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  1972: wachsende spannungen in nahost



1972: Wachsende Spannungen in Nahost  Im politisch instabilen Nahen Osten spitzt sich die Konfrontation zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn, die untrennbar mit dem nach wie vor ungelösten Palästina-Problem verbunden ist, im Laufe des Jahres 1972 erneut zu. In einem bisher unbekannten Ausmaß verüben die Palästinenser international spektakuläre Terroranschläge gegen Israel, um ihrer Forderung nach einem eigenen Staat Nachdruck zu verleihen und inhaftierte Kampfgenossen freizupressen. Mit dem Attentat auf die israelische Olympiamannschaft in München am 5. September 1972 erreicht dieser Terrorismus seinen traurigen Höhepunkt. Zuvor entführten am 8.Mai Mitglieder der arabischen Terrororganisation »Schwarzer September«, die auch für das Münchener Attentat verantwortlich ist, eine belgische Verkehrsmaschine nach Tel Aviv.

Während israelische Soldaten die Maschine befreien können, gelingt es nicht, das Blutbad auf dem israelischen Flughafen Lod bei Tel Aviv am 30.Mai zu verhindern, als japanische Terroristen im Auftrag der Volksfront für die Befreiung Palästinas in der Ankunftshalle des Flughafens wahllos in die Menge schießen, wobei 28 Menschen getötet und 75 verletzt werden. Israel reagiert mit einer neuen Strategie der »Vorwärtsverteidigung gegen den arabischen Terrorismus«. Im Grenzgebiet zu Libanon und Syrien kommt es zu an Zahl und Stärke zunehmenden israelischen Militäraktionen gegen Palästinenserstellungen. Nach dem schwersten israelischen Luftangriff gegen Syrien seit dem Sechstagekrieg von 1967 am 22.November 1972 liefern sich Israelis und Syrer auf den seit 1967 von Israel besetzten Golan-Höhen eine regelrechte Schlacht.

Weder Israel noch die arabischen Staaten sind in dieser Situation bereit, den Nahostkonflikt am Verhandlungstisch zu lösen. Ein Zwölf-Punkte-Plan des jordanischen Königs Hussein II. (15.März 1972), der die Bildung eines Vereinigten Arabischen Königreichs aus dem von Israel 1967 besetzten Westjordanland und dem Königreich Jordanien vorsieht, stößt bei Israelis wie bei den Arabern auf wenig Gegenliebe. Selbst Ägypten, das noch 1971 unter US-amerikanischer Vermittlung mit Israel über den Rückzug Israels vom Ostufer des Suezkanals – ergebnislos – verhandelte, geht erneut auf Konfrontationskurs. Das Land bereitet sich auf einen neuen Krieg gegen Israel vor.

Am 6.Oktober 1973 bricht der arabisch-israelische Jom-Kippur-Krieg aus.  Überfall auf olympisches Dorf  5. September 1972. Frühmorgens gegen 5 Uhr überfallen arabische Freischärler der Gruppe Schwarzer September das Quartier der israelischen Olympiamannschaft und töten zwei Sportler. Sie verlangen die Freilassung von arabischen Häftlingen aus den israelischen Gefängnissen.

Nach der Ablehnung dieser Forderung wird den Terroristen und ihren Geiseln ein Flugzeug auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck zur Verfügung gestellt. Dort eröffnen abends Präzisionsschützen der Polizei das Feuer auf die Freischärler. Bei dem Schußwechsel sterben fünf Terroristen, ein Polizist und alle neun Geiseln. Die Olympischen Spiele werden auf IOC-Beschluß nach einer Trauerfeier fortgesetzt.

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