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  Märzrevolution [vorgeschichte/ursachen/verlauf/nationalversammlung]

  Vorgeschichte und Ursachen der Revolution Wirtschaftliche und soziale Hintergründe - unmittelbarer Vorbote der Märzrevolution in Deutschland war das Krisenjahr 1847, dem schwere Missernte 1846 vorausging - Verteuerung der Lebensmittel ->Hungersnöte und Hungerrevolten in fast allen deutschen Staaten und Regionen - Viele vom Pauperismus (vorindustrielle Massenarmut) betroffene Bevölkerungsschichten (Arbeiter,verarmte Handwerker,Landarbeiter) schlossen sich zunehmend den Forderungen demokratisch und liberal gesinnter Kreise an - Abnahme der Kaufkraft bei Industrieprodukten - Niedergang des deutschen Textilgewerbes und allgemein die Krise des Handwerks, war auch bedingt durch die fortschreitende industrielle Revolution in Europa (durch neue technische Erfindungen und Entwicklungen von England) - manufakturierung - Arbeits- und Lebensbedingungen im 19. Jahrhundert katastrophal - Jahre vor der Märzrevolution - immer wieder kleinere regional begrenzte Aufstände gegen Industriebarone - 1844 Weberaufstand in Schlesien - Auch wohlhabendere Bürgertum zunehmend in wirtschaftlicher Entwicklung eingeschränkt - Zollpolitik der Fürstentümer -> freier Handel stark begrenzt - Forderungen nach Liberalisierung der Wirtschaft und des Handels - 1834 wurde der Deutsche Zollverein gegründet Politische Hintergründe - wesentliches Ziel der Märzrevolution; Überwindung der Restaurationspolitik - wichtigster Verfechter der politischen Restauration war Fürst von Metternich (Die Politik der Restauration, die auf dem Wiener Kongress 1814/1815 am 9. Juni 1815, - noch unmittelbar vor der endgültigen Niederlage Napoléon Bonapartes bei der Schlacht von Waterloo (18. Juni 1815), beschlossen wurde, sollte innenpolitisch und zwischenstaatlich die politischen Machtverhältnisse in Europa wiederherstellen, wie sie vor derfranzösischen Revolution von 1789 geherrscht hatten. - bedeutete Vorherrschaft des Adels und Wiederherstellung seiner Privilegien - Innenpolitisch im Zuge der Restauration Zensurmaßnahmen verschärft, Pressefreiheit stark eingeschränkt - studentische Burschenschaften waren zu dieser Zeit vor allem Träger der Forderung nach nationaler Einigung und nach demokratischen Rechten - vom Wartburgfest inspirierte Aktivitäten machten staatliche Behörden auf Burschenschaften aufmerksam - 1819 Karlsbader Beschlüsse - Trotz Verbot und Verfolgung blieben Mitglieder der Burschenschaften oft im Untergrund aktiv - Julirevolution von 1830 in Frankreich - das reaktionäre Königshaus der Bourbonen unter Karl X. wurde gestürzt - liberale Kräfte in Deutschland und anderen Regionen Europas erlangten neuen Auftrieb Insgesamt blieb das Metternichsche System jedoch zunächst erhalten, auch wenn sich überall Risse zeigten.

Verlauf der Revolution - Auslöser Märzrevolution -> Februarrevolution 1848 in Frankreich - Die Ereignisse in Frankreich, wo es gelang, den inzwischen vom Liberalismus zusehends abgekommenen Bürgerkönig Louis Philippe abzusetzen und schließlich die zweite Republik auszurufen, setzten europaweit über den relativ kurzen Zeitraum von 1 1/2 Jahren revolutionäre Umwälzungen in Gang. - Zentren Revolutionen: Baden, Preußen, Österreich, Oberitalien, Ungarn, Bayern und Sachsen.In manchen Ländern des deutschen Bundes, wo die Fürsten relativ schnell einlenkten und nachgaben (zum Beispiel im Königreich Württemberg, in Hessen-Darmstadt oder in Hannover), kam es bald zur Errichtung von liberalen so genannten "Märzministerien", die teilweise den Forderungen der Revolutionäre nachkamen (zum Beispiel Einrichtung von Schwurgerichten, Abschaffung der Pressezensur, Bauernbefreiung). Oftmals blieb es aber auch nur bei bloßen Versprechungen. In diesen letztgenannten Ländern nahm die Revolution wegen der frühen Zugeständnisse einen einigermaßen friedlichen Verlauf. Baden Schon am 27.

Februar 1848 war es in Mannheim zu einer Volksversammlung gekommen, bei der grundlegende Forderungen der Revolution vorweg genommen wurden. Die Forderungen der badischen Revolutionäre, jedenfalls deren in Baden stark vertretenem radikaldemokratischem Flügel waren diejenigen, welche die deutlichsten und am weitest gehenden Veränderungen verlangten. Unter Führung des Advokaten Friedrich Hecker und Gustav Struves forderten sie unter anderem die Schaffung einer tatsächlichen Volkssouveränität, Abschaffung der Adelsprivilegien, Volksbewaffnung und eine Progressive Einkommensteuer. Damit stellten sie auch schon sozialistische und sozialrevolutionäre Forderungen auf. Struve und Hecker hatten schon als Vertreter des linken Flügels im Frankfurter Vorparlament, das die Wahl zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung vorbereiten sollte, eine föderative deutsche Republik mit nicht nur politischen, sondern auch sozialen Veränderungen gefordert. Ein entsprechendes von Struve veröffentlichtes Programm wurde aber von der Mehrheit des Vorparlaments abgelehnt.


Daraufhin versuchten Hecker, Struve und deren Anhänger ihre Vorstellungen auf eigenem Weg, von Südwestdeutschland ausgehend,beim so genannten "Heckeraufstand" durchzusetzen. In Konstanz riefen sie angeblich am 12.April 1848 gemeinsam mit dem Bonner Hochschullehrer Gottfried Kinkel und anderen die Republik aus (Allerdings erwähnt dies keine der drei Konstanzer Zeitungen in ihren Berichten über die betreffende Rede). Der Heckerzug machte sich mit etwa 1200 Mann Richtung Rheinebene auf, wo er sich mit einem Zug unter Führung des linksrevolutionären Dichters Georg Herwegh und dessen als Kundschafterin eingesetzten Frau Emma, der aus Frankreich kommenden "Deutschen Demokratischen Legion" vereinigen und in die badische Hauptstadt Karlsruhe marschieren wollte, um von dort aus die Republik in ganz Baden durchzusetzen. Beide Gruppen wurden aber in kurzer Zeit von regulärem Militär besiegt und aufgerieben. Heckers Freischar am 20.

April 1848 in einem Gefecht bei Kandern im Schwarzwald, und Herweghs Freischar eine Woche später bei Dossenbach. Hecker konnte ins Exil entkommen, das ihn über die Schweiz letztlich in die USA führte. Ein weiterer Aufstand Struves im September 1848 in Lörrach, wo er mit seinen Anhängern wiederum die Republik ausrufen wollte, scheiterte ebenfalls. Struve wurde gefangen genommen und bei einem Hochverratsprozess in.Freiburg mit einigen anderen Revolutionären zu einer Haftstrafe verurteilt, bis er bei den Maiunruhen 1849 wieder befreit wurde. Die weitere revolutionäre Entwicklung Badens beschränkte sich danach im Wesentlichen zunächst auf die Auseinandersetzungen in der Frankfurter Nationalversammlung.

Im Mai 1849 kam es, nachdem die Nationalversammlung in Frankfurt gescheitert war, neben anderen deutschen Staaten auch in Baden zu weiteren Aufständen, den so genannten Maiaufständen im Rahmen der Reichsverfassungskampagne. Die Demokraten wollten dabei die Anerkennung ihrer jeweiligen Regierungen in einer Reichsverfassung erzwingen. In der Bundesfestung Rastatt meuterte am 11. Mai die badische Garnison. Wenige Tage später floh Großherzog Leopold von Baden nach Koblenz. Am 1.

Juni 1849 übernahm eine provisorische Regierung unter dem liberalen Politiker Lorenz Brentano die Regierungsgewalt. Es kam zu Kämpfen gegen Bundestruppen und die preußische Armee unter Führung des "Kartätschenprinzen" Wilhelm von Preußen (des späteren deutschen Kaisers Wilhelm I.). Die badische Revolutionsarmee konnte jedoch dem Druck der Übermacht der preußischen Truppen nicht standhalten.Die badischen Revolutionäre standen im Juni 1849 unter der Führung des polnischen Revolutionsgenerals Ludwik Mieroslawski. Mieroslawski war ein taktisch geschickter und erfahrener Soldat der Revolution.

Er hatte im Zuge der Märzrevolution auch schon den Aufstand der Posener Polen 1848 gegen die preußische Vorherrschaft und andere vorausgegangene polnische Aufstände angeführt (siehe Unterartikel Posen, Polen). Mieroslawski trat jedoch am 1. Juli 1849 als Befehlshaber der badischen Revolutionstruppen zurück. Die Moral der Truppe war zurück gegangen. Mieroslawski war auch resigniert von der zu zögerlichen Haltung der Regierung Brentano, der wegen seiner Unentschlossenheit dann doch noch von einer radikaleren Gruppe um Gustav Struve gestürzt wurde. Aber der Niedergang der badischen Revolution war im Grunde schon besiegelt.

Auf Seiten der badischen Revolutionäre war auch der Sozialist Friedrich Engels aktiv an den Kämpfen beteiligt. Engels war 1848 / 49 Redakteur der von Karl Marx herausgegebenen Neuen Rheinischen Zeitung und kritisch-sympathisierender Beobachter der Revolution (ein Jahr zuvor, im Februar 1848, hatte Engels zusammen mit Karl Marx im Auftrag des Bund der Kommunisten Das Kommunistische Manifest herausgegeben). Auch der zu der Zeit noch relativ unbekannte spätere erste Vorsitzende der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der Vorläuferpartei der SPD, Wilhelm Liebknecht war auf der Seite der Revolutionäre aktiv. Als am 23. Juli 1849 nach dreiwöchiger Belagerung die Festung Rastatt fiel, war die badische Revolution endgültig gescheitert. 23 Revolutionäre wurden hingerichtet, einige andere wie Gustav Struve, Carl Schurz und Lorenz Brentano konnten sich ins Exil absetzen.

Insgesamt verließen nach der Revolution etwa 80.000 Badener ihr Land (um die 5 % der Bevölkerung). Einige der prominenten Revolutionäre setzten später in den USA ihr politisches Engagement für demokratische Ziele fort und machten auch politisch Karriere. Carl Schurz wurde 1877 Innenminister der USA, als der er bis 1881 im Amt war.Kennzeichnend für die badische Revolution im Unterschied zu den anderen Aufständen im Deutschen Bund war, dass in ihr die Forderung nach einer demokratischen Republik am konsequentesten vertreten wurde. Dagegen wurde in den Gremien und Revolutionsparlamenten der anderen Fürstentümer des Deutschen Bundes mehrheitlich eine konstitutionelle Monarchie mit Erbkaisertum favorisiert.

Die Basis der Revolution in Baden bildeten die vielerorts gegründeten badischen Volksvereine Frankfurter Nationalversammlung Vorbereitet durch Versammlungen, das Vorparlament sowie dessen Fünfzigerausschuss und Siebzehnerausschuss wurde am 18. Mai 1848 in der Paulskirche in Frankfurt am Main eine gesamtdeutsche Nationalversammlung mit809 gewählten Vertretern (Abgeordnete und ihre Nachrückkandidaten) aus allen deutschen Staaten unter der Präsidentschaft des gemäßigten Liberalen Heinrich von Gagern eröffnet. Die Nationalversammlung stellte eine provisorische Zentralgewalt des Deutschen Bundes mit dem österreichischen Erzherzog Johann als Reichsverweser dar. Die Frankfurter Nationalversammlung sollte die deutsche Einheit vorbereiten und eine gesamtdeutsche Reichsverfassung ausarbeiten. In der Nationalversammlung vertreten waren vornehmlich die Schichten des Großbürgertums - unterschiedliche Gruppierungen und Fraktionen 1. Die "demokratische Linke", die sich aus der extremen und der gemäßigten Linken zusammen setzte (die Parteien Donnersberg, Deutscher Hof, Nürnberger Hof und Westendhall) 2.

Die "liberale Mitte", die sich aus dem linken und rechten Zentrum zusammen setzte (Württemberger Hof, Augsburger Hof, Landsberg, Kasino, Pariser Hof) 3. Die "konservative Rechte" aus Protestanten und Konservativen (Cafe Milano) Die Vorstellungen der Fraktionen reichten von der Minderheitsposition der Errichtung einer parlamentarischen gesamtdeutschen demokratischen Republik, über eine konstitutionelle Monarchie mit Erbkaisertum als so genannte Kleindeutsche Lösung (ohne Österreich) oder als so genannte großdeutsche Lösung (mit Österreich), bis hin zum Erhalt des Status Quo. Zu der lähmenden Uneinigkeit der Abgeordneten kam das Fehlen einer eigenen Exekutive, um die Beschlüsse des Parlaments durchzusetzen, die u.a. oft an österreichischen oder preußischen Alleingängen scheiterten. Trotz allem wurde am 28.

März 1849 eine Verfassung verabschiedet, die eine kleindeutsche Lösung unter preußischer Führung vorsah. Der König von Preußen war als Kaiser vorgesehen. Als am 28. April auch König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen die ihm durch die Kaiserdeputation angetragene Kaiserwürde ablehnte, war auch die Frankfurter Nationalversammlung gescheitert. Die Frankfurter Nationalversammlung löste sich auf und zog als so genanntes "Rumpfparlament" ohne die preußischen und österreichischen Abgeordneten am 30.

Mai 1849 nach Stuttgart um. Am 18. Juni 1849 wurde dieses Rumpfparlament von württembergischen Truppen gewaltsam aufgelöst. Mit der Niederschlagung der letzten revolutionären Kämpfe am 23. Juli in Rastatt war die Revolution von 1848 /49 in den Staaten des deutschen Bundes endgültig gescheitert. Auswirkungen und Folgen der Märzrevolution in Deutschland bis zur Gegenwart - neue Emanzipationsbewegungen wie zum Beispiel die Arbeiterbewegung oder die emanzipatorische Frauenbewegung - so beförderte die Revolution dennoch die Anfänge deren Entstehung und Organisierung in Deutschland.

- "Allgemeine deutsche Arbeiterverbrüderung" - "Frauenzeitung" - Aufhebung der Pressezensur - Es kam erneut zu einer gewissen Restauration der alten Verhältnisse, die jedoch nicht mehr ganz die Ausmaße der Metternichschen Repression während des Vormärz annahm. - es blieben einige Fortschritte, die die siegreiche Gegenrevolution nicht rückgängig machen konnt - größere Rechtssicherheit - Humanisierung des Strafrechts - Auflösung der feudalen Ordnung - Die Burschenschaftsbewegung, ursprünglich eine der Wegbereiterinnen der Märzrevolution, verlor zunächst an Bedeutung. Eine gewisse Etablierung hatte die nationale Idee einer kleindeutschen Einigung erfahren (siehe auch Unionspolitik), die schließlich von den herrschenden konservativen Kräften unter preussischer Führung, namentlich Otto von Bismarcks nach den sogenannten drei "deutschen Einigungskriegen" Preußens, 1864 gegen Dänemark, 1866 gegen Österreich und 1870 gegen Frankreich von oben durch- und umgesetzt wurde. 1871 wurde nach Preußens Sieg über Frankreich in Versailles König Wilhelm von Preußen zum ersten deutschen Kaiser Wilhelm I. gekrönt und das Zweite deutsche Reich ausgerufen, dessen Politik bis 1890 wesentlich durch den Reichskanzler Bismarck geprägt wurde. - zunehmende ideologische Überhöhung und Verklärung des deutschen Nationalismus und Militarismus beförderte mittel- bis langfristig in immer stärkeren Maße auch antisemitische Ressentiments (vgl.

Antisemitismus) und das verstärkte Aufkommen rechtsextremer Parteien. Diese Entwicklungen trugen schließlich mit zu den Kriegen und politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts bei - bis hin zur faschistischen Diktatur des Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und dem Völkermord an den europäischen Juden ("Holocaust"). - Erst mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949, konnten die ursprünglichen demokratischen Ideale der Revolution wieder in den Vordergrund gestellt werden.

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