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  Michael sailer, hs ii

  Die Notwendigkeit der Meditation   Meditation, dieses Wort ist in meinem Sprachgebrauch ein irgendwie mystisch behafteter Ausdruck. Mir kommt oft vor, daß Meditation etwas ist, das weit weg ist und mit unserer Kultur wenig zu tun hat. Andererseits habe auch ich mitbekommen, daß in unseren Breiten ein regelrechter Asien - Boom eingesetzt hat. Es entspricht durchaus der Realität, daß fast in jedem Buchgeschäft Bücher über Tibet oder über irgendwelche östlichen Weisheiten in der Auslage zu sehen sind. Ein weiteres Indiz für die Popularität des Ostens ist auch, daß bereits mehrere Prominente und Schauspieler zum Buddhismus übergetreten sind. Auch kenne ich persönlich einige Leute, die sich mit östlichen Meditationstechniken auseinandersetzen und ganz fanatisch jedes neue Tibet - Buch verschlingen.

Manche mögen sagen, diese Menschen wären Ausdruck der sogenannten New Age - Bewegung, aber das sei dahingestellt. Ich jedenfalls glaube, daß viele Menschen momentan so fasziniert vom Osten sind, weil sie ganz einfach mit der Masse schwimmen. Ich muß zum Beispiel auch zugeben, daß ich nur angefangen habe zu snowboarden, weil es alle anderen auch getan haben. Ich bin auch der Ansicht, daß allgemein nur derjenige wirklich meditieren kann, der auch daran glaubt. Dazu muß ich hinzufügen, daß auch ich bereits mit östlicher Meditation konfrontiert worden bin. Und zwar haben wir uns im Gymnasium im Religionsunterricht sehr ausführlich mit den Weltreligionen beschäftigt.

Dazu gehörte dann auch, daß uns der Religionsprofessor anbot, vor schwierigen Schularbeiten und Tests eine kleine Meditationsstunde einzulegen. Dies sollte der Entspannung dienen. Hierzu darf ich anmerken, daß ich nicht daran glaube, dadurch meinen Horizont erweitert zu haben. Entspannen konnte ich mich schon beim Meditieren, allerdings taucht hier die Frage auf, ob man Müdigkeit als Entspannung bezeichnen darf. Zusammenfassend möchte ich anmerken, daß es wohl jedem Menschen selbst überlassen werden soll, welcher geistigen Strömung er sich anschließt. Die Besonderheiten christlicher Meditation  Im Gegensatz zu vielen (nicht allen) östlichen Meditationstechniken gibt es im christlichen Glauben die inhaltliche Meditation.

Einer der Vorreiter der christlichen Meditation war der Jesuitenpater Ignatius von Loyola. Er verfaßte das sogenannte "Exercicienbüchlein".Die Grundgedanken der geistlichen Übungen stammen aus der Zeit von Ignatius’ Einsiedlerleben in Manresa. Vorbild waren die Übungen für das geistliche Leben (1500) des spanischen Abtes Garcia de Cisneros. Das Werk ist im Wesentlichen ein Leitfaden zur Meditation und religiösen Unterweisung. Vier Abschnitte regeln den Ablauf der täglichen Übungen, die zum Leben in Frömmigkeit führen sollen.

Am Ende steht der miles christianus (lateinisch für: Christenritter), der durch blindgläubigen Gehorsam der Kirche gegenüber den Verlockungen der Reformation widersteht. Im Christentum wird die Meditation in der Regel als eine Form des stillen Gebets und des Nachdenkens verstanden. Auch die heilige Theresia von Ávila befaßte sich mit meditativen Praktiken im christlichen Glauben. Theresia von Ávila wurde am 28. März 1515 in Ávila geboren. 1535 trat sie dem örtlichen Kloster der Karmelitinnen bei.

Nach Christusvisionen (1555) und besorgt durch die nachlassende Disziplin unter den Karmelitinnen, beschloß sie eine Reformierung des Ordens. Die heilige Theresia gewann die Überzeugung, daß Frömmigkeit mit Weltlichkeit einher geht. Außerdem gab sie der Meditation insofern einen Inhalt, indem sie Gott personifizierte. Vergöttlichung bedarf Vermenschlichung und umgekehrt, das war die Ansicht der Theresia von Ávila. Die Eigenart der christlichen Meditation besteht nun darin, daß die Meditation selbst eigentlich zweitrangig ist. Dafür gibt es sogar Beweise in der Bibel.

Meditation kann sozusagen als der Vorraum des Betens bezeichnet werden. Je hilfreicher die Meditation für den Gläubigen ist, desto günstiger. Ein kleines Problem ist auch, daß die Heilige Messe in unserer schnellebigen Zeit oft nur noch eine halbe Stunde dauert. Da der Mensch aber allein diese halbe Stunde braucht, um zur inneren Ruhe zu gelangen, ist es oft schwer, den meditativen Charakter der Messe zu verstehen. Während die nichtchristliche Meditation darauf hinausläuft, eine innere Ausgeglichenheit zu erreichen, ist es das Ziel der christlichen Meditation durch Gott zu sich selbst zu finden. Diese Begegnung mit Gott ist nicht gleichzusetzen mit der gerade angesprochenen Ausgeglichenheit.


Denn Ruhe kann nicht erzwungen werden, sie wird durch Gott geschenkt. Dies ist auch der Grund dafür, daß bei der christlichen Meditation die Methode zweitrangig ist. Ein bekannter christlicher Meditationsmeister war auch der Jesuitenpater Lassalle. Der Religionswissenschaftler wurde am 11. November 1898 in Externbrock bei Nieheim (Westfalen) geboren. Nach seinem Theologiestudium sowie einer kurzen Militärzeit im 1.

 Weltkrieg trat er 1919 in den Jesuitenorden ein und wurde 1927 zum Priester geweiht. 1929 wurde er von seinem Orden als Missionar nach Japan geschickt. Seit 1939 hatte er Kontakt zu Zen-Buddhisten und nahm 1943 an ersten "Zen-Meditationen" teil. Besondere Bedeutung gewann er durch seinen Versuch, die Zen-Meditationen in das Christentum zu integrieren. Nach anfänglicher Beanstandung seines Buches Zen, Weg zur Erleuchtung (1960), wurde es von der katholischen Kirche schließlich doch akzeptiert. Weitere Werke sind Zen Buddhismus (1966, auch unter dem Titel Zen und christliche Mystik, 1986); sowie Zen-Meditation für Christen (1969).

Wie bereits erwähnt gibt es in der christlichen Meditation einen persönlichen Gott, nicht nur ein "es". Erfährt man nun beim Meditieren die Begegnung mit Gott, so ist dies einerseits auf die Gnade Gottes, andererseits auf persönliche Leistung zurückzuführen. Abschließend muß noch angeführt werden, daß keine Meditationsmethode - auch im Christlichen - überbetont werden sollte. Es sollte keine künstliche Atmosphäre geschaffen werden. Außerdem muß jeder Meditierende sich der Tatsache bewußt sein, daß der Alltag der beste Lehrmeister ist und auch bleibt.Zusammenfassung der Artikel in Religionspädagogik 2 Wie wir Menschen leben Begrüßung - Fest - Abschied In unseren persönlichen Festen erleben wir das Leben intensiver.

Ein Geburtstag Feiernder wird begrüßt, geküßt oder gestreichelt. Dadurch werden Zeichen der Nähe gesetzt. Solche Zeichen treten auch bei jedem Abschied auf. Daraus resultiert, daß der Mensch sein Lebenswissen den Mitmenschen anvertrauen will, es aber durch Gesten und Handlungen untermauert, um es auch spürbar zu machen. Orientierungszeichen des Alltags Der Alltag scheint oft eine monotone, sich immer wiederholende Erscheinung zu sein. Wir übersehen jedoch oft, daß es auch im Alltag Symbole und Zeichen gibt, die diesen Trott durchbrechen.

Solche Zeichen sind etwa ein Handschlag, ein Gruß, ein gemeinsames Essen, Feier oder Umarmung. Es gibt auch für den Einzelnen wichtige Gegenstände (z.B. eine Halskette), die für ihn eine Geschichte beinhalten und sich vom Alltag dadurch abheben. 1.3 Wie wir uns darstellen Wir stellen uns in allem dar, was wir tun (Essen, Kleidung,.

..). Oft ist die äußere Erscheinung eines Menschen auch Ausdruck für eine Denkensweise oder die Zugehörigkeit zu einer Gruppe (Hippies). Es existieren deshalb logischerweise auch Symbole wie etwa Lieder oder das V - Zeichen als Verstärker für den Zusammenhalt der Gruppe. Außen und Innen Oftmals tritt der Fall ein, daß man durch die Erscheinung eines Menschen auch irgendwie auf sein Inneres schließen kann.

Dies zeigt sich zum Beispiel darin, daß man auf einem Foto ein Gesicht sieht und man eigentlich viel mehr über diesen Menschen zu wissen scheint, als durch eine verbale Beschreibung. Daher kommt auch die bekannte Weisheit "Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte". Quellen, aus denen wir leben, oder leere Wasserläufe In unserem Leben gibt es Kraftquellen, die unseren Lebensfluß wieder zum Erwachen bringen können. Allerdings ist für uns oft unverständlich, in welche Richtung diese Kräfte uns führen können. Manchmal scheint die Richtung erwünscht, oft aber auch gefürchtet. Auch das Versiegen von Kraftquellen kann auftreten, wenn zum Beispiel Musikstücke nicht mehr faszinierend wirken oder wir Geschenke nur mehr gefühllos annehmen oder wenn religiöse Zeichen plötzlich ihre Kraft verlieren.

  Der zusammengefügte Ring - das Symbol Das Wort "Symbol" kommt aus dem Griechischen. Es wird daraus abgeleitet, daß Freunde im alten Griechenland Ringe in zwei Hälften brachen - jeder bekam eine. Somit ist der Ring ein Zeichen der Freundschaft. Die eine Hälfte braucht die andere, um ein vollständiges Ganzes zu ergeben. So können wir auch das Leben als Ring verstehen: eine Hälfte ist sichtbar und wirksam, sie weist uns aber darauf hin, daß sich hinter den Dingen noch etwas verbirgt. Zur Klärung der Begriffe Symbol - Zeichen Zeichen meinen einen rein äußerlichen, auch zufälligen und austauschbaren Verweis.

Sie richten sich punktuell an den Verstand des Menschen, ohne ihn innerlich zu bewegen oder emotional anzusprechen. Symbole haben demgegenüber Anteil an dem, was sie andeuten und worauf sie verweisen. Sie bewegen den Menschen ganzheitlich, sie sind weniger austauschbar und werden überall ähnlich gedeutet. Zugänge zum Symbol Alle Handlungen des Menschen sind im weitesten Sinn Symbole, d.h. sie sind Ausdruck und Konkretisierung einer Person.

Menschsein ist daher Symbol - Bilden. Alle Symbole sind Spuren des Menschen. Gleichzeitig wirken diese Spuren des Menschen aber auch zukunftsweisend. Das Symbol ist eine Brücke, die die subjektive Wirklichkeit mit der objektiven verbindet. Wortsymbole/Handlungssymbole/Gegenstandssymbole Man kann drei Hauptarten von Symbolen unterscheiden. Worte können Symbole sein, wie das christliche Glaubensbekenntnis beweist.

Auch Handlungen sind insofern Symbole, indem sie das Denken und Fühlen eines Menschen zum Ausdruck bringen. Bei Gegenstandssymbolen können wir zwischen natürlichen Symbolen (Stern, Berg, Wasser,...) und von Menschen geschaffenen ("künstliche") unterscheiden. Bedeutung der Symbole Mensch und Welt - Weltanschauung Die Errungenschaften der Naturwissenschaften haben teilweise bewirkt, daß viele Menschen sich dazu verleiten lassen, nur an das Sichtbare und Beweisbare zu glauben.

So glaubte etwa ein Pathologe es gäbe keine Seele, weil er sie beim Sezieren nicht gefunden hatte. Russische Kosmonauten zweifelten an der Existenz Gottes, weil sie ihn im Weltraum nicht angetroffen hatten. Aber auch die Wissenschaft hat Grenzen, es gibt immer noch Dinge, die unerklärlich scheinen, wie auch der berühmte Physiker Werner Heisenberg bestätigt. Doch um die Welt richtig zu verstehen, muß man wieder auf den Symbolcharakter zurückgreifen. Wer die Welt nur als Gegenstand sieht, kann nur schwer oder gar nicht verstehen, weshalb sie geschützt und nicht ausgebeutet werden soll.     Das Bild des Menschen Individuation heißt, daß sich der Mensch entfalten und reifen kann.

Dieser Prozeß vollzieht sich durch Symbolbildung, wodurch gleichzeitig Distanz und Vergegenwärtigung ermöglicht wird. Transzendenzfähigkeit: Ob und inwieweit menschliches Leben gelingt, hängt von der Entfaltung der Transzendenzkräfte. Der Mensch als Symbol: Wenn der Mensch sich selbst transzendieren kann, so ist das Sichtbare nur ein Teil, so ist er selbst Symbol, so ist er ein Gleichnis. Die totale Kommunikation und ihre Folgen Die Kommunikationstechnik der heutigen Zeit umgibt den Menschen. So kann oft ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit entstehen. Der Einzelne weiß nicht mehr, was real ist und was nicht.

Dem kann durch individuelle Symbolbildung entgegengewirkt werden. 3.4. Gottesbild und Menschenbild Die Welt ist ein Fenster zu Gott. Das Wesen des Menschen und der Welt leuchtet erst auf dem Hintergrund Gottes auf. Menschenbild und Gottesbild ergeben zusammen die Einheit "Mensch".

Die Inkarnation - Gott wird in Jesus Christus Mensch Auch Jesus Christus kann als Symbol bezeichnet werden, im theologischen Sprachgebrauch wird oft von Jesus als Sakrament gesprochen. Christus selbst ist aber stets mehr als die auftauchende mögliche Erkenntnis. Die ganze Welt ist in den Vorgang der Inkarnation mit hineingenommen. Die Welt selbst ist Spur Gottes. Religionspädagogische Folgerungen Symbole öffnen die Sinne Symbole eröffnen die Fähigkeit der Sinne und führen zu einer ganzheitlicheren Wahrnehmung. Die geöffneten Sinne sind wieder Voraussetzung für das rechte Erkennen und Wahrnehmen.

Mit dem "dritten Auge" können wir die Welt und die Menschen erst richtig sehen. Symbole schenken und brauchen Zeit Wir alle haben die Tendenz, uns im Alltag soviel Zeit wie möglich zu ersparen. Symbole geben uns ein neues Maß an der Zeit. Durch sie kann Hektik und Mechanik außer Kraft gesetzt werden. Symbole eröffnen Räume Symbole haben auch einen aufschließenden Charakter. Sie lösen uns aus der Umklammerung unseres Wissens und ermöglichen uns dadurch, weiter zu sehen.

    Eine neue Körperlichkeit Symbole müssen gestaltet werden, da sie sich intellektuell oder sprachlich nicht adäquat fassen lassen. Heute wird oft die äußere Wirklichkeit betont, die materiellen Werte. Unsere materielle Kultur ist ein amputierter Teil von Körperlichkeit, der eindeutig vorgefaßten Zwecken dienen muß. Tradition und Kreativität Traditionen sind Wurzeln unserer Gesellschaft. Symbole erschließen die Schätze der Traditionenund ermöglichen in der individuellen Aneignung auch individuelle Kreativität. 4.

6 Menschliche und religiöse Bildung Religiöse Erziehung ist Hilfe zur Menschwerdung. Die Entfaltung des menschlichen Lebens in jeweilig neuer geschichtlicher Situation erschließt gleichzeitig ein neues Verständnis und ein neues Erfahren Gottes. Religion als Symbolwelt Heutzutage ist es oft so, daß religiöse Symbole einfach als Teil einer Tradition angesehen werden und ihre eigentlich religiöse Bedeutung übersehen wird. So wird oft nur kirchlich geheiratet, weil es halt so feierlich ist und irgendwie dazugehört. Jedoch bieten das Mitgestalten und Mitwirken in der christlichen Gemeinschaft die Möglichkeit, in bezug auf Sakramente und Symbole wieder eine Echtheit herzustellen. Auch geht in manchen Fällen das Wechselspiel von religiösem Wissen und religiösem Handeln verloren.

So wird der Friedensgruß in der Kirche mancherorts nicht mehr praktiziert, weil eh jeder zu wissen glaubt, daß wir uns sowieso alle gegenseitig Frieden wünschen. Beispiele und Deutungen Rose: Freundschaft, Zuneigung, Liebe Brot: menschliche Gemeinschaft, Miteinandersein, Leben Das Runde: Mutterschoß, Himmel, Nest, Zuhause Wasser: Quelle des Lebens, Lebenskraft, ewiges Leben durch Christus (Taufe) Kreuz: Kosmos, Universum, Symbol des Todes und des Lebens, Symbol f. Mensch Maria und Jesus: Mutter und Kind, Darstellung unserer Lebensgeschichte Abschluß Die vielschichtige Fülle der religiösen Wirklichkeit umgibt uns einerseits wie selbstverständlich, andererseits hängt es mit der menschlichen Fähigkeit und Freiheit zusammen, sie anzunehmen. Dies bewirkt, daß sich das menschliche Leben für unbekannte Dimensionen öffnet.       CHRISTLICHES BRAUCHTUM IN DER ERZIEHUNG Begriffsbestimmung Man muß einen unterschied machen zwischen Sitte und Brauch. Der Brauch gebietet, Sitte kann auch verbieten.

Der Ursprung des Brauches liegt im Bereich des Kultischen, der Ursprung der Sitte im Bereich der gemeinschaftlichen Lebenserfahrung. Ein neues Interesse am Brauchtum? Viele Publikationen über Kirche und Brauchtum haben das Interesse am Brauch in der Gesellschaft wieder geweckt. Es ist zu vermuten, daß Brauchtum Elemente enthält, die einerseits einer allgemein um sich greifenden Verunsicherung entgegenwirken und andererseits wenigstens teilweise den menschlichen Grundwünschen entsprechen. Bräuche müssen auch in ihrer religionspädagogischen Bedeutung erkannt werden, um erzieherisch wirken zu können. Notizen zur Geschichte des christlichen Brauchtums Inkulturation in der griechisch - römischen Welt: Auslösung aus dem jüdischen Kulturkreis, Übernahme von Symbolen und Ritualen aus der griechisch - römischen Welt, Symbiose von Theologie und Philosophie. Brauchtum im Mittelalter: Inkulturation in vielfältige Stammesstrukturen, Toleranz gegenüber regionalen Bräuchen durch Papst Gregor, Christentum eher germanisch geprägt.

Infragestellung und Erneuerung: Glaube + Aberglaube, Brauch + Mißbrauch oft nebeneinander, Brauchtum wurde in Frage gestellt, Konzil von Trient: Christentum inkludiert auch die lebendigen Traditionen in der Kirche (auch überliefertes, dem Glauben dienliches Brauchtum). Funktionsverlust des Brauchtums: Aufklärung und Industrialisierungführen zu pluralistischer Lebenswelt und zum starkem Rückgang des Brauchtums, tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen folgen, heute: junge Menschen haben oft Probleme mit überliefertem Brauchtum. Die anthropologische Dimension des Brauchtums Brauchtum stiftet Gemeinschaft Brauchtum bildet Identität Brauchtum vermittelt Lebenswissen Brauchtum gestaltet die Zeit Brauchtum gestaltet den Raum Brauchtum spricht die Sinne an       Die religionspädagogische Dimension des Brauchtums Bedeutung für den religiösen Lernprozeß Das Urvertrauen als personale Begegnung, die Begegnung des Kindes mit seiner Umwelt und den Gegenständen seiner Umgebung sind von großer Bedeutung für die Sozialisation im allgemeinen sowie für die religiöse Sozialisation im besonderen. Der liebevolle Umgang mit religiösem Brauchtum kann dem Kind Zugang zu einer Welt eröffnen, die den Erfahrungshorizont der einzelnen Familie bei weitem übersteigt. Bedeutung für die Weitergabe des Glaubens Die Weitergabe des Glaubens an die nachfolgende Generation wird zunehmend zum Problem. Es macht sich ein Bruch zwischen Kirche und Kultur bemerkbar.

Brauchtum jedoch ist kulturgewordener Glaube, deshalb sollte bei der Weitergabe des Glaubens an nachfolgende Generationen dieser Gesichtspunkt auf keinen Fall vergessen werden. Bedeutung für den "Auswahlchristen" Bräuche können auch dann noch mitvollzogen werden, wenn man sich mit der vermittelten Botschaft nur zum Teil identifiziert. So feiern viele Menschen Weihnachten, obwohl sie längst nicht bejahen, was der Glaube zu diesem Fest sagt. Aber diese Treue zu christlichen Bräuchen kann auch die Chance sein, den Kontakt zur Religion nicht ganz zu verlieren oder ihn neu zu entdecken. Neues und erneuertes Brauchtum Viele alte Bräuche sind bereits wieder im Aufwind, oft sind sie nur noch nicht als altbewährte Bräuche erkannt worden (Jugendvespern, Familienfasttage). Unter die erneuerten Bräuche ist sicher auch das Sternsingen zu zählen.

Auch der Adventkranz ist ein Beispiel für neues anerkanntes Brauchtum. Er wurde erst in unserem Jahrhundert im katholischen Süden heimisch.                       MIT SCHÜLERN MEDITIEREN UND FEIERN   Mit Schülern meditieren   Religionspädagogische Anliegen   Stille in der Schule (Stilleübungen, objektgebundene meditative Formen, Entspannungsübungen) Begriffserklärung: Meditation ist Nachdenken, Hinwendung zur eigenen Mitte, das bewußte Da - Sein. Intention: Meditation entspringt der Stille, sie ist eigentlich deren Fortsetzung. Auf dem Weg zur Stille können Sensibilisierungsübungen helfen.   Impulse für die Eigenerfahrung   Die Meditation ist der Weg, der dorthin führt, wo wir erfahren können, daß wir sind.

Die Meditation will in die Mitte des Seins führen, in die eigene Tiefe, zu den in uns tief verborgenen Quellen des Lebens. Übung, die dies gut zum Ausdruck bringt: Labyrinth.   Schulpraktische Anregungen   Stille - Übungen mit Kindern (ganze Klasse, freundliche Atmosphäre, Stille beginnt beim Lehrer, Übungszeit ist wichtig, Meditationsraum wäre günstig) Sensibilisierungsübungen: Hören lernen (Geräusche erkennen, inneres Ohr entdecken, auf Gefühle hören, aufeinander hören), schauen lernen (Bildmeditation, Identifikation, Sinndeutung), tasten/spüren lernen (Tastübungen, Vertrauensspiel, Körperübungen)   Mit Schülern feiern   religionspädagogische Anliegen   Wie ein Baum Himmel und Erde verbindet, so umspannt ein Fest Vergangenheit und Zukunft. Feste sind außerdem Orte der Begegnung, sie fördern die Gemeinschaft. Der Mensch gewinnt durch Feste die Gelegenheit, aus dem Alltag herauszutreten. Auch für die religiöse Erziehung haben Feste ihre Bedeutung: Sie verstärken das Vertrauen ins Dasein, sie vermitteln Sicherheit und Vorfreude und sie wirken prägend, ohne viel verbale Deutung.

  Aspekte einer Didaktik des Festes   Fest und allgemeine Schulkultur   Seit der Reformpädagogik gibt es immer wieder Impulse, Feste und Feiern ins Schulleben einzubeziehen. Eine Feier in der Klasse führt die Kinder zusammen, läßt sie ein Stück gemeinsames Fest erfahren. Kinder leben auf ein Fest zu und zehren oft lange von seinen Erfahrungen, weil Feste die alltägliche Routine unterbrechen und "verzaubern".   Klasse und Fest   Das Klassenzimmer ist täglicher Lebensraum für die Schüler. Feste als Teil des Lebens gehören deshalb auch in diesen Raum. Wichtig ist, daß die Klasse über ein Repertoire einfacher festlicher Elemente verfügt (Vasen, Kerzen,.

..). Auch sollten Kinder ihre Feste selbst mitgestalten und planen dürfen, damit sie sich mit dem Fest identifizieren können.   Schulpraktische Anregungen für Feste und Feiern in der Klasse   Geburtstag eines Schülers: Geburtstagskind sollte an diesem Tag im Mittelpunkt der Klasse stehen Namenstag eines Schülers: Glückwünsche, kurze Lebensgeschichte des Namenspatrons vorbringen Fest für einen neuen Schüler: Vorstellen, begrüßen, kennenlernen Friedensfest: Anlaß könnte Konflikt in der Klasse sein Franziskusfest: am Welttierschutztag (4.Oktober), Umgang mit der Geschichte des Franz von Assisi Martinsfest: Für jüngere Schüler ist es oft noch reizvoll, eigene Laternen zu basteln.

Ältere Schüler könnten sich z. B. mit dem Gedanken des Teilens auseinandersetzen. Frühlingsfest: Idee: Blumen mitbringen Muttertag: Lieder, Gedichte, Zeichnungen,...

persönliche Dinge sind als Geschenk wichtig Feier der Erstkommunion: Einlernen und Proben der Lieder, Basteleien (Einladungen, Kerzen,...) in BE und WE, Lehrer übernimmt beratende und koordinierende Funktion Johannisfeuer/Schulschlußfeier: kleines Lagerfeuer, um den Kindern die Kraft des Feuers vor Augen zu führen Mit Schülern Advent und Weihnachten feiern: Adventkalender, religiösen Sinn von Weihnachten kennenlernen, alte und neue Weihnachtslieder lernen, Adventkranzfeiern, Nikolausfeiern    

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