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  Gliederung

                                      1. Inhaltsverzeichnis______________________________________           Inhaltsverzeichnis   Vorwort   Auseinandersetzung mit einem Zitat von Francis Bacon und Bezug auf Gaarders „Sofies Welt“   Biografie, Ziele und Absichten Jostein Gaarders   Ausführliche Inhaltszusammenfassung     Charakteristiken der Hauptpersonen   Gaarders Methoden und Mittel zur Spannungserzeugung   Rezensionen zum Buch Positive Buchrezensionen Kommentare zu den positiven Buchrezensionen Negative Buchrezension Kommentar zu der negativen Buchrezension Eigene Buchrezension   Filmkritiken Positive Filmkritik Kommentar zur positiven Filmkritik Negative Filmkritik Kommentar zur negativen Filmkritik Eigene Filmkritik   Auseinandersetzung mit der möglichen Eingliederung des Romans in den Bildungskanon   Quellen und Literaturverzeichnis   Eigenständigkeitserklärung                                 2. Vorwort_________________________________________________   In der nachfolgenden Arbeit werde ich mich näher mit dem Roman „Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie“ von Jostein Gaarder beschäftigen. Der Inhalt des Buches spielt dabei eine wichtige Rolle, genauso wie die Personen und der Aufbau; ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit soll folgender sein: Ich habe vor die Reaktionen auf dieses Buch und seine Auswirkungen zu untersuchen. Dafür werde ich Rezensionen zum Buch und zum Film kommentieren und ebenfalls eigene Rezensionen verfassen. Außerdem habe ich vor mich mit der Frage auseinander zusetzen, welche Rolle „Sofies Welt“ für den Bildungskanon an Gymnasien spielen könnte.

Bevor ich aber dazu komme, werde ich mich mit den formalen Dingen beschäftigen.   Ich habe mich für dieses Thema entschieden, da es mir, wie ich finde, einen gewissen „kreativen Freiraum“ lässt und mich sehr interessiert. Auf das Buch aufmerksam gemacht wurde ich zum ersten Mal im Lateinunterricht. Meine Lehrerin brachte das Buch mit, um der Klasse einige Passagen zu zitieren, die die Vorstellung Platons über den idealen Staat beinhalteten. Uns ging es zunächst ums Fachliche, aber da einige Schüler für das Buch Interesse zeigten, stellte sie es uns kurzerhand vor. Ich fand den Aspekt, dass man einen Roman mit der Philosophiegeschichte verbinden konnte, sehr interessant, v.

a. da ich die Philosophie bis zu diesem Zeitpunkt eher als ein leidliches Thema empfunden hatte – viel zu kompliziert und obendrein langweilig. Aber schon der Anfang, den uns unsere Lehrerin vorlas, reizte mich:   „Sofie Amundsen war auf dem Heimweg von der Schule.[...

][Sie] wohnte am Ende eines ausgedehnten Viertels mit Einfamilienhäusern [...].Jetzt bog sie in den Kloverveien ein [..

.]. Sofie schaute in den Briefkasten, ehe sie das Gartentor öffnete. In der Regel gab es darin viel Reklamekram und einige große Briefumschläge für ihre Mutter. Sofie legte dann immer einen dicken Stapel Post auf den Küchentisch, ehe sie auf ihr Zimmer ging, um ihre Aufgaben zu machen [..

.]Heute lag in dem großen grünen Briefkasten nur ein kleiner Brief – und der war für Sofie. ‚Sofie Amundsen’, stand auf dem kleinen Briefumschlag. ‚Kloverveien 3’. Das war alles, kein Absender. Der Brief hatte nicht einmal eine Briefmarke.

Sowie Sofie das Tor hinter sich geschlossen hatte, öffnete sie den Briefumschlag. Darin fand sie nur einen ziemlich kleinen Zettel, nicht größer als der dazugehörende Umschlag. Auf dem Zettel stand: WER BIST DU? Mehr nicht. Der Zettel enthielt keinen Gruß und keinen Absender, nur diese drei handgeschriebenen Wörter, auf die ein großes Fragezeichen folgte. [..

.] Sofie warf die Schultasche in die Ecke und stellte Sherekan eine Schale mit Katzenfutter hin. Dann ließ sie sich mit dem geheimnisvollen Brief in der Hand auf einen Küchenhocker fallen. Wer bist du? Wenn sie das wüßte[!]! Sie war natürlich Sofie Amundsen, aber wer war das? [...

] Manchmal fand sie ihr Aussehen so seltsam, daß[!] sie sich fragte, ob sie vielleicht eine Mißgeburt[!] sein konnte. Ihre Mutter hatte jedenfalls von einer schwierigen Geburt erzählt. Aber entschied wirklich die Geburt, wie jemand aussah? War es nicht ein bißchen[!] komisch, daß[!] sie nicht wußte[!], wer sie war? Und war es nicht eine Zumutung, daß[!] sie nicht über ihr eigenes Aussehen bestimmen konnte? Das war ihr einfach in die Wiege gelegt worden. Ihre Freunde konnte sie vielleicht wählen, sich selber hatte sie aber nicht gewählt. Sie hatte sich nicht einmal dafür entschieden, ein Mensch zu sein. Was war ein Mensch?“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie.


München: Carl Hanser, 1993, S.7-10)   Nach dieser besagten Lateinstunde, bin ich so bald wie möglich in die Bibliothek gegangen, um mir „Sofies Welt“ auszuleihen, was sich als wahrer Drahtseilakt herausstellte, denn es war dauernd entliehen. Diese Tatsache bestätigte mir nur, dass es ein wirklich gutes Buch sein musste. Als ich es dann doch noch schaffte es zu bekommen, bevor es erneut ausgeliehen wurde, verbrachte ich die nächsten anderthalb Monate mit Lesen.                                          3. Auseinandersetzung mit einem Zitat von Francis Bacon und Bezug auf Gaarders „Sofies Welt“___________________________  „Einige Bücher muss man nur kosten, andere verschlingen und einige wenige durchkauen.

“ Francis Bacon  Francis Bacons These „Einige Bücher muss man nur kosten, andere verschlingen und einige wenige durchkauen“, kann man durchaus auch auf „Sofies Welt“ beziehen. Ich kann meine bisherigen Leseerfahrungen mit dieser These gut beschreiben: Ich lese sehr gern alle möglichen Sorten von Büchern. Am liebsten lese ich aber sogenannte Jugend- und Mädchenromane wie z.B. die „Boyz’n’Girls“-Reihe von Katherine Applegate oder etliche Brigitte Blobel -Bücher (z.B.

„Mensch, Pia!“). Ich weiß nicht genau, warum ich diese Bücher so mag. Sicherlich, weil es um Probleme von Jugendlichen und auch Mädchen meines Alters geht und ich mich gut damit identifizieren kann. Jedenfalls hat es mir diese Art von Literatur angetan und die Bücher werden von mir nahezu verschlungen. Obwohl ich auch schon einige Bücher dieses Genres dabei hatte, denen ich absolut nichts abgewinnen konnte. Natürlich muss man sagen, dass diese Art von Literatur nicht die anspruchsvollste ist, aber teilweise waren die Handlungen dermaßen unrealistisch und kitschig, dass ich kurzerhand das Lesen einfach abgebrochen habe.

Diese Exemplare hatte ich also bloß „gekostet“ – um Bacons metaphorischen Ausdruck beizubehalten – und da sie mir „nicht geschmeckt“ haben, habe ich aufgehört sie zu lesen. Bei den guten Jugendbüchern war es allerdings so, dass ich sie zwar verschlungen hatte, aber mich nach einiger Zeit nur noch sehr vage an ihren Inhalt erinnern konnte. Es scheint wirklich wie beim Essen zu sein: Wenn man das Essen hinunterschlingt, anstatt es ordentlich zu kauen, hat man nicht viel davon. Wenn man langsam isst, wird man schneller satt und bekommt obendrein keine Magenschmerzen. Wenn man Bücher verschlingt, neigt man dazu nicht vertiefend zu lesen und vergisst den Inhalt schneller. Außerdem kommt noch die Ähnlichkeit der einzelnen Romane hinzu, wodurch man sie leicht durcheinanderbringen konnte.

Einer meiner Lieblingsautoren ist R.L. Stine und seine „Fear Street“-Reihe gefällt mir sehr gut. Aber auch hier neigte ich zu Verwechslungen, denn ich las die Bücher in einem sehr zügigem Tempo, um - aufgrund der Spannung - schneller voranzukommen. Es gibt aber auch „anspruchsvollere“ Literatur, die man ebenfalls verschlingen kann. Man vergisst den Inhalt zwar nicht so schnell, aber solche Bücher kann man „schwerer verdauen“ im Gegensatz zur „leichteren Kost“ der Jugendbücher.

„Nicht ohne meine Tochter“ von Betty Mahmoody ist so ein anspruchsvolles Buch. Ihre Erlebnisse im Iran faszinierten mich und obwohl ich dieses Buch kaum aus der Hand legen konnte, habe ich eine gewisse Zeit zum Lesen und anschließend zum „Verdauen“ benötigt. Der zweite Teil „Aus Liebe zu meiner Tochter“ war abschreckender durch den Umfang, aber weil mich der erste Teil so interessiert hatte, wollte ich auch den zweiten lesen. Hier musste ich mich sehr darauf konzentrieren durchzuhalten. Am liebsten hätte ich das Buch bloß „gekostet“, aber ich wollte es ja zu Ende bringen. Bücher die man durchkauen muss, verbindet man mit der Schule, dem Ort, wo Bücher so ausführlich durchgenommen werden, dass man eine Abneigung gegen sie bekommt.

Die Bücher, die ich am wenigsten mochte, waren auf jeden Fall „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing und „Mario und der Zauberer“ von Thomas Mann. Besser klargekommen, trotz des detaillierten Durchnehmens, bin ich mit „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller, Goethes „Faust I“ und Schillers „Maria Stuart“. Natürlich gehört klassische Literatur dazu und sie muss nun einmal analysiert werden, was man nicht ändern kann. Schade ist dabei nur, dass man Bücher, die man sehr mag, beim Durchkauen „überbekommt“. „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery ist ein Beispiel dafür. Ich mag dieses Buch sehr, aber im Französisch-Unterricht haben wir es so detailliert analysiert und ich konnte bzw.

wollte eine Zeit lang nicht mehr darin lesen. Manchmal sollte man ein Buch einfach wirken lassen! Vor kurzem habe ich „Der kleine Prinz kehrt zurück“ von Jean-Pierre Davidts gelesen. Auch dieses Buch mag ich sehr und ich bin froh, dass ich es nicht „durchkauen“ muss – zumindest nicht in der Schule. Es ist ja auch ein Unterschied, ob man sich für den Unterricht so genau damit auseinandersetzt oder nur für sich selbst.   „Sofies Welt“ lässt sich meiner Meinung nach in alle von Bacons drei Kategorien einordnen. Auf der einen Seite möchte man es „verschlingen“, da es spannend ist mit Sofie zusammen auf neue Briefe zu warten.

Zwischen den lehrreichen Parts des Buches ist „Sofies Welt“ wie ein „normaler“ Jugendroman verfasst worden, aber trotzdem anspruchsvoller als diese klassischen „Herz-Schmerz-pubertäre Probleme“-Jugendromane, die ich zu Beginn angeführt habe. Auf der anderen Seite möchte man „Sofies Welt“ doch lieber nur „kosten“, da der Wälzer besonders für Jugendliche abschreckend sein kann. Außerdem ziehen sich die lehrreichen Parts über Philosophie manchmal etwas länger hin und wenn man dann kein Durchhaltevermögen oder wenigstens genug Interesse hat, kann es schnell passieren, dass man „die Mahlzeit“ abbricht. In jedem Falle würde ich es gut finden „Sofies Welt“ in den Bildungskanon aufzunehmen, um es durchzukauen. Wenn die Schüler nämlich dadurch gezwungen werden es zu lesen, setzen sie sich auch mit der Philosophie auseinander, was sie freiwillig wahrscheinlich gar nicht tun würden. Vielleicht sollte man sogar Philosophie mindestens ein Jahr an den Gymnasien einführen und es dort genauer behandeln.

Auf meine Gedanken zu diesem Thema möchte ich später noch eingehen. Zusammenfassend kann man sagen, dass „Sofies Welt“ einem „5-Gänge-Menü“ gleicht, da es viele verschiedene Aspekte beinhaltet: Roman und Jugendbuch; gleichzeitig hat es etwas von einem Krimi und natürlich ist es auch eine Art Lehrbuch. Durch diese Vielseitigkeit ist es ein sehr anspruchsvolles Buch, das man nicht versäumen und in jedem Falle einmal „gekostet“ haben sollte.                                                                             4. Biografie, Ziele und Absichten Jostein Gaarders_________   Jostein Gaarders Roman erfuhr nach der Veröffentlichung in Deutschland 1993 eine ungeheure Resonanz: Die Nachfrage war so groß, dass Auflage um Auflage nachgedruckt werden konnte. Innerhalb eines halben Jahres konnten sogar 180.

000 Stück verkauft werden, womit das Buch zum Bestseller wurde. Zahlreiche Auszeichnungen folgten.   Aber was ist das für ein Mann, der so geniale Literatur verfasst, ohne sich dessen richtig bewusst zu sein?   Jostein Gaarder wurde am 8. August 1952 in Oslo als Sohn eines Schulleiters und einer Kinderbuchautorin geboren. Er ist der Meinung, er sei ein sehr schweigsames Kind gewesen, denn er hing lieber öfter allein seinen Gedanken nach, als mit Kindern seines Alters zu spielen. Im Alter von 18 Jahren wollte er schließlich den Dingen auf den Grund gehen: Ihn überfiel eine schreckliche Angst vor dem Tod und er wollte wissen „was die Welt im Innersten zusammenhält“.

Diese Aspekte spielten sicherlich ebenfalls eine Rolle, als er sich dafür entschied Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaften an der Universität seiner Heimatstadt zu studieren. Im Alter von 29 Jahren zog er mit seiner Familie nach Bergen (südnorwegische Hafenstadt) und vermittelte dort an einem Gymnasium den Schülern sein Wissen über die Philosophie; das tat er 11 Jahre lang als Philosophielehrer u.a. am Fana County College. Er schrieb zunächst Schulbücher z.B.

über Christentum, Islam, Religion und Ethik. Seine Karriere als Schriftsteller begann er mit einer Sammlung von Kurzgeschichten. 1986 erschien sein erster Erzählband für Erwachsene, ein Jahr später sein erstes Kinderbuch. „Sofies Welt“ ist sein bisher größter Erfolg. Es erschien 1991 in Oslo/Norwegen und bedeutete seinen internationalen Durchbruch. Mittlerweile wurde der Roman in über 25 Sprachen übersetzt und rund 10 Millionen mal verkauft.

Seitdem hat Gaarder auch andere erfolgreiche Bücher veröffentlicht, z.B. „Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort“, „Das Leben ist kurz – Vita brevis“ und „Julemysteriet“. Heute lebt der 49jährige als freier Schriftsteller zurückgezogen mit seiner Frau und zwei Söhnen in Oslo.   Als ehemaliger Philosophiestudent und –lehrer hatte Jostein Gaarder also definitiv die Kenntnisse und das Wissen um ein solches Buch zu schreiben. Aber wie kam er auf die Idee und welches Ziel verfolgte er mit seinem „Roman über die Geschichte der Philosophie“?   Bevor Gaarder „Sofies Welt“ verfasste, hatte er schon den Roman „Das Kartengeheimnis“ geschrieben, für den er in Norwegen zahlreiche Auszeichnungen bekam.

In dem Buch geht es um einen 13jährigen Jungen, der quer durch Europa reist. Als er in Athen ankommt hört er Geschichten über Plato, Aristoteles, Sokrates usw. Verfolgt von dieser Idee, dachte sich Gaarder:   „[...]Was wäre, wenn der Junge voller Neugierde zurück nach Norwegen kommt und man ihm in der Bibliothek sagt, philosophische Bücher seien nichts für ihn, er sei zu jung? Also brachte ich mit ‚Sofies Welt’ die Philosophie dahin zurück, wo sie einst ihren Siegeszug begonnen hatte: Auf den Marktplatz.

[...]“ (Interviewauszug www.amazon.de ; genaue URL unbekannt)   In Norwegen ist das Thema Philosophie zwar gar nicht so ungewöhnlich, denn viele Studenten erwerben erst einmal Grundkenntnisse in Philosophie, bevor sie zu ihrem eigentlichen Fach übergehen.

Trotzdem bleiben für den „jüngeren Philosophieinteressierten“ kaum Möglichkeiten sein Wissen mit dem Alter angemessener Literatur zu erweitern. Das ärgerte den Schriftsteller und für ihn war es sozusagen der Auslöser eine spannende Philosophiegeschichte zu schreiben. Seiner Meinung nach wirft die Philosophie viele wichtige Fragen auf, für die sich jeder eigentlich interessiert, die aber viel zu kompliziert beantwortet werden. Sein Ziel war es also, philosophische Fragen auf eine leicht verständliche und obendrein spannende Form, eingepackt in Romanform, zu beantworten. Und das ist ihm gelungen!   Für sein Buch nutzte Gaarder ebenso viele Erfahrungen mit seinen ehemaligen Schülern. Er sagt selbst, dass er ohne die Gespräche mit seinen 17-bis 18jährigen Schülern nie „Sofies Welt“ hätte schreiben können.

Nach der Veröffentlichung seines Buches, erhielt das Werk Auszeichnungen, die den Autor sehr glücklich machten. Am meisten freute er sich über die Auszeichnung „Nr.1-Bestseller“ und „Bestes Buch für Jugendliche“ in Deutschland, wobei die letzte Auszeichnung für ihn einen noch höheren Stellenwert hat, weil er das Buch hauptsächlich für Jugendliche, die noch nie mit Philosophie in Berührung gekommen sind, geschrieben hat.                  5. Ausführliche Inhaltszusammenfassung_____________________  Sofie Amundsen ist 14 Jahre alt und hat bisher ein ganz normales Leben geführt. Doch als sie an diesem Mainachmittag im Jahre 1990 nach Hause kommt, findet sie in ihrem Briefkasten einen Brief – an sie adressiert, aber ohne Absender.

In dem Briefumschlag befindet sich ein Zettel, auf dem die Frage „Wer bist du?“ steht. Sofie bekommt an diesem Tag noch mehrere derartige Briefe, in denen sich Zettel mit solchen seltsamen Fragen befinden. Einfache philosophische Fragen wie „Wer bist du?“, „Woher kommst du?“ oder „Woher kommt die Welt?“ lösen bei ihr Verwirrung und Verwunderung aus. Zum ersten Mal in ihrem jungen Leben beginnt sie sich über diese eigentlich natürlichen Fragen Gedanken zu machen. Schließlich bekommt Sofie noch eine Postkarte von einem gewissen Albert Knag, die aber an seine Tochter Hilde Moller Knag gerichtet ist. Sofie versucht einen Zusammenhang zwischen der mysteriösen Postkarte und dem anonymen Briefschreiber herzustellen.

Aber es bleiben nur unbeantwortete Fragen übrig. Sofie bekommt jetzt regelmäßig Briefe, in denen die seltsamen Fragen beantwortet werden. In seinem ersten langen Brief erklärt der anonyme Briefschreiber, dass jetzt ein Philosophiekurs per Brief beginnen soll, den Sofie freiwillig in Anspruch nehmen kann. Ihm gelingt es tatsächlich Sofie die Philosophie näher zu bringen, denn sie zeigt sich sichtlich begeistert von seinen Briefen. Im ersten Brief erläutert er ebenso die Philosophie im Allgemeinem. Er vergleicht das Universum mit einem weißen Kaninchen, das aus einem Zylinderhut gezogen wird.

In dem Fell sitzen die Menschen; die Faulen und Gleichgültigen ganz unten und die, die den Dingen auf den Grund gehen wollen, weiter oben. Die Philosophen sind diejenigen, die bis an die Spitze der Fellhaare klettern. Der anonyme Briefschreiber hat das Ziel Sofie zum Nachdenken zu motivieren, so dass sie sich nicht im Kaninchenfell zurückzieht. Sofie bekommt zunächst Grundkenntnisse über die Philosophie vermittelt. Da sich das Mädchen nun sehr für die Briefe begeistert, möchte sie auch wissen, wer dahintersteckt. Sie spioniert dem Zusteller nach und versucht ihn zu erwischen, wenn er gerade einen weiteren Brief vorbeibringt.

Sie glaubt einen älteren Mann dabei beobachtet zu haben. Auf ihr neugieriges Drängen hin, verrät der Briefverfasser seinen Namen: Es ist ein gewisser Alberto Knox. Alberto will es allerdings noch dabei belassen und bittet Sofie ihm nicht nachzuspionieren, da er den Zeitpunkt für ein erstes gemeinsames Treffen noch nicht für gekommen hält. Sofie findet unterdessen einen roten Schal, den der Name „Hilde“ ziert. Sie weiß immer noch nicht, was es mit diesem geheimnisvollen Mädchen auf sich hat. Bis zu diesem Zeitpunkt waren ebenfalls weitere Postkarten von Hildes Vater, dem Major Albert Knag, eingetroffen.

Aus diesen erfährt Sofie, dass Hilde praktisch ähnliche Merkmale wie sie selbst aufweist. Außerdem ist sie am selben Tag geboren und ihre Väter haben den gleichen Beruf: sie sind beide im Libanon für die UNO tätig. Langsam macht sich in Sofie das Gefühl breit, dass der Major Vorgänge, die in ihrer näheren Umgebung ablaufen, steuern kann. Der Fund von Hildes Schal ist ein weiteres Zeichen dafür. Alberto scheint darüber etwas zu wissen, denn er macht zahlreiche Andeutungen in seinen Briefen. Sofies Philosophielehrer schickt jetzt immer einen Boten vorbei, der die Briefe bringt.

Sofies Neugier überwältigt sie schließlich und sie macht sich auf die Suche nach dem Boten. Es stellt sich heraus, dass es Albertos Hund Hermes ist. Eines Tages findet Sofie einen etwas dickeren Umschlag in ihrem Geheimversteck, in das Hermes die Briefe jetzt immer bringt. Um das nächste Kapitel anschaulicher zu gestalten, hat Alberto ihr nämlich eine Videokassette geschickt. Das Video zeigt den Mann im alten Athen. Er bezieht sich damit auf die Philosophie von Sokrates und Platon.

In weiteren Briefen will er Sofie die beiden Philosophen noch ein weiteres Stück näher bringen. Sofies Neugier ist aber nach wie vor sehr groß, nicht nur was Philosophie betrifft. Sie sucht erneut nach Alberto Knox. Sie war Hermes schon einmal in den Wald hinter ihrem Haus gefolgt, doch er hatte sie angeknurrt und zur Rückkehr bewegt. Diesmal entschließt sie sich zu einem Waldspaziergang und entdeckt dabei eine alte Hütte, die auch als „Majorshütte“ bezeichnet wird. Dort findet sie einen Spiegel.

Das Geheimnisvolle an ihm ist, dass Sofies Spiegelbild ihr zuzwinkert, ohne dass sie es selbst getan hat. In der Majorshütte findet sie weitere Dinge, die Alberto gehören könnten, und sie schlussfolgert daraus, dass er in der Hütte wohnt. Sofie wird immer verwirrter und auch die Postkarten, die sie vom Major bekommt, nehmen sie emotional so sehr mit, dass ihre beste Freundin Jorunn, aber noch mehr ihre Mutter glauben ein seltsames Verhalten an ihr zu erkennen. Ihre Mutter vermutet schließlich hinter den anonymen Briefen für Sofie einen heimlichen Verehrer. Sofie lässt sie zunächst in dem Glauben, um sich weitere Fragen zu ersparen. Später klärt sie ihre Mutter allerdings auf.

Sofies bisheriges erworbenes Wissen fängt an sich bezahlt zu machen. Im Religionsunterricht wendet sie ihre philosophischen Kenntnisse an – und das mit Erfolg, denn der Lehrer benotet ihre Arbeit kurzerhand mit „sehr gut“. Der Philosophiekurs wird fortgesetzt. Alberto hatte seiner Schülerin den „kleinen Einbruch“ in seine Unterkunft verziehen. Als Ausgleich zum Kurs beschließt Sofie mal wieder etwas mit Jorunn zu unternehmen. Sie machen einen Zeltausflug in die Nähe der Majorshütte.

Dort finden sie erneut geheimnisvolle Postkarten, die an Hilde adressiert sind. Es sind vordatierte Glückwünsche zum Geburtstag. Sofie nimmt den geheimnisvollen Messingspiegel mit, denn sie glaubt, dass er etwas mit den Postkarten zu tun hat. In seinen nächsten Briefen kündigt Alberto ein erstes Treffen an, da er die Grenzenlosigkeit von Sofies Neugier bemerkt hat. Ein paar Tage später läutet tatsächlich bei Amundsens das Telefon und Alberto verabredet sich mit Sofie in einer mittelalterlichen Kirche. Dort soll ein weiterer Teil des „Unterrichts“ abgehalten werden.

Dieses Treffen ist nur der Auftakt zu weiteren Treffen, bei denen Kapitel für Kapitel der Philosophiegeschichte aufgedeckt wird. Nebenbei geschehen weiterhin bizarre Dinge. Hildes Vater scheint sich einen Spaß daraus zu machen, Alberto Knox und seine Schülerin auszutricksen. Er schickt z.B. die Geburtstagsgrüße für Hilde sogar schon in Bananenschalen, in Computerprogrammen, auf Flugbannern und natürlich auch auf seinen zahlreichen Postkarten, die Sofie an den unterschiedlichsten Stellen erreichen.

Alberto und Sofie versuchen sich nicht von ihm irritieren zu lassen und setzen ihren Unterricht fort. Frau Amundsen möchte nun endlich wissen, wer der geheimnisvolle Philosophielehrer ist, der ihrer Tochter so den Kopf verdreht hat. Daraufhin zeigt Sofie ihr das Video aus Athen. Der Major lässt mittlerweile keine Möglichkeit aus um Sofie und Alberto zu verwirren. Er legt Alberto sogar Worte in den Mund und lässt ihn Sofie mit dem Namen Hilde ansprechen. Alberto äußert schließlich vorsichtig den Gedanken, dass Albert Knag vielleicht die Macht über sie beide hat.

  Gaarder greift nun dem Leser vor: Er schwenkt von den Geschehnissen um Sofie und Alberto zu Hilde, der Tochter des Majors. Von nun an spielt sich die Handlung sozusagen auf zwei Ebenen ab.   Hilde wacht an ihrem 15. Geburtstag früh auf und entdeckt sofort das Geburtstagsgeschenk ihres Vaters. Es ist ein großer Ordner – mehr noch ein Buch -, das den Titel „Sofies Welt“ trägt. Sie beginnt darin zu lesen und verfolgt dabei die gesamte Geschichte, die dem Leser schon bekannt ist.

Es ist demnach eine Art Rückblende und Wiederholung für den Leser, bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der Philosophiekurs wieder ansetzt. Sie liest über Sofies Geburtstag und zeigt sich ebenfalls sichtlich verwirrt über die Mittel der Manipulation ihres Vaters. Währenddessen redet Alberto auf Sofie ein. Er ist sich jetzt sicher, dass Knag sie beide benutzt, um Hilde zu ihrem Geburtstag zu unterhalten. Sie leben in einer Welt, über die der Major regiert. Darum will Alberto einen Plan entwerfen, wie sie ihr entkommen.

Der Philosophiekurs wird in die Majorshütte im Wald verlegt. Die merkwürdigsten Dinge tragen sich zu. Auf dem Weg durch den Wald begegnen Sofie allerhand Märchenfiguren wie z.B. Rotkäppchen oder Winnie der Puh. Sie sind jeweils Vorboten für die Philosophiekapitel die Alberto und Sofie als Nächstes durchnehmen.

An einem Tag, als beide wieder den Stoff durchgehen, bricht es aus dem Philosophielehrer heraus:   „‚Du und ich und was um uns herum geschieht – all das spielt sich tief im Bewußtsein[!] des Majors ab. Es ist spät in der Nacht am Samstag, dem 28. April; rings um den wachenden Major schlafen alle UN-Soldaten, auch er ist schon sehr schläfrig. Aber er muß[!] das Buch fertig schreiben, das er Hilde zum 15. Geburtstag schenken will. Deshalb muß[!]er arbeiten, Sofie, deshalb findet der arme Mann keine Ruhe.

’ ‚Ich glaube ich kapituliere!’ ‚Abschnitt!’   Sofie und Alberto starrten den kleinen See an. Alberto saß da wie versteinert. Nach einer Weile traute sich Sofie, seine Schultern anzustupsen. ‚Hast du die Sprache verloren?’ ‚Er hat direkt eingegriffen, ja. Die letzten Abschnitte waren bis in den kleinsten Buchstaben von ihm inspiriert. Er sollte sich schämen.

Aber damit hat er sich auch verraten, hat sich voll und ganz zu erkennen gegeben. Jetzt wissen wir, daß[!] wir unsere Leben in einem Buch leben, das Hildes Vater Hilde zum Geburtstag schickt. Denn du hast doch gehört, was ich gesagt habe? – Obwohl das nun wirklich nicht >ich< war, der das gesagt hat.’ ‚Wenn das stimmt, dann will ich versuchen, aus dem Buch zu entkommen und meine eigenen Wege gehen.’ ‚Genau das ist auch mein geheimer Plan. [.

..]’ “ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie. München: Carl Hanser, 1993, S.419)   Sie wissen also jetzt beide, was sich um sie herum abspielt und das ist noch ein weiterer Grund für das Entwerfen eines Fluchtplans. Hilde verfolgt natürlich alles mit und fasst einen Entschluss, denn sie hat Mitleid mit den Hauptfiguren ihres persönlichen Philosophieromans, obwohl sie weiß, dass sie nur erdacht sind: Sie will ihren Vater mit seinen eigenen Waffen schlagen.

Alberto bittet Sofie unterdessen den Major abzulenken, damit er sich auf den Plan konzentrieren kann. Beide wollen zu Sofies Geburtstagsfeier fliehen. Das Gartenfest kommt dann schließlich auch und es ist gleichzeitig der Höhepunkt aller Merkwürdigkeiten: zum Beispiel küsst Jorunn stürmisch einen Klassenkameraden und hört gar nicht mehr damit auf. Es wird mit Essen herumgeworfen etc. ..

. Mit diesen Dingen ist der Major so abgelenkt, dass er Sofies und Albertos bevorstehende Flucht weder bemerkt noch aufhält. Sie offenbaren das Geheimnis allen Anwesenden:   „‚Nach sorgfältigen philosophischen Untersuchungen [...] fanden wir heraus, daß[!] wir unsere Leben im Bewusstsein eines Majors leben.

Er befindet sich zur Zeit als UN-Beobachter im Libanon und hat für seine Tochter zu Hause in Lillesand ein Buch über uns geschrieben. Sie heißt Hilde Moller Knag und ist am selben Tag wie Sofie fünfzehn geworden. Das Buch über uns alle hier lag auf ihrem Nachttisch, als sie am Morgen des 15. Juni erwachte. Genauer gesagt, handelt es sich um einen großen Ordner. In diesem Augenblick kitzeln die allerletzten Seiten in dem Ordner ihren Zeigefinger.

[...] Unser Dasein ist also nicht mehr und nicht weniger als eine Art Geburtstagsunterhaltung für Hilde Moller Knag. [..

.]’“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie. München: Carl Hanser, 1993, S.566)   Sofies Mutter lässt sie ohne großen Widerstand mit Alberto ziehen. Als die Party komplett aus dem Ruder läuft, fliehen Alberto und Sofie. Diese Flucht ist gleichzeitig das Ende in Hildes großem Ordner.

Von nun an spielt sich die weitere Handlung in der „wirklichen Welt“ ab. Hilde und ihre Mutter sind gerade bei der Vorbereitung ihres eigenen Gartenfestes, denn der Major kommt aus dem Libanon zurück. Als er in Kopenhagen zwischenlandet, kommt Hildes Gegenschlag zum Einsatz. Sie hat nämlich – mit Hilfe ihrer Verwandten aus Kopenhagen – auf dem Flughafengelände einige Postkarten befestigt, die in genau derselben Art geschrieben sind wie die Postkarten an Sofie. Albert Knag ist hochgradig verwirrt und findet es selbst nicht toll so manipuliert zu werden. Sofie und Alberto suchen inzwischen nach Hildes Wohnort.

Auf ihrer Fahrt bemerken sie, dass sie keinen Kontakt mit Menschen aufnehmen können. Für die Menschen in der „realen Welt“ sind sie unsichtbar. Sie können nur mit Fantasiegestalten kommunizieren. Als sie bei Hilde ankommen, erleben sie die Ankunft des Majors. Er erzählt ihr über die Entstehung des Universums. Sofie und Alberto leben ab jetzt in der „wirklichen Welt“ neben anderen Gestalten aus der Fantasiewelt, aus der sie selbst stammen, in einer unsichtbaren Dimension – unfähig in die reale Welt einzugreifen.

             6. Charakteristiken der Hauptpersonen______________________    Sofie Amundsen Sofie Amundsen ist die zentrale Gestalt in Gaarders Roman. Ihr Name ist sogar im Titel enthalten. Sofie ist zu Beginn der Geschichte – also etwa im Mai 1990 – 14 Jahre alt und ein ganz normales Mädchen. Sie hat am 15. Juni Geburtstag, wohnt im Kloverveien 3 in einer norwegischen Kleinstadt.

Ihr Aussehen ist ziemlich genau beschrieben:   „Sofie Amundsen war mit ihrem Aussehen nie besonders zufrieden gewesen. Sie hörte oft, daß[!] sie schöne Mandelaugen hätte, aber das sagten sie wohl nur, weil ihre Nase zu klein und ihr Mund etwas zu groß war. Die Ohren saßen außerdem viel zu nah an den Augen. Am schlimmsten aber waren die glatten Haare, die sich einfach nicht legen ließen. Manchmal strich der Vater ihr darüber und nannte sie ‚das Mädchen mit den Flachshaaren’, nach einer Komposition von Claude Débussy.“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie.

München: Carl Hanser, 1993, S.10)   Sie wohnt in einem roten Haus, das mitten in einem großen Garten steht. Es gleicht durch die natürliche Atmosphäre einem kleinen Paradies. Sofies Vorliebe gehört den Tieren. Sie besitzt selbst eine Katze namens Sherekan, Goldfische, Wellensittiche und eine Schildkröte. Eigentlich wohnt Sofie die meiste Zeit nur mit ihrer Mutter Helene Amundsen zusammen, die aber oft sehr spät nach Hause kommt.

Das ist auch der Grund für die vielen Tiere, die Sofie besitzt. Ihr Vater ist bei der UNO tätig und ist demzufolge in der ganzen Welt unterwegs. Sofies beste Freundin ist Jorunn Ingebrigtsen. Wie in jeder Freundschaft gibt es bei ihnen Meinungsverschiedenheiten und kleine Geheimnisse, besonders was Sofies Geheimnis mit dem Philosophiekurs angeht. Und beide sticheln gegenseitig, z.B.

bezeichnet Sofie Jorunns Mutter als „angejahrte Barbie-Puppe“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie. München: Carl Hanser, 1993, S.225), was sie nach Beschreibung des Autors zweifellos zu sein scheint. Jorunn dagegen betitelt die Ehe von Sofies Eltern als „angeknackst“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie. München: Carl Hanser, 1993, S.225).

Dieser Ausdruck macht Sofie von Zeit zu Zeit doch etwas zu schaffen und sie spricht ihre Mutter darauf an:  „‚Vielleicht sollte ich dich lieber mal ausfragen. Warum ist Papa nie zu Hause? Vielleicht, weil ihr zu feige seid, um euch scheiden zu lassen? Hast du vielleicht einen Freund, von dem Papa und ich nichts wissen? Und so weiter, und so weiter. Wir haben beide unsere Fragen.’“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie. München: Carl Hanser, 1993, S.257)   Frau Amundsen beruhigt sie aber und sagt, dass es nicht immer leicht war, sie aber nie einen anderen hatte.

  Die Bekanntschaft mit Alberto hat zunehmend Einfluss auf Sofie. Mit ihrer offenen und spontanen Art ist sie die perfekte Philosophieschülerin, mehr noch wegen ihrer Wissbegierde und ihrer Neugier. Ihr Drang nach Wissen ist bei der Entwicklung der Frauen im Laufe der Geschichte sehr groß, es gibt aber auch Unterrichtsthemen, die ihr missfallen; und daraus macht sie kein Geheimnis. Das Besondere an Sofie ist natürlich auch ihr Vorname: Denn Sofie bzw. Sophia kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Weisheit“, was natürlich unmittelbar mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. (Philosophie bedeutet „Liebe zur Weisheit“ à zusammengesetzt aus philia = griech.

Liebe und sophia = griech. Weisheit).   Sofie ist die Hauptfigur der inneren Handlung. Das Gegenstück zu ihr in der äußeren Handlung ist Hilde:   Hilde Moller Knag Hilde hat als Parallelfigur zu Sofie gleiche Eigenschaften und ähnelt Sofie auch in ihrem Verhalten. Nur was das Aussehen betrifft, ist sie das komplette Gegenteil:   „Sie hatte lange blonde Haare. Hilde hatte sich ihre Haare immer etwas heller oder etwas dunkler gewünscht.

Dieses Zwischending von einer Haarfarbe war so nichtssagend. Positiv fand sie allerdings ihre sanften Locken. Viele ihrer Freundinnen legten sich mühsam die Haare, um Schwung hineinzubringen, aber Hilde hatte das nie nötig gehabt. Positiv fand sie auch ihre grünen Augen, knallgrün waren die.“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie. München: Carl Hanser, 1993, S.

340)   Sie baut im Laufe der Geschichte eine enge Beziehung zu Sofie und ihrem Philosophielehrer auf, verfolgt das Geschehen um sie herum mit und entwickelt sogar Mitleid und Mitgefühl.   Alberto Knox Eine weitere Hauptfigur der inneren Handlung ist Alberto Knox. Er ist das Ideal eines klassischen Philosophielehrers, denn er unterrichtet Sofie nach antikem Vorbild mit dem Ziel ihre philosophische Ader zu treffen. Die ganze Geschichte hindurch bleibt er in der Rolle des Lehrers und gibt keine Fakten aus seinem Privatleben preis. Eine positive Eigenschaft an ihm ist, dass er sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt und sich seine Ausgeglichenheit bewahrt, obwohl Sofie es ihm wirklich nicht immer leicht macht. Manchmal scheint sie ihn nicht genug zu respektieren.

  Albert Knag Die parallele Figur in der äußeren Handlung zu Alberto Knox ist Hildes Vater Albert Knag. Schon die Ähnlichkeit im Namen ist unübersehbar. Albert Knag übernimmt quasi, wie Alberto, die Rolle des Philosophielehrers für Hilde. Er schreibt das Buch für seine Tochter. Und er ist es auch, der das „eigentliche“ Wissen über die Philosophiegeschichte hat. Er vermittelt es nur durch Albertos Mund.

Sofie und Alberto sehen ihn als eine Art Gott, der ihr Wesen bestimmt und das Geschehen um sie herum kontrolliert.     [Anmerkung: Im Materialteil befindet sich eine Darstellung der beiden Handlungen mit integrierter Personenkonstellation.]                                                          7. Gaarders Methoden & Mittel Spannung zu erzeugen_________ verbunden mit dem Aufbau von „Sofies Welt“_________________     Ein Grund für den Erfolg von Gaarders Roman sind sicherlich die Mittel, die er zur Spannungserzeugung anwendet. So lässt sich das Buch viel besser lesen: man erhält Wissen und liest gleichzeitig eine geschickt gestaltete Geschichte.   Ein Hauptmerkmal von „Sofies Welt“ ist, dass es aus einer inneren und einer äußeren Handlung aufgebaut ist.

Darauf werde ich später noch eingehen. Zunächst möchte ich einige von Gaarders Methoden, das Buch interessanter zu gestalten, erläutern: Beim Lesen merkt man vor allem, dass es dem Schriftsteller sehr wichtig zu sein scheint, die Philosophie verständlich zu erklären. Er nimmt sich viel Zeit mit der Begriffserklärung und wendet häufig Vergleiche an, z.B. setzt er das Universum und die Menschheit einem weißen Kaninchen, das aus einem Zylinderhut gezogen wird, gleich. Die Philosophen sind Menschen, die an der Spitze der Kaninchenhaare bleiben, die Welt beobachten und versuchen aus ihr schlau zu werden.

Philosophen kann man auch mit kleinen Kindern vergleichen: Kleinkinder wundern sich, wenn sie merkwürdige und neue Dinge sehen. Doch sobald ihre Erfahrung und die Erkenntnis hinzukommen, beginnen diese Dinge normal für sie zu werden. Ein Philosoph sieht die Welt ähnlich wie ein Kind; der Unterschied ist aber, dass er sich nicht richtig an die Welt gewöhnen kann, wie es das Kind tut, wenn es älter wird. Für ihn bleibt die Welt etwas Wunderbares. Diesen Sachverhalt fasst Alberto in einem seiner ersten Briefe an Sofie zusammen:   „Kurze Zusammenfassung: Ein weißes Kaninchen wird aus einem leeren Zylinder gezogen. Weil es ein sehr großes Kaninchen ist, nimmt dieser Trick viele Milliarden von Jahren in Anspruch.

An der Spitze der dünnen Haare werden alle Menschenkinder geboren. Deshalb können sie über die unmögliche Zauberkunst staunen. Aber wenn sie älter werden, kriechen sie immer tiefer in den Kaninchenpelz. Und da bleiben sie. Da unten ist es so gemütlich, daß[!] sie nie mehr wagen, an den dünnen Haaren im Fell wieder nach oben zu klettern. Nur die Philosophen wagen sich auf die gefährliche Reise zu den äußersten Grenzen von Sprache und Dasein.

Einige von ihnen gehen unterwegs verloren, aber andere klammern sich an den Kaninchenhaaren fest und rufen den Menschen zu, die tief unten im weichen Fell sitzen und sich mit Speis und Trank den Bauch vollschlagen[!]“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie. München: Carl Hanser, 1993, S.27) Jostein Gaarder interessiert sich selbst auch für die Philosophie – sonst hätte er wohl weder Philosophie studiert noch „Sofies Welt“ geschrieben. Er muss also selbst ebenfalls ein Mensch sein, der sich an den Spitzen der Kaninchenhaare festklammert. Halfdan W. Freihow, ein Mitarbeiter des Aschehoug Verlag (Verlag bei dem Gaarder den Roman veröffentlichte), charakterisiert Jostein Gaarder folgendermaßen:   „Josteins wichtigste Eigenschaft ist: er hat zu einem großen Teil das Kind in sich bewahrt.

Obwohl er über eine breite Bildung verfügt und ein anspruchsvoller Schriftsteller ist, hat er es geschafft eine naive kindliche Eigenschaft zu behalten. Er kann noch dumme Fragen stellen, wo sich Erwachsene normalerweise schon genieren.“ („Sofies Welt – Jostein Gaarder und sein Bestseller“; ein Film von Ulrich Boehm; WDR 1994)   Also auch Gaarder hat sich nie richtig an die Welt gewöhnt und aufgehört Fragen zu stellen. Er hat demzufolge die nötige Erfahrung, um einen derartig genialen Vergleich wie „den mit dem Kaninchen im Zylinderhut“ anzubringen. Aber das ist nicht der einzige. In jedem Kapitel, in dem er über die Philosophen schreibt, verwendet er moderne Beispiele, um ihre Projekte gut zu veranschaulichen.

So fällt es dem Leser leichter, die Sachverhalte nachzuvollziehen. Gaarder selbst begründet die Verwendung von modernen Vergleichen so:   „[...] Ich wollte, dass ein 14jähriges Mädchen wie Sofie wirklich verstehen kann, dass Philosophie etwas ist, was mit ihrem Leben zu tun hat. Dafür ist es wichtig zu zeigen, dass die verschiedenen Philosophen verschiedene Projekte verfolgt haben und man muss Beispiele aus dem Alltag finden, um deutlich zu machen, worum es in diesen Projekten geht.

[...]“ („Sofies Welt – Jostein Gaarder und sein Bestseller“; ein Film von Ulrich Boehm; WDR 1994)   Ein Beispiel aus dem Alltag, das mir persönlich gut gefällt ist folgendes: Gaarder verwendet Legosteine zur Erklärung von Demokrits Atomtheorie. Das ist ziemlich clever, denn jeder hat schon einmal Legosteine gesehen und damit auch gebaut. Alberto erklärt Sofie ausführlich Demokrits Denkweise:   „[.

..]Es gibt unendlich viele unterschiedliche Atome in der Natur, meinte Demokrit. Manche sind rund und glatt, andere sind unregelmäßig und krumm. Gerade weil sie so ungleichmäßig geformt sind, lassen sie sich zu ganz unterschiedlichen Körpern zusammensetzen. Aber egal, wie viele und wie unterschiedliche Atome es auch geben mag, alle sind sie ewig, unveränderlich und unteilbar.

[...] [Die Atome haben auch]...

verschiedene ‚Haken’ und ‚Ösen’ und werden deshalb immer wieder zu den Dingen zusammengehakt, die wir um uns herum sehen. Und jetzt begreifst Du sicher, was ich mit den Legosteinen sagen wollte? Sie haben ungefähr alle Eigenschaften, die Demokrit den Atomen zugeschrieben hat, und gerade deshalb kann man so gut damit bauen. [...]“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie.

München: Carl Hanser, 1993, S.57)   Ein Buch muss natürlich auch eine gewisse Prise an Humor oder zumindest Ironie mitbringen, um den Leser „bei der Stange“ zu halten. Auch hier wusste der Schriftsteller, wie er seine Leser zum Schmunzeln bringt. Es gelingt ihm hauptsächlich durch die Figur der Sofie, die eine aufgeweckte, kluge und humorvolle Person ist:   „[...

]‚Stell dir ein kleines Mädchen vor, das immer nur sagt: >Ja, Mama.< - >Sicher, Mama.< - >Wie du willst, Mama.< - >Ja, das mach ich sofort, Mama.<’ ‚Mir läuft es kalt den Rücken runter.’ ‚Eines Tages ärgert sich die Mutter darüber, daß[!] ihre Tochter immer so gehorsam ist, und sie schreit genervt: >Sei nicht so gehorsam!< - Und das Kind antwortet: >Nein, Mama!<’ ‚Dann würde ich ihr eine semmeln!’ ‚Ja, nicht wahr? Aber was würdest du ihr sagen, wenn sie statt dessen geantwortet hätte: >Doch.

Ich will aber gehorsam sein.<’ ‚Das wäre eine seltsame Antwort. Vielleicht würde ich ihr auch dann eine semmeln.’ ‚Mit anderen Worten die Situation ist festgefahren. [..

.]’ [...]“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie. München: Carl Hanser, 1993, S.

435)  Eine weitere Methode, die zur Unterhaltung dient, ist z.B, die Vorbereitung Sofies und somit auch des Lesers auf das bevorstehende Kapitel. Gaarder verwendet dafür teilweise Märchenfiguren. Bevor das Kapitel über Marx und den Kommunismus anfängt, begegnet Sofie z.B. im Wald das Mädchen mit den Zündhölzern aus einem Märchen von Hans Christian Andersen.

Es ist arm und bettelt um Geld. Und es begegnet Sofie auch noch der Geizhals Scrooge aus der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Später schildert sie Alberto diese seltsame Begegnung:   „‚Aber ist das nicht seltsam, daß[!] ich sie ausgerechnet hier im Wald getroffen habe?’ ‚Nein, gar nicht. Es ist nämlich kein normaler Wald. Und da wir beide uns jetzt über Karl Marx unterhalten werden, trifft es sich gut, daß[!] du gerade ein Beispiel für die riesigen Klassengegensätze um die Mitte des letzten Jahrhunderts gesehen hast. [.

..]’“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie. München: Carl Hanser, 1993, S.461)   Gaarder vergisst aber darüber hinaus nicht das Ziel und die Absicht seines Buches: die Vermittlung von philosophischem Wissen. Um den Stoff zu wiederholen und zu vertiefen, hat er zahlreiche Methoden zur Rekapitulation angewendet.

Zum einen sind in jedem Part, in dem Alberto über Philosophen schreibt oder spricht, Stellen eingefügt, in denen Sofie zu Wort kommt. Sie versucht das, was Alberto ihr erklärt, nachzuvollziehen und zu verstehen. Oft hinterfragt und kommentiert sie es auch. Durch ihre Mitarbeit am „Unterricht“ und ihre zusätzlichen Gedankengänge, erhält der Leser eine „doppelte Erklärung“. Der zweite Punkt ist der, dass Gaarder in der äußeren Handlung Hilde noch einmal wichtige Abschnitte aus „Sofies Welt“ lesen und somit Revue passieren lässt. Dadurch wird der Leser an wesentliche Stellen erinnert und rekapituliert auf ein Neues.

  Wenn man Gaarders Absichten und Ziele, dieses Buch zu schreiben, kennt, bemerkt man, dass es zahlreiche Parallelen zwischen ihm und dem Major gibt. Er bringt sich sozusagen selbst in sein Werk mit ein und benutzt (neben Alberto als Philosophielehrer) den Major als „Sprachrohr“ für seine eigenen Gedanken, wie man im folgenden Beispiel (Albert Knag spricht zu seiner Tochter) sieht. Denn auch Gaarder ärgerte es, dass es in vielen Buchläden kein Buch über Philosophie für Kinder und Jugendliche gab (siehe Biografie):   „[...]‚Damals habe ich beschlossen, dir ein Philosophiebuch zu schreiben.

Ich war in einem großen Buchladen in Kristiansand gewesen, und auch in der Bibliothek. Aber es gab nichts Passendes für Jugendliche.’[...]“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie.

München: Carl Hanser, 1993, S.605) ___________________     Wie ich schon erwähnte ist v.a. der Aufbau von „Sofies Welt“ ein besonderer Aspekt. Durch ihn erreicht der Autor ebenfalls eine gewisse Spannung und Abwechslung. Es gibt eine innere Handlung, die die „Fantasiewelt“, in der Sofie und Alberto leben, betrifft.

Die äußere Handlung bzw. der äußere Rahmen spielt in der „realen Welt“ und bezieht sich auf das Geschehen um Hilde und ihren Vater Albert Knag.   Der Roman beginnt mit der inneren Handlung und steigt somit bei Sofie ein. Der Leser verfolgt die Situation bei ihr zu Hause bis zu dem Zeitpunkt, wo der eigentliche Philosophiekurs beginnt. Bis dahin werden erst einmal „alle Formalitäten“ geklärt. Man lernt Sofie Amundsen etwas näher kennen und wird auf das Geschehen eingestimmt.

Den Philosophiekurs an sich kann man in drei Teile gliedern. Gaarder wendet quasi „drei Stufen der Wissensvermittlung“ an, womit er hauptsächlich für Abwechslung beim Leser sorgt. In der ersten Stufe sind es die Briefe, die das Wissen an Sofie herantragen. Sie werden oft unterbrochen durch „Romanparts“, in denen wieder auf das alltägliche Leben von Sofie Bezug genommen wird. Der Leser kann also zwischendurch erst einmal den Stoff „verdauen“ (Verweis auf Francis Bacon à siehe Bemerkungen zu seinem Zitat) und abschalten. Mit dem ersten Treffen zwischen Alberto und Sofie beginnt die zweite Stufe.

Die Briefparts hören auf und das Wissen wird Sofie von nun an im Gespräch mit ihrem Philosophielehrer vermittelt. Sofie bringt sich in die Gespräche mit ein und versteht oft seine Ausführungen sofort. Dabei wirkt dieses Verständnis jedoch keinesfalls unrealistisch, denn es sind auch Stellen eingearbeitet, bei denen sie nicht gleich alles auf Anhieb versteht und sich etwas genervt zeigt. Außerdem stellt sie Fragen, die dem Leser ebenfalls durch den Kopf gehen:   „[...

]‚Wie kannst du dir das alles auswendig merken?’ ‚Eine Kleinigkeit, Sofie.’[...]“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie. München: Carl Hanser, 1993, S.

413)   Ungefähr in der Mitte des Buches (Seite 338) beginnt die äußere Handlung und läuft parallel zur inneren mit. (Ab dem Kapitel ‚Bjerkely’ beginnt jedes Kapitel bei Hilde in der äußeren Handlung und endet bei Sofie in der inneren Handlung.) Hier wird ebenfalls die dritte Stufe der Wissensvermittlung eingeleitet, denn die Gesprächsparts werden abgebrochen und Hilde fängt an ihr Buch zu lesen. Der Leser erfährt die weitere Handlung durch Hilde, die „mit ihm mit liest“. Der Höhepunkt des Romans ist im Kapitel ‚Kontrapunkt’ erreicht. Hier wird in einer Metapher der Vorgang des Zusammenlaufens der inneren und der äußeren Handlung dargestellt, wobei die „Melodien“ die beiden Handlungen repräsentieren sollen:   „[.

..]‚Die Melodien werden so kombiniert, daß[!] sie sich soweit wie möglich unabhängig davon, wie sie zusammenklingen, entfalten. Aber es muß[!] ja auch Harmonie geben. Das bezeichnen wir als Kontrapunkt. [.

..]’“ (Gaarder, Jostein: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie. München: Carl Hanser, 1993, S.576)   Beide Handlungen laufen also am Kontrapunkt zusammen, gehen ineinander über und harmonieren miteinander. Hildes Buch „Sofies Welt“ endet dort, aber Gaarders Geschichte nicht; er verfolgt die Handlung bis zum Schluss.

Nach dem Höhepunkt fällt die Handlung schnell wieder ab und läuft etwas verwirrend aus. Sofie und Alberto befinden sich jetzt mit Hilde und ihrem Vater in der äußeren Handlung.   Je nach dem, wie man die Situation betrachtet, kann man sagen, dass es ein mehr oder weniger glückliches Ende ist. Für mich ist es ein gutes Ende, denn Sofie und Alberto haben schließlich ihren Frieden gefunden.     [Anmerkung: Ich habe versucht den Aufbau des Romans in einem Schema darzustellen, welches sich im Materialteil befindet.]                                                       8.

Rezensionen zum Buch____________________________________   An den folgenden Rezensionen sieht man, wie sehr das Lesepublikum gespalten ist:   8.1. Positive Rezensionen   Rezension Nr.1 „Das Buch von Jostein Gaarder ist ein Juwel in der Masse der Neuerscheinungen. Ganz unscheinbar kommt es als Jugendbuch daher – natürlich nicht irgendeines.   Nimmt man es zunächst einmal abschätzend in die Hand, um darin zu blättern, erstaunt die Dicke des Wälzers.

Welcher Jugendliche hat schon die Geduld und die Lust, sich durch 614 Seiten durchzukämpfen? Kaum ein Erwachsener will sich das zumuten. Noch dazu, wenn es sich um ein so trockenes Gebiet wie die Philosophie handelt.   Und doch. Viele Leser werden den fetten Schmöker erst dann aus der Hand legen, wenn sie Sofies Welt erkundet haben. Geht es doch dabei um nichts geringeres als die großen Fragen der Menschheit. [.

..]   Sofies Welt ist kein trockenes Lehrbuch, das einen seitenlang langweilt und nur mit Fremdwörterbuch genießbar ist. Nein, die Philosophie wird vom Autor in eine pfiffige Geschichte verpackt, wobei er sowohl mit seinen Figuren als auch mit dem Leser während der Lektüre spielt.   Ganz nebenbei erfährt man eine ganze Menge Fakten über die Anfänge des Denkens. Jostein Gaarder stellt die zentralen philosophischen Fragen einer Epoche immer in ihren historischen Kontext.

So gelingt es ihm, dass der Leser am Ende des Buches nicht nur eine vergnügliche Geschichte gelesen hat, sondern auch einen roten Faden in der Hand hält, mit dem er selbst die Entwicklung der Philosophie betrachten kann, ohne von einem Wust an Fakten erschlagen zu werden , die nicht mehr zuordenbar sind.   Wer Lust bekommt, das eine oder andere Kapitel nach einiger Zeit noch einmal zu lesen, dem hat es der Autor leicht gemacht, da ein umfangreiches Stichwortregister am Ende des Buches das gezielte Nachschlagen ermöglicht. [...]“   (www.

allscout.de/voll/cicerone/Buch_1184_14182.htm; Verfasser: Manuela Haselsberger)         Rezension Nr.2 „In seinem Roman ‚Sofies Welt’ beschreibt der Autor Jostein Gaarder, wie das Mädchen Sofie von den Geheimnissen der Philosophie erfährt und am Ende eine ungewöhnliche Erkenntnis machen muss. Das überraschendste an diesem Buch ist wahrscheinlich seine Einordnung in die Kategorie ‚Kinderbücher’. Vielleicht ist es tatsächlich eines der wenigen Bücher, die Kinder und Erwachsene auf demselben Niveau lesen können.

Beide können sicher noch etwas von der Philosophiegeschichte lernen, die der Autor in seinen Roman einbaut, unterschiedlich werden sie wahrscheinlich den Schluss empfinden, der auf den ersten Blick völlig absurd wirkt und nicht zum Buch passt. Doch bei genauerer Betrachtung oder auch erst beim zweiten Lesen bemerkt man, dass Jostein Gaarder nicht nur stur sein Philosophiewissen weitergeben will; er will unsere Sinne schärfen und Vorurteile über fundamentale Fragen wie das Sein, den Sinn des Lebens oder das Verhältnis zu einem Gott abbauen. [...] Zusammengefasst kann man wirklich von einem wertvollen Buch sprechen, denn es überzeugt ohne zu manipulieren.

Erwachsene haben allerdings womöglich Probleme damit, eigene Überzeugungen aufzugeben und schieben das Unwohlsein dann auf das Buch.“ (Online-Rezension aus www.amazon.de; Verfasser: Dany Eidecker, Student an der Uni-Osnabrück, Verfassungsdatum: 3. September 1999)                                                 8.1.

1. Kommentare zu den positiven Rezensionen   Rezension Nr.1 Manuela Haselsberger scheint sehr angetan von Gaarders Roman „Sofies Welt“ zu sein, denn sie bezeichnet ihn sogar als „Juwel in der Masse der Neuerscheinungen“. Im zweiten Abschnitt ihrer Rezension scheint sie das Buch zunächst erst einmal kritisieren zu wollen. Aber an der Kritik des Buchumfangs hält sie sich nicht sehr lange auf, da es wahrscheinlich nicht ausschlaggebend zu sein scheint. Denn wenn man erst angefangen hat mit lesen, legt man das Buch nicht mehr aus der Hand.

Sie führt ebenfalls an, dass „Sofies Welt“ kein trockenes Lehrbuch, sondern eine pfiffige Geschichte ist und damit hat sie meiner Meinung nach vollkommen recht. Ein weiterer Aspekt, ist der rote Faden, der sich durch das Buch zieht und der für den Leser nützlich sein kann. Außerdem kann man jederzeit rekapitulieren und wiederholen, da das Buch über ein Stichwortregister verfügt, was ein zusätzlicher positiver Aspekt ist.     Rezension Nr.2 Der Student ordnet Gaarders Roman weder der Kategorie „Kinderbücher“ noch der Kategorie „Bücher für Erwachsene“ zu. Für ihn ist es ein Buch für Erwachsene UND Kinder, da beide es auf einem Niveau lesen können.

Dennoch bezweifelt er, dass sie den Schluss gleich empfinden. Dem Punkt, der Schluss würde zwar auf den ersten Blick absurd wirken, sei es aber bei näherer Betrachtung nicht, kann ich nur zustimmen. Hinter dem scheinbar verworrenen Ende steckt durchaus ein Sinn. Interessant finde ich ebenfalls den Ausspruch, dass es für Erwachsene womöglich problematisch sein wird ihre eigenen Überzeugungen aufzugeben und dass sie die damit verbundene „Verärgerung“ auf das Buch schieben. Denn das ist genau der Punkt, der auch in „Sofies Welt“ immer wieder zum Ausdruck kommt: viel zu viele erwachsene Menschen setzen sich nicht mit philosophischen Dingen auseinander und hinterfragen sie. So vermeiden sie jegliche Selbstkritik und stellen ihr Ansichten über alle anderen.

                      8.2. Negative Rezension   „Zur Warnung sei gesagt: Dieses Buch entbehrt jeglicher Originalität und ist weder gute Literatur noch gute Philosophiegeschichte. Das Strickmuster ist einfach: Schreibe eine Philosophiegeschichte für Anfänger und baue darum folgende Rahmenhandlung: Alter Mann erzählt Philosophiegeschichte. Der Grund, warum es zum Longseller werden konnte, liegt im Geschick des Autors, den Leser im Unklaren zu lassen, ob er eine Philosophiegeschichte oder eine Kurzgeschichte (mit mangelnder Logik) schreiben wollte. Die Zielgruppe konnte nicht größer sein.

Dass der Autor damit dem Kundenverlangen nach leicht konsumierbarer Bildung genau entsprochen hat, hat ihn zum reichen Mann gemacht, wofür man ihm gratulieren kann. Deswegen auch nicht ein Stern sondern zwei.“  (Online-Rezension aus www.amazon.de; Verfasser: ein Leser oder eine Leserin aus Seattle; Verfassungsdatum: 12. August 1999)     8.

2.1 Kommentar zu der negativen Rezension  Dieser Kritiker/diese Kritikerin fokussiert v.a. den wirtschaftlichen Aspekt des Romans. Natürlich hat sie recht zu sagen, dass Gaarder durch sein Buch einen gewissen Status, was Ansehen und Vermögen betrifft, erreicht hat. Dennoch finde ich den Ausspruch nicht angebracht, dass er seinen Roman aus purer Berechnung heraus geschrieben haben soll.

Er wollte einen detaillierten Überblick über die Philosophiegeschichte geben und gleichzeitig einen Jugendroman verfassen. Nur weil er beides verschmelzen ließ, verliert das Buch nicht an Originalität! Gerade weil es so eine Verbindung bisher noch nicht gegeben hat, genauso wie es sehr wenige Philosophiebücher für Kinder und Jugendliche gibt, besitzt es Originalität. Und ich glaube keiner, auch kein Leser/keine Leserin aus den USA, kann sich anmaßen zu sagen, man brauche nur ein einfaches Strickmuster für so einen Roman. Schon die Ironie und der Zynismus mit der er/sie das Buch kritisiert zeigt, dass er/sie sich wahrscheinlich kein bisschen mit den Hintergründen beschäftigt hat. Wenn man das Buch nicht mag, kann man das auch anders ausdrücken.               8.

3. Eigene Buchrezension   Wenn man Jostein Gaarders Roman zum ersten Mal in der Hand hält, schreckt der Umfang natürlich erst einmal ab. Aber alle die, die genug Interesse und Geduld mitbringen, werden belohnt. Denn wenn man das Buch erst einmal angefangen hat zu lesen, fällt es schwer es wieder wegzulegen. Natürlich sind Stellen, in den es nur um Philosophie geht, teilweise schon etwas langatmig, aber durch die Rahmenhandlung wird eine Auflockerung erreicht. So wird Lehrreiches mit Unterhaltung verbunden.

„Sofies Welt“ ist ein sehr anspruchsvolles Buch und durchaus nicht als „Bettlektüre vor dem Schlafengehen“ geeignet. Man muss sich mit dem Gelesenen auseinandersetzen. Mit dem nötigen Durchhaltevermögen lässt sich so ein Wälzer tatsächlich lesen und wenn man bis zum Schluss vorgedrungen ist, hat man sowohl an einem kleinen Philosophiekurs teilgenommen, als auch eine spannende Geschichte erlebt.                                                  

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