanischen Ultimatums kampflos übergeben. Einzig der Pachthafen Kiautschou wurde erbittert verteidigt, bis Material und Munition aufgebraucht waren.

Kriegsjahr 1915 An der Westfront kam es im Februar und im März zu zwei alliierten Offensiven, bei denen erstmals massives Trommelfeuer eingesetzt wurde. Diese Taktik war jedoch nicht sehr erfolgreich, da sich die Deutschen schnell auf einen Angriff der Infanterie einstellten und die Angreifer mit Sperrfeuer und MG-Salven niederstreckten. Wenig später begannen die Deutschen mit der Entwicklung einer der furchtbarsten Waffen des Ersten Weltkriegs, dem Giftgas. Für den so genannten Blasenangriff wurde Chlorgas verwendet, das sehr schwer ist, und sich somit in die Gräben senkte. Der erste Angriff war mehr als Experiment gedacht und fand am 22. April in Ypern statt.

Die Wirkung war verheerend, 15.000 Franzosen flohen oder wurden getötet, so dass die Deutschen ohne Probleme vorrücken konnten. Dennoch nutzte die OHL die Gunst der Stunde nicht, worauf die Alliierten die Front wieder schließen konnten. Es ist historisch jedoch nicht endgültig geklärt, welche Kriegspartei tatsächlich zuerst Gas als Kampfmittel eingesetzt hat. Am 9. Mai versuchten die Franzosen einen Durchbruch mit der Lorettoschlacht, der jedoch ohne Erfolg blieb.

Auch eine großangelegte Offensive im September scheiterte am deutschen Widerstand. An der Ostfront starteten die Mittelmächte am 13. Januar ein Offensive, um sich insgesamt zu entlasten. Dennoch gelangt es den Russen, die Festung Przemysl einzunehmen, was einen Rückschlag für die Mittelmächte bedeutete. Also verstärkten die Deutschen ihre Truppen von über 400.000 auf über 600.

000 und bereiteten Angriffe auf Gorlice und Tarnow vor, die auch erobert werden konnten. Dadurch wurde das österreichisch-ungarische Heer entlastet, dessen Angriffe bisher von weniger Erfolg gekrönt waren. Zum Ende des Jahres konnten die Russen die Oberhand nicht mehr zurückgewinnen, zu stark war der Druck der Mittelmächte. Allein im August wurde Warschau und einer der stärksten Stützpunkte, Kowno, besetzt. Am 23. Mai erklärte Italien den Mittelmächten den Krieg und eröffnete eine Offensive am Isonzo.



Die Situation für die italienischen Truppen war sehr schlecht. Die Österreicher konnten die Höhe des Gebirges nutzen, um sich in wirkungsvolle Verteidigungspositionen zu bringen. Des weiteren konnte fast keine Artillerie auf die Berge gebracht werden, weshalb der erhoffte Erfolg für Italien ausblieb. Dennoch befand sich Österreich-Ungarn ab sofort in einem Drei-Frontenkrieg, was den Druck auf die Mittelmächte erheblich erhöhte. Der Kampf zwischen Italien und Österreich wurde fortan in vielen Schlachten am Isonzo ausgetragen, ohne entscheidende Vorteile für eine Partei zu erreichen. Inzwischen hatte sich auch der Nahe Osten zum Kriegsschauplatz entwickelt.

Das Osmanische Reich befand sich bereits seit dem 5. November 1914 offiziell im Krieg gegen die Entente, wobei bedeutende Kämpfe lediglich im Kaukasus ausgetragen wurden. Anfang des Jahres 1915 war die Lage für die Türken sehr schlecht. Ihr Heer war unzureichend ausgerüstet, und ihr riesiges Reich wurde von allen Seiten bedrängt. Den Briten war es bereits am 23. November 1914 gelungen, die Hafenstadt Basra am Persischen Golf zu besetzen, und sich (auch mit indischen Soldaten) erheblich zu verstärken.

Am 15. April wurde ein Versuch unternommen, die Hafenstadt zurück zu erobern, was jedoch unter Verlust von 5000 Männern misslang. Am 25. April begann die Dardanellen-Operation der Alliierten auf der Halbinsel Gallipoli mit dem Ziel, nach Konstantinopel durchzubrechen. Die zerklüfteten Felsen der Insel boten zwar einen guten Unterschlupf, aber bei einem Angriff waren sie den Briten, Australiern und Neuseeländern wenig hilfreich. Auch war der türkische Widerstand unerwartet hart, weshalb die Operation am 19.

November mit einer umfassenden amphibischen Evakuierung abgebrochen werden musste. Kriegsjahr 1916 Zu Beginn des Jahres entschloss sich die OHL, die französische Festung Verdun anzugreifen. Am 21. Februar begann die Schlacht mit einem gewaltigen Trommelfeuer aus 1.500 Geschützrohren. Es war das größte Bombardement in der Menschheitsgeschichte, alle französischen Vorposten wurden dabei ausgelöscht.

Kurz danach griffen acht deutsche Divisionen auf voller Frontbreite an und zerschlugen die letzten gegnerischen Einheiten, worauf die Moral der Franzosen erheblich sank. Kurz danach entschlossen sich die Alliierten, dass die Festung Verdun unbedingt gehalten werden sollte. Durch den guten Nachschub gelang es den Franzosen, bis Anfang April dem Gegner ebenbürtig zu sein. Am 20. Mai wurde die Höhe "Toter Mann" ("Dead Mans Hill" oder "Morte Homme") von den Deutschen eingenommen, jedoch nicht sehr lange gehalten. Die Höhe gilt wegen der unglaublich brutal geführten Kämpfe als Symbol für die "Hölle von Verdun".

Am 24. September schafften es die Franzosen im Rahmen einer Offensive, wichtige Gebiete einzunehmen, welche zuvor monatelang von den Deutschen gehalten wurden. Des weiteren wurde der Druck auf die kaiserlichen Truppen schon durch die britische Offensive an der Somme erhöht. Im November ging die Schlacht von Verdun zu Ende, sie forderte das Leben von 350.000 deutschen und 330.000 französischen Soldaten.

Kriegsjahr 1917 1917 traten die USA in den Krieg ein. Begründung war vor allem der deutsche U-Boot-Krieg der auch viele zivile Opfer forderte. Außerdem flog die Zimmermann-Depesche auf, in der das Deutsche Reich Mexiko aufforderte die USA anzugreifen. In Russland wurde im Rahmen der Februarrevolution der Zar gestürzt und die Macht von Sozialdemokraten (Menschewiki) und bürgerlichen Kräften übernommen, die den Krieg weiterführten. U.a.

aus diesem Grunde ermöglichte die OHL im April einer im schweizer Exil lebenden Gruppe von Russen um Lenin, mit dem Zug nach Russland zu kommen. Der Zug fuhr über Berlin, wo er 40 Millionen Goldmark beladen wurde. Eine Summe, die heute in die Milliarden gehen würde. Im November kam es dann zur erhofften Oktoberrevolution (nach russischem Kalender war es noch Oktober), die von den Bolschewiki unter Lenin angeführt wurde, welche die Macht der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte (Sowjets) einführten und den Russischen Bürgerkrieg auslösten. Kriegsjahr 1918 Nach dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk schied Russland im März, unter dem Verlust riesiger Gebiete, aus dem Krieg aus. Selbst die Ukraine wurde unter deutsche Kontrolle gestellt, wovon man sich erhöhte Rohstoff- und Getreideversorgung erhoffte.

Der Krieg in Europa dauerte noch bis zum November. Allerdings machte sich überall Kriegsmüdigkeit breit. Meutereien nahmen bereits ab 1917 zu. An den Fronten verbrüderten sich zum Teil die Soldaten über die Schützengräben hinweg. In Deutschland und Frankreich wurden meuternde Soldaten und Matrosen erschossen. Im November wollte die deutsche Admiralität die deutsche Flotte, zu einer letzten Schlacht auslaufen lassen, die den sicheren Untergang und den Tod zehntausender Matrosen gefordert hätte.

Es kam zu neuen Meutereien und schließlich zum Matrosenaufstand in Kiel, der sich in Windeseile über das ganze Reich ausbreitete. Die Novemberrevolution zwang den Kaiser zum Abdanken. Die neue Regierung schloss einen Waffenstillstand. Im Juni 1919 wurde der Krieg mit Deutschland durch den Vertrag von Versailles offiziell beendet. Militärische Besonderheiten Luftkrieg Die wenig robusten Flugzeuge zu Beginn des Krieges wurden hauptsächlich zur Fernaufklärung eingesetzt. Doch bereits in diesem Zeitraum erfüllten sie eine wichtige, von den Generälen unterschätzte, Aufgabe.

Als die Briten in Frankreich ankamen, brachten sie gerade einmal 48 Aufklärungsmaschinen mit. Sie erkundeten jeden Tag das Gebiet und meldeten die Feindbewegungen an das Oberkommando. Ihnen war es besonders zu verdanken, dass General Joffre die Offensive an der Marne einleitete. Das deutsche Heer wollte bei seinem Vormarsch Paris westlich umgehen. Als es plötzlich nach Südosten abdrehte, und dabei eine große Lücke zwischen den einzelnen Armeen hinterließ, wurde dies zuerst von den Fliegern der Royal Flying Corps (RFC) bemerkt. Sie gaben die Nachricht an die französische Kommandokette weiter, die daraufhin den Gegenangriff an der Marne einleiten konnte.

Auf diesem Wege gewann die Luftaufklärung zunehmend an Bedeutung. Als der Stellungskrieg einsetzte, wurden die Flieger auch zu Artilleriekoordinierung eingesetzt, weswegen erste Methoden zu ihrer Bekämpfung entwickelt worden. Der französische Luftfahrtpionier Roland Garros war der Erste, der ein echtes Jagdflugzeug entwickelte. Er montierte ein Maschinengewehr an der Spitze seines Flugzeugs. Um den Propeller nicht zu beschädigen, verstärkte er ihn mit Stahlplatten. Im Frühjahr 1915 machte er 18 Tage lang über Flandern Jagd auf die Deutschen, bis er bei einer seiner Missionen abgeschossen wurde.

Wenig später baute der Niederländer Anthony Fokker ein Unterbrechergetriebe in sein Fokker E.III ein. Das MG setzte immer dann sein Feuer aus, wenn es denn Propeller getroffen hätte. Die ersten erfolgreichen Piloten dieser Maschinen waren Max Immelmann und Oswald Boelcke, die den Ruf der Fokkergeißel begründeten. Bis Anfang 1916 dominierten die Deutschen im Himmel über der Westfront. Angriffe durch Bombenabwürfe kamen zuerst eher selten vor, wurden aber im Laufe des Krieges verstärkt.

Die ersten Bomben wurden von einem deutschen Zeppelin am 24. August 1914 über Antwerpen abgeworfen. Im Dezember des selben Jahres griff man auch die britische Insel an. Die Engländer wiederrum konzentrieren sich bei ihren Angriffen auf die Industrie Westdeutschlands und die Zeppelinwerke am Bodensee. Bis 1917 wurden immer wieder schwere Angriffe auf London geflogen, worauf einige Industrien den Betrieb sogar stilllegen mussten. Danach wurden die Luftschiffe, welche eine zu große Angriffsfläche boten und zu unbeweglich waren, zunehmend durch Großflugzeuge abgelöst.



Ab 1916 verloren die Deutschen ihre Lufthoheit wieder. Die Alliierten hatten sich neu organisiert und flogen nun mit einigen robusten Flugzeugen (z.B. Nieuport 11) sehr erfolgreiche Angriffe. Die Deutschen reagierten. Oswald Boelcke bildete einige der besten Flieger aus und vermittelte ihnen sein Kampfwissen (niedergeschrieben in der Dicta Boelcke).

Die deutschen Jagdstaffeln (kurz JASTA), insbesondere die JASTA 11, brachten den Alliierten schwere Verluste bei. Nach dem Tod Boelckes wurde Anfang 1917 die JASTA 11 von Manfred von Richthofen geleitet. Er sorgte mit seinen Piloten für den blutigen April, in dem die Alliierten 443 Flieger verloren. Richthofen selber schoss in dieser Zeit 20 Flugzeuge ab, sein Bruder Lothar brachte es auf 15 Abschüsse. Ein anderer Pilot, Kurt Wolf, erlangte in diesem April 22 Luftsiege. Als 1918 die Amerikaner eintrafen, wendete sich das Blatt.

Die Amerikaner waren zwar unerfahren. Die Überlegenheit an der Masse von Flugzeugen konnten die Deutschen jedoch nicht ausgleichen. Ab Sommer 1918 mussten die kaiserlichen Piloten ihr Glück mit Sturzangriffen probieren, da sie sonst keine Chance gegen die alliierten Geschwader hatten. Daraufhin ließ man mehrere Staffeln übereinander fliegen, wodurch die Deutschen weiterhin bedrängt wurden. Am 21. April 1918 wurde Manfred von Richthofen abgeschossen.

Er war mit 80 Luftsiegen der erfolgreichste Jagdflieger des Ersten Weltkriegs. Durch den Verlust ihres Idols und durch zunehmende Nachschubschwierigkeiten, verstärkte sich der Druck auf die kaiserlichen Jagdstaffeln. Zum Kriegsausgang konnten die Luftstreitkräfte wenig beitragen. Der Krieg wurde am Boden entschieden . SeekriegAuf den Weltmeeren standen sich zum Anfang des Krieges hauptsächlich die kaiserliche Flotte Deutschlands und die Grand Fleet Großbritanniens gegenüber. Aufgrund der Übermacht britischer Schiffe konnten die Deutschen 1914 nicht in die Offensive gehen, weswegen besonders die alliierte Schifffahrt im Ärmelkanal ohne große Störungen erfolgen konnte.

Aufgrund der Zurückhaltung der Mittelmächte, die dem Krieg auf den Schlachtfeldern Frankreichs vorerst größere Beachtung schenkten, konnten die Briten ungestört eine Seeblockade in der Nordsee einleiten. Das Ziel der Blockade war es, Deutschland von allen Zufahrten des Seeweg zu trennen. Um das Ungleichgewicht der Kräfte zu kompensieren, leiteten die Deutschen den U-Boot Krieg ein. Nach anfänglichen Misserfolgen deutscher U-Boote, gelang es der U-9 am 22. September 1914 drei britische Kreuzer zu versenken. Nachdem man die Wirksamkeit der Unterseeboote erkannt hatte, entschloss man sich auch Handelsschiffe zu attackieren, um die Briten von ihrem überlebenswichtigen Nachschub abzuschneiden.

Im Überseekrieg erlitten die Deutschen in der Schlacht bei den Falklandinseln eine schwere Niederlage. Als das deutsche Pazifikgeschwader unter der Leitung von Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee am 1. November in der Bucht von Coronel zwei englische Kreuzer versenken konnte, entschieden sich die Briten einen Verband in Richtung Falkland zu schicken, da sie befürchteten, von Spee könnte den Hafen Stanley auf den Inseln angreifen. Als von Spee am 8. Dezember den Hafen erreichte, wurde er von einer britischen Übermacht überrascht. In der nachfolgenden Schlacht versenkten die Briten die Panzerkreuzer Scharnhorst und Gneisenau.

Die verbliebenen deutschen Schiffe konnten zwar vorerst entkommen, wurden aber weniger später aufgespürt und ebenfalls vernichtet. 1915 verschlechterte sich die Lage Deutschlands. Sämtliche Versuche die alliierte Seeblockade zu schwächen schlugen fehl und immer mehr deutsche Schiffe wurden versenkt oder nach schwerer Beschädigung freiwillig aufgegeben. Aufgrund dieser Fehlschläge erfolgte am 4. Februar der Beginn des uneingeschränkten U-Bootkrieges, in dem neben alliierten auch neutrale Schiffe angegriffen werden konnten. Am 7.

Mai versenkte die U-20 die Lusitania, was eine internationale Protestwelle auslöste. Die ' war ein bewaffneter Hilfskreuzer, der Waffen und Munition von Amerika nach Europa bringen sollte. Zur Tarnung deklarierte man das Schiff als Passagierdampfer, der u.a. auch US-Amerikaner beförderte. Obwohl die deutsche Regierung eine Meldung herausgab, in der man vor Reisen nach Großbritannien warnte, waren über 200 Amerikaner an Bord der Lusitania, als diese am 1.

Mai 1915 den Hafen von New York verließ. Die Briten wussten, dass der Tod von US-Bürgern den Kriegseintritt der USA bewirken würde. So wurde der Kreuzer Juno vom Geleitschutz der Lusitania abgezogen, und der Kapitän des Schiffes nicht über die Tätigkeiten deutscher U-Boote unterrichtet. Als die Briten schließlich noch die Rute änderten, und die Lusitania nicht wie geplant nach Liverpool, sondern nach Queenstown fuhr, steuerte das Schiff ahnungslos auf die U-20 zu. Am 7. Mai versenkte die U-20 das Transportschiff, wobei über 1100 Passagiere starben.

Zwischen den USA und dem Deutschen Reich verschärfte sich der Ton. Schließlich drohte Amerika sogar mit einem Eintritt in den Krieg. Aus Angst um einen amerikanischen Kriegseintritt beendete die deutsche Admiralität Anfang 1916 den Handelskrieg und konzentrierte sich auf die Vernichtung alliierter Kriegsschiffe. Zwischen dem 31. Mai und dem 1. Juni kam es zur Schlacht am Skagerrak, in der 258 Schiffe beteiligt waren.

Das Ziel der Deutschen war es, mit ihrer Hochseeflotte die Briten entscheidend zu schwächen. Letztlich endete die bisher größte Seeschlacht der Weltgeschichte mit einem Unentschieden und Deutschland setzte wieder alle Hoffnungen auf den uneingeschränkten U-Bootkrieg. Im Kriegsjahr 1917 führte diese Strategie zwar zu gewaltigen Verlusten unter alliierten und neutralen Handelsschiffen, eine kriegsentscheidende Wendung, wie von den deutschen Führung erwartet, konnte jedoch nicht erreicht werden. Stattdessen trat die USA in den Krieg ein und ein Großteil der deutschen U-Boote wurde vernichtet. Im Mai 1918 eröffneten die Deutschen eine weitere U-Boot-Offensive, wodurch unter den Amerikaner einige Verluste zu beklagen waren. Besonders die U-Boote vor der Ostküste Nordamerikas waren eine große Gefahr für Handelsschiffe und Truppentransporter.

Doch letzten Endes war durch den Seekrieg keine kriegsentscheidende Wirkung zu erwarten. Ein großer Teil der U-Boot-Besetzungen war gefallen und die Industrie sah sich außer Stande die zunehmenden Verluste an Booten auszugleichen. Als sich ein Ende des Krieges anbahnte, sollte am 28. Oktober noch einmal ein Großangriff auf die britische Marine stattfinden, worauf der Matrosenaufstand von Kiel losbrach und der Seekrieg somit sein Ende fand. GiftgasDer Erste Weltkrieg war der erste Krieg, in dem Giftgas eingesetzt wurde. Der Krieg an der Westfront hatte sich schnell zum Stellungskrieg entwickelt.

Geländegewinne waren kaum möglich, da beide Seiten sich in ihren Schützengräben gut eingegraben hatten. Aus militärstrategischer Sicht erforderte diese Situation den Einsatz einer Flächenwaffe, mit der man den Feind von oben beharken konnte. Die klassische Waffe dafür war natürlich die Artillerie. Besonders für die Deutschen ergab sich jedoch das Problem, dass die Sprengstoffproduktion zu keinem Zeitpunkt mit dem Bedarf der Militärs Schritt halten konnte, da es an Rohstoffen (v.a. Nitrat, das damals aus Chile über den Atlantik - und damit mitten durch vom Feind kontrolliertes Gebiet - importiert werden musste) mangelte.

Erst später konnte der Nitratmangel durch das Haber-Bosch-Verfahren, mit dem Ammoniak synthetisiert werden konnte, gelindert werden. In dieser Situation entstand die Idee, statt Sprenggranaten giftige Chemikalien zu verschießen. Eigentlich galt der Einsatz von Gift als unmilitärisch und war laut Haager Landkriegsordnung verboten, aber der Zweck sollte die Mittel heiligen. Man fing an, nach geeigneten Stoffen zu suchen. Bis Kriegsende hatte man 3.000 verschiedene Substanzen auf ihre Brauchbarkeit als Waffe geprüft.



Erste Versuche Die ersten, die dann chemische Waffen im weitesten Sinne einsetzten, waren die Franzosen. Die Pariser Polizei hatte vor dem Krieg Tränengas-Munition entwickelt, die bis dahin ungenutzt lagerte. Diese Munition holte man jetzt hervor und probierte sie an der Front aus. Die Patronen waren mit 19 ml Bromessigsäureethylester (ein recht schwaches Tränengas) gefüllt. Sehr bald stellte sich heraus, dass das zu wenig war. Die Munition war für den Einsatz in geschlossenen Räumen entwickelt worden, unter freiem Himmel verdünnte sich der Stoff so sehr, dass dadurch niemand kampfunfähig zu machen war.

Auch die Deutschen starteten ihre ersten Versuche. Zunächst wurden ebenfalls nicht-tödliche Chemiewaffen eingesetzt. Am 27. Oktober 1914 verschossen die Deutschen bei Neuve-Chapelle zum ersten Mal Granaten, die mit Dianisidinchlorsulfonat gefüllt waren, einem feinkristallinen Pulver, das die Schleimhäute von Augen und Nase reizte. Der Erfolg blieb auch hier aus, da sich die verwendeten Stoffe beim Abschuss durch die entstehende Hitze zersetzten. Dieses Problem hatte man den ganzen Krieg durch: Die Chemikalie musste ausreichend giftig sein, aber auch genügend hitzebeständig.

Während der Experimente mit Kampfgasen kam man schon früh auf Xylylbromid, das recht giftig und hitzefest war, trotzdem versagte es beim ersten Einsatz an der Ostfront: Es war Januar 1915 und man hatte nicht bedacht, dass Xylylbromid bei tiefen Temperaturen kaum in den gasförmigen Zustand übergeht. Auch hier war also die Konzentration zu gering, um dem Feind ernsthaft zu schaden. Chlorgase und Blasverfahren Da man mit durch die Artillerie verschossenem Giftgas augenscheinlich Probleme hatte, erfand man etwas Neues: Man nahm nun Chlorgas, das sehr billig zu erhalten war, da es ein Abfallprodukt der chemischen Industrie war. Um den Stoff zum Feind zu bringen, entwickelte Fritz Haber das Habersche Blasverfahren, mit dem das Chlorgas (schwerer als Luft und daher in Bodennähe konzentriert) nicht verschossen, sondern aus Behältern bei entsprechender Windrichtung in die französischen Schützengräben geblasen wurde. Zum ersten Mal hatte ein Gaseinsatz durchschlagenden "Erfolg": Am 22. April 1915 fielen in Ypern (Belgien) 5.

000 Menschen einem deutschen Chlorgaseinsatz zum Ofer, 15.000 weitere erlitten Vergiftungen. Dieses Datum wird heute als Beginn der chemischen Kriegsführung angesehen. Gegenmaßnahmen, Phosgen und Senfgas Die nächste "Innovation" kam dann wieder von den Franzosen. Sie verschossen Ende Februar 1916 als erste Granaten mit Phosgen. Auf die Wirkung (und vor allem die Spätfolgen) dieses Kampfstoffs gehen die meisten Gastoten des 1.

Weltkriegs zurück. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Gasmasken erfunden. Nach einigen Monaten hatten beide Seiten ihre Soldaten flächendeckend mit Gasmasken ausgerüstet. Deshalb erfanden die Giftköche wieder etwas neues: Senfgas war ein Kontaktgift und führte zunächst zu schweren Verätzungen der Haut und schließlich zum Tod. Als "Testgelände" verwendeten die Deutschen wieder das Schlachtfeld bei Ypern, im Juli 1917. 1918 war der Krieg dann vorbei und man konnte sich daran machen, die Schäden zu bilanzieren.

Die genaue Anzahl von durch Kampfgas Vergifteten und Toten ist nur schwer festzustellen, zumal ein Großteil der Soldaten erst nach dem Krieg an den Spätfolgen verstarb: Schätzungen gehen von ca. 496.000 Vergifteten und 17.000 Toten aus. Wirtschaftliches Umfeld Deutsches ReichDer Erste Weltkrieg unterschied sich in vielerlei Hinsicht von früheren europäischen Kriegen. Für das Deutsche Reich lag einer der Unterschiede darin, dass zum ersten Mal ein Krieg, der außerhalb der heimatlichen Region, sogar außerhalb des Staates geführt wurde, in seinen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen ganz unmittelbar und in unerwarteter Intensität auf die heimatliche Region und auf den Staat durchschlug.

Die durch den Krieg bedingten Engpässe und Veränderungen machten sich sehr schnell bemerkbar. Neben der in dieser Größenordnung noch nicht dagewesenen Mobilmachung von Soldaten gehörte dazu auch das Problem der Finanzierbarkeit des Krieges. Die Kriegsausgaben des Reiches betrugen 1915 24 Milliarden, d. h. das zehnfache der Steuereinnahmen des letzten Friedenshaushalts. Da aus unterschiedlichen Gründen, u.

a. wegen der Aufrechterhaltung des sozialen Friedens, die Kriegsfinanzierung nicht durch Steuern, sondern durch Kreditaufnahmen erfolgen sollte, kam es von Anfang an zu masiven Eingriffen in die Finanzwirtschaft. Zudem zog dieses Vorgehen natürlich alle negativen Folgen nach sich, die man von einer auf Schulden basierenden Volkswirtschaft kennt. Die Maßnahmen waren anfänglich noch unter der Voraussetzung getroffen worden, dass der Krieg - entsprechend den Erfahrungen von 1866 und 1870/71 - in wenigen Monaten beendet sein würde. Von dieser Überlegung ging ja auch die Armee aus. Man erwartete von der vorhandenen deutschen Rüstungsindustrie eine ausreichende Versorgung.

Erst der Munitionsmangel Anfang November 1914, als nur noch Munition für sechs Tage zur Verfügung stand, zeigte die rüstungswirtschaftlichen Engpässe in aller Deutlichkeit auf. Im Verlauf des Krieges blieben ja sowohl die schnellen militärischen Fortschritte und damit auch die Möglichkeit der Beschlagnahme von Rohstoffen im Feindesland aus. Zudem stürzte die englische Seeblockade die stark importabhängige deutsche Wirtschaft in größte Verlegenheit. Auf Initiative namentlich von Walther Rathenau und Wichard von Moellendorff von der AEG wurde noch im August 1914 die Kriegsrohstoffabteilung (KRA) ins Leben gerufen. Diese Stelle, bis 1915 unter der Leitung Rathenaus, stand für eine enge Verzahnung von Privatwirtschaft und Staat, allerdings schon seit ihrer Gründung unter heftiger Ablehnung von Teilen der Privatwirtschaft. Ihre Hauptaufgabe sah sie in der Versorgung der Privatwirtschaft mit den benötigten Rohstoffen, die daher zentral bewirtschaftet werden mussten.

Zudem entstanden "Kriegsgesellschaften", die deren Zahl im Laufe des Krieges auf über hundert stieg. Diese waren ähnlich wie Aktiengesellschaften organisiert. Im Frühsommer 1916 kam es zu einer massiven militärischen, politischen und wirtschaftlichen Krise, weil die Kriegskosten ins Gigantische stiegen: Mehr als 1/10 des Jahresvolkseinkommens 1913 wird zu dieser Zeit in einem Monat verpulvert. Ab der 5. Kriegsanleihe (Sept/Okt 1916) können die Zeichnungsergebnisse nicht mehr mit dem Geldbedarf Schritt halten. Darauf wurde das Hindenburg-Programm verkündet, das drastische Maßnahmen zur Steigerung der Wirtschaftskraft verlangte, sowie das "Kriegsamt" neu geschaffen.

Die Folgen des Hindenburg-Programms waren aber nicht nur für die Wirtschaft spürbar, sondern auch für die Soldaten und Arbeiter. Denn zur Steigerung der Produktion war es unumgänglich, aus den Armeen eine Fülle von Facharbeitern herauszuziehen. Der Einsatz von Frauen in der Industrie stieg weiter an. Ein allgemeinen Arbeitszwang wurde eingeführt, Kriegsgefangene und (vielfach belgische) Zwangsarbeiter wurden in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Nicht "kriegswichtige" Betriebe litten unter dem Entzug der für die Rüstungsindustrie benötigen Rohstoffe und Arbeitskräfte.

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