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1. Die Grundprinzipien der 4 Druckarten  Die meisten drucktechnischen Verfahren lassen sich den vier Druckprinzipien, nämlich Hoch-Sieb-, Flach- und Tiefdruck zuordnen. Um diese besser verstehen und voneinander unterschieden zu können, müssen zuerst einmal ihre Grundlagen erläutert werden. Der Hochdruck entstand um 1400 in Europa und umfaßt all jene Verfahren der Drucktechnik, bei denen nur die erhabenen (hochliegenden) Teile des Druckstockes Farbe auf Papier abgeben. Alle Partien, die nicht drucken bzw. weiß bleiben sollen, werden herausgestochen.

Sie liegen also tiefer und nehmen deshalb keine Farbe auf. Beispiele für Tiefdruck sind der Linol- und Holzschnitt. Deutlich wird das Hochdruckprinzip beim Stempel, dem Vorgänger des Holzschnitts, der zu den ältesten Druckverfahren zählt. Anders verhält es sich beim Flachdruck oder Offsetdruck, bei dem sich die druckenden Teile auf gleicher Ebene mit den nichtdruckenden befinden. Der Druck erfolgt bei dieser Technik von der Oberfläche einer Stein-, Aluminium- oder Zinkplatte. Der Druckträger (Papier) wird vorher chemisch so präpariert, daß an den bezeichneten Stellen die Farbe aufgenommen, an den frei zu bleibenden jedoch abgestoßen wird.

Darauf beruht im wesentlichen das Prinzip des Flachdrucks, der 1798 von Aloys Senefelder entwickelt wurde. Das wohl jüngste Druckverfahren ist der sogenannte Siebruck, der sich aus der ostasiatischen Kunst des Schablonierens entwickelte. Das Prinzip ist einfach, wobei es aber viele technische Variationen gibt. Ein Holz- oder Metallrahmen ist mit einem meist engmaschigen Netz, entweder aus Draht, Stahlgewebe, Gaze, Polyester, Nylon oder auch Seide straff bespannt, das die Schablone zur Abdeckung des Siebes trägt. Die druckenden Stellen sind im Gewebe offen, sie lassen Farbe durch. Abgedeckte Bereiche verhindern das Durchdringen von Farbe.

Der Siebdruck wird auch als Schablonierverfahren bezeichnet und bietet heute ein breites Spektrum an künstlerischen und technischen Möglichkeiten. Verwendung findet er vor allem beim Bedrucken von diversen Medien, wie Glas (Aufschriften), Plastik (Kugelschreiber mit Werbung), etc. Unter dem Begriff Tiefdruck werden alle Verfahren zusammengefaßt, bei denen Abdrucke von einer Platte (Kupfer, Magnesium oder Stahl) in der Weise zustande kommen, daß unter hohem Druck Papier Farbe aus Vertiefungen einer Metallplatte, die punkt -, linien- oder flächenartig sein können, aufnimmt. Beim Tiefdruck werden in der Regel auf Hochglanz polierte Platten verwendet, die mit mechanischen Geräten, wie zum Beispiel einer Stahlnadel, oder mit chemischen Verfahren bearbeitet werden. Dadurch entstehen minimale Vertiefungen unterschiedlicher Stärke, die dann mit Druckfarbe gefüllt werden. Überschüssige Farbe wird entweder mit Zeitungspapier oder Stoff weggewischt.

Anschließend wird der Druckstock auf vorher angefeuchtetes Papier gepreßt. Auf dem fertigen Blatt ist später nicht nur die Zeichnung sondern die gesamte Druckplatte abgebildet. Auch kleine Kratzer im Metall werden sichtbar. Deshalb muß das Polieren der Druckplatte mit äußerster Vorsicht erfolgen. Die Verfahren des Tiefdrucks sind sehr vielfältig. Sie reichen von Kupferstich über Radierung, Aquatinta, Weichgrund, Materialdruck und Prägedruck bis hin zur Photoradierung, bei der sogar die Reproduktion von Photos mit Hilfe einer Druckpresse möglich wird.

In dem folgenden Text wird vermehrt auf den Tiefdruck, dessen verschiedene Techniken, Anwendungsbereiche und Verfahren eingegangen, wobei aber auch Zubehör, wie Druckpressen, Griffel etc., und Substanzen, wie Kolophonium oder Säure näher erläutert werden.   2. Geschichtlicher Überblick   Dieser Absatz soll dem Leser helfen, die verschiedenen druckgraphischen Verfahren, die uns heute bekannt sind, aus ihrem historischen Zusammenhang zu verstehen. Man wird auch sehen, daß viele der alten Techniken im Laufe der Zeit weiterentwickelt wurden und teilweise noch heute relevant sind. Die Gravur von Metallen, wie Gold und Silber, mit Hilfe eines Stichels dient seit der Antike zur Verzierung von Schmuck, Waffen und Geräten.

Bereits im berühmten Barbarossa Leuchter des Aachener Domes sind Bildwerke in das Metall graviert. In der Goldschmiedekunst war das sogenannte Niellieren einer gestochenen Arbeit üblich, bei dem diese mit einer schwarzen Schmelzmasse ausgefüllt wurde und anschließend in den Ofen kam. Dabei verschmolz diese Masse mit dem Metall, und man konnte die schwarze Abbildung deutlich auf dem hellen Silber erkennen. Um eine Mustervorlage für spätere Arbeiten zu erhalten, machten die Goldschmiede vor dem Schmelzen einen Abdruck von der Gravur. Darin sieht man den Ursprung des Kupferstiches, dessen frühestes Werk sich auf 1446 datieren läßt (Die Geißelung Christi). Hierdurch wird klar, daß die ersten Kupferstecher Goldschmiede waren.




Der florentiner Goldschmied Tommaso Finiguerra verhalf der Niellotechnik im 15. Jahrhundert zum Abdrucken von Zeichnungen zum Durchbruch. Anfangs vervielfältigte man damit Spielkarten. Die Werkzeuge der alten Stecher waren Stichel und Punze, später kamen Schaber und Polierstahl, also Hilfsmittel der Schmiede, hinzu. In dieser Zeit erlangte der Kupferstich als Reproduktionstechnik von Zeichnungen und Gemälden berühmter Meister Bekanntheit. Von dem italienischen Kupferstecher Mantegna gingen Einflüsse auf Albrecht Dürer aus, der seine Arbeit bis zur Vollendung betrieb, und es gibt viele Beispiele, die seine absolute Kenntnis auf diesem Gebiet belegen.

Damals war es in den Waffenschmieden außerdem üblich, das Metall zur Verzierung zu ätzen. Auch Dürer versuchte sich in diesem Verfahren und erstellte einige Eisenätzungen. Zu den ersten Künstlern, die diese Technik anwendeten, gehörte der schweizer Kupferstecher Urs Graf. Die früheste Eisenätzung trägt die Datierung 1513. Das Ritzen in den weichen Ätzgrund erlaubte es nun, freier und spontaner zu arbeiten, und die ganze Arbeit glich mehr einer Federzeichnung. Man entdeckte schnell, daß sich Kupferplatten für dieses Verfahren besser eigneten als das schnell korrodierende Eisen.

Die Radierung verdrängte zwar nicht den Kupferstich, bot aber dennoch eine Alternative zu der schweren Stichelarbeit, die sich über Monate hinziehen konnte. Rembrandt leitete im 17. Jahrhundert eine neue Epoche der Radierung ein. Seine fein abgestuften Schattierungen und die diffuse Beleuchtung offenbaren in seinen Werken einen Zauberkünstler mit der Radiernadel. Ludwig von Siegen erfand im selben Zeitraum ein neues Verfahren. Die Mezzotintoarbeit wurde in England zu einem beliebten Verfahren zur Reproduktion von Gemälden und Porträts.

Sie ging deshalb unter der Bezeichnung Englische Manier in die Kunstgeschichte ein. Im Laufe der Zeit kamen noch viel andere neue Tiefdrucktechniken, wie die Aquatinta hinzu, die von Jean Baptiste Le Prince entwickelt wurde und begeisterte Anhänger (z.B. Goya) fand. Mit Hilfe der Heliogravüre wurde es um 1900 möglich, Tuschezeichnungen auf einer Metallplatte zu fixieren. Man perfektionierte dieses photomechanische Verfahren und konnte damit Photos in großen Stückzahlen, beispielsweise für Zeitungen, drucken.

Stanley William Hayter richtete 1927 in Paris eine eigene Druckwerkstatt ein, die bald zum Zentrum der Druckgraphik wurde. Eine Liste der dort tätigen Künstler ist lang und enthält Namen wie Ernst, Picasso, Mirò oder Chagall. Die Graphik war aus ihrer Rolle am Rande der großen Künste in immer stärkere Selbständigkeit hervorgetreten und hat in den vergangenen Jahrzehnten unbestreitbar eine führende Rolle in der Weltkunst eingenommen.   3. Kleine Materialkunde für den Tiefdruck   Druckplatten   Für den Tiefdruck verwendet man in der Regel Metallplatten, die in verschiedenen Größen und Qualitäten im Handel zu erwerben sind. Interessant für den Künstler geworden sind in letzter Zeit auch zu den herkömmlichen Metallen, wie Zink, Messing, Stahl und Kupfer, alternative Werkstoffe wie Aluminium, Magnesium und Kunststoff, die im Tiefdruck vielseitige Anwendung finden und die Variationsbreite noch einmal erweitern.

  Kupferplatten ½ Cu Zweifellos ist Kupfer das klassische Material für den Tiefdruck, findet es doch in zahlreichen Techniken, wie der Radierung oder der Aquatinta, Verwendung und wird somit von den Künstlern bevorzugt. Der Name für dieses Metall leitet sich vom lateinischen Wort cyprum = Kupfer ab und ist den Menschen schon seit über 5000 Jahren bekannt. Heute ist es nicht mehr erforderlich, eine Kupferplatte gleichmäßig dick zu schlagen und zu härten, sind diese doch im Handel in jeder beliebigen Größe und immer gleichmäßigen Dicke zu kaufen. Erhältlich sind Stärken von 0,05 mm bis 6 mm. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften, Kupfer ist ein weiches, hellrotes, zähes und dehnbares Schwermetall, kann es sich schon seit über 500 Jahren im Bereich des Tiefdruckes behaupten. Beim sogenannten Kupferstich werden zarte und feine Gravierungen möglich, die vergleichsweise mit Stahl nicht möglich wären.

Beim farbigen Tiefdruck werden die Farben, wie beim Zink, nicht geschwärzt werden , sondern können in ihrer ganzen Reinheit erhalten bleiben. Die Produktion von Kupfer ist kompliziert, was dieses Metall in den oberen Preisklassen rangieren läßt.   Eisen- und Stahlplatten ½ Fe Eisen ist eines der am ältesten bekannten Metalle und leitet seinen Namen wahrscheinlich von keltischen Begriff isarnon ab. Stahl ist härter als Eisen, und beide unterschieden sich durch verschiedenen Kohlenstoffanteil voneinander, das dem Stahl seine besondere Festigkeit verleiht. Obwohl dieser Werkstoff billiger ist als vergleichsweise Kupfer, wird auf diesen in der Drucktechnik immer seltener zurückgegriffen. Rohe Platten weisen oft tiefe Kratzer und korrodierte Stellen auf, die nur mühsam und in langwieriger Arbeit zu entfernen sind.

Wenn man von der schwierigen Vorbereitungszeit absieht, bringt Stahl auch seine Vorteile mit sich. Einerseits läßt er sich gut ätzen und man erzielt dadurch gute Resultate beim mehrfarbigen Tiefdruck, und andererseits ist er sehr beständig, wodurch hohe Auflagen einer Graphik erzeugt werden können. Unter ständiger Einwirkung von Luft, Säure und Wasser zeigt eine Stahlplatte schon nach kurzer Zeit Anzeichen von Verwitterung. Deshalb muß man das Metall mit Fett schützen, um es über längere Zeiträume haltbar zu machen. Außerdem treten Probleme beim Korrigieren auf, da hier die Härte im Wege steht. Heutzutage werden Briefmarken unter Anwendung des Stahlstiches vervielfältigt.

  Messingplatten ½ CuZn Messing ist wie die chemische Bezeichnung schon sagt eine Kupfer-Zink Legierung. Für den Tiefdruck interessant sind drei Sorten, zu denen Rotmessing (~ 20% Zinkanteil), Gelbmessing (~40 % Zinkanteil) und Weißmessing (80% Zinkanteil) gehören. Durch die verschiedenen Verhältnisse erhalten die verschiedenen Legierungen andere Eigenschaften. Der hohe Preis macht Messing aber eher unattraktiv für den einzelnen Künstler.   Zinkplatten ½ Zn Zink ist ein blauweißes, glänzendes Metall und ist härter als Silber, aber weicher als Kupfer. Abgeleitet wurde der Name Zink vom mittelalterlichen Ausdruck für die zackenartigen Ansätze von Bleierzen an den Schmelzöfen.

Für die Druckindustrie werden spezielle Zinkplatten mit rückseitiger Beschichtung hergestellt, deren Oberfläche mattiert oder poliert ist. Diese Beschaffenheit macht Zinkplatten bei Druckern und Künstlern sehr beliebt, weil sie sich zeit- und materialsparend bearbeiten lassen. Die aufwendige Nachbearbeitung mit Schleifpapier und Politur entfällt hierbei. Im Tiefdruck sind Kupfer und Zink die gebräuchlichsten Materialien. Das im Handel befindliche Titanzink brilliert durch einen niedrigen Preis und hervorragende Ätzbarkeit aus. Ungeeignet ist dieser Werkstoff für Stichelarbeiten.

Durch die kristalline Struktur gestaltet sich die Führung eines Stichels durch Zink sehr schwierig. Auch werden, wie vorher schon angesprochen, die Farben bei Farbdrucken geschwärzt, was eine entscheidende Minderung der Qualität zur Folge hat.   Aluminiumplatten ½ Al Im Vergleich zu anderen Metallen ist Aluminium (lat.: alumen = Alaun) nicht besonders alt, obschon Herodot bereits die Aluminiumverbindung erwähnt. Es gehört zu den Leichtmetallen und wurde im Jahre 1827 in unreiner Form und etwas später in reiner Form durch Schmelzflußelektrolyse hergestellt. Es ist ein silberweißes, leicht dehnbares und weiches Metall.

In letzter Zeit zeigt sich beim Tiefdruck ein deutlicher Trend hin zu diesem Werkstoff, wie bei der Kaltnadeltechnik oder dem Ätzverfahren. Obwohl sich auch Aluminium härten läßt, ist es dennoch nur für kleine Auflagen zu verwenden. Mit dem richtige Wissen kann man aber auch hierbei um die 60 Stück von einer Platte abziehen.   Magnesiumplatten ½ Mg Magnesium, ein silberfarbenes, mattes Leichtmetall, erhielt seinen Namen von der kleinasiatischen Stadt Magnesia. Für die Industrie ist dieses Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte Leichtmetall von großer Bedeutung, wie zum Beispiel für die Leichtbautechnik oder für Elektrogeräte.

Um eine gewisse Korrosionsbeständigkeit zu gewährleisten, wird dieses Material oft mit Kupfer oder Aluminium legiert. Im künstlerischen Tiefdruck findet dieser Werkstoff für Lineare- und Aquatintaverfahren Anwendung, wobei er hingegen für die Kaltnadelradierung nicht brauchbar ist.   Kunststoffplatten Die Entwicklung von Kunststoffplatten und die immer stärker werdende Verwendung dieser Medien in der Druckindustrie brachten experimentierfreudige Künstler auf die Idee, das Material auch für den Tiefdruck zu erproben. Von anfänglicher Skepsis abgesehen steht die Vielseitigkeit von Kunststoff in diesem Genre nun mehr außer Frage. Die Bearbeitungsmöglichkeiten von Kunststoffen, wie Plexiglas, Polystrol oder Astralon, sind sicherlich nicht so vielseitig wie beim Kupfer oder Zink, aber für bestimmte Verfahren durchaus geeignet (Kaltnadelradierung). Auch sind hohe Stückzahlen nicht möglich.

Außerdem muß man mit Lösungsmitteln wie Nitroverdünnung oder Azeton aufpassen, da diese das Material angreifen.   Vorbereitung der Metallplatten   Auch wenn die Platten aus Kupfer oder Messing beim Kauf fachgerecht zugeschnitten und behandelt worden sind, sind sie dennoch nicht gebrauchsfertig. Man muß sie zuerst bearbeiten, um eventuelle Kratzer und Unregelmäßigkeiten auszubessern. Erst dann können perfekte Resultate gewonnen werden. Obwohl man sich die Platten im Geschäft auf jede erdenkliche Größe zuschneiden lassen kann, ergeben sich meist aber kurzfristige Änderungen, sodaß man gezwungen ist, selbst Hand anzulegen. Zum Zuschneiden empfiehlt sich eine Metallschere, die in jedem Baumarkt und in allen erdenklichen Arten erhältlich ist.

Besitzt die Platte einmal die richtige Größe, beginnt der Behandlungsvorgang der Oberfläche, mit der man schlußendlich druckt. Tiefe Kratzer kann man mit einem elektrischen Schleifgerät oder manuell mit grobem Schleifpapier ausbessern. Anschließend bearbeitet man die Platte mit immer feinerem Metallschleifpapier unter der Zugabe von Feinöl oder Wasser. Der letzte Schliff erfolgt durch das Polieren mit feiner Stahlwolle oder Bimsmehl. Eine wesentliche Erleichterung bringt die Anwendung von speziellen Polituren, denen bereits kleine Partikel beigemengt sind. Zuletzt muß man die Oberfläche noch einem Prozeß zur Entfettung mit Kreideschlämme unterziehen, bei dem Kreide und Wasser über die Platte gezogen werden.

Danach dürfen sich keine Wasserperlen mehr bilden. Die fertige Platte sollte jetzt nur mehr an den Kanten berührt werden, da ansonsten Fettrückstände hinterbleiben, die eine spätere Behandlung mit Säure behindern könnten. Die Ränder der Platte müssen, je nach Stärke, zuletzt noch mit einer Metallfeile oder einem Schaber abgeschrägt werden. Übergeht man diese Prozedur so können beim Druck Filz und Papier beschädigt werden. Deshalb ist es ratsam, die Kanten zu facettieren. Je dicker die Platte desto schräger muß man die Feile halten.

Die Behandlung der rohen Platte ist nun abgeschlossen, der Entwurf kann aufgebracht werden.     4. Die verschiedenen Tiefdruckverfahren   4.1 Kalte Verfahren [mechanische]   Der Kupferstich   Das Ritzen in Stein, Fels oder Ton mit einem Werkzeug ist ein sehr altes Verfahren. Nach der Entdeckung der verschiedenen Metalle erfand man eine Technik, um auch dieses Material durch Eingravierungen zu schmücken. Das zunächst eher grobe Ritzen wurde im Laufe der Zeit durch feinere, präzisere Werkzeuge immer mehr perfektioniert.

Im Handwerk der Goldschmiede ist diese Gravierkunst bis heute erhalten geblieben. Schon die ersten Goldschmiede wendeten sich der Kunst des Zeichnens zu, indem sie mit einem Stichel in das zu bearbeitende Metall stachen. Aus Ornamenten wurden schließlich Bilder und Zeichnungen die dann auf Papier gedruckt werden konnten. Es waren also die Goldschmiede, die den Weg zum Kupferstich ebneten. Die Werkstoffe dafür sind seit über 500 Jahren dieselben geblieben, jedoch ist der Beruf des Kupferstechers weitgehend ausgestorben, und so gibt es nur mehr wenige Künstler, die diese Technik noch ausgereift beherrschen, wobei man heutzutage allerdings kaum mehr eine gebrauchbare Anleitung findet. Im Allgemeinen ist der Kupferstich eine Grabstichelarbeit, bei der mittels eines Stichels ein Entwurf seitenverkehrt in ein Metall gestochen wird.

Richtig populär geworden ist diese Art des Tiefdrucks um 1420. Aufgrund dessen daß man mit anderen Technik ebenso gute Resultate schneller und leichter erreichen kann und ein Kupferstich mit viel Arbeit und Geduld verbunden ist, greift heute kaum noch ein Künstler zum Stichel. Für den Kupferstich verwendet man eine nicht allzu starke Platte aus Kupfer oder Messing (andere Metalle bilden eher die Ausnahme), die von gänzlich homogener Beschaffenheit sein muß. Es dürfen keine Unregelmäßigkeiten in der Dicke, Härte oder Oberfläche vorhanden sein, da dies sonst der Qualität der Graphik bedeutend schadet. Verwendet werden können die Platten in ihrer handelsüblichen Form. Messing zeichnet sich durch Härte und Widerstandskraft aus, Kupfer hingegen durch Elastizität und Festigkeit.

Kupfer hat den Vorzug, daß ihn ihm zarte, weiche Linien gestochen werden können, die bei Stahl kaum zu erreichen sind. Wichtig ist, daß die Oberfläche der Platte möglichst glatt ist. Eventuelle Kratzer müssen wegggeschabt werden, und mit feinem Bimssteinpulver wird die Oberfläche mattgeschliffen, damit diese nicht spiegelt. Häufig wird die Fläche auch mit weißer Guachefarbe bestrichen. Nach der Bearbeitung der Platte steht die Vorbereitung des Werkzeuges an. Die Stichel werden geschliffen und zum besseren Arbeiten nach Form und Größe sortiert.



Beim Anschleifen darf die Spitze nicht glühen, weil dies die Qualität des Stahls mindert. Sind diese Vorbereitungen getroffen, kann mit dem Stechen begonnen werden. In der einen Hand hält der Stecher die Platte, in der anderen das Werkzeug. Wie man es hält ist eigentlich egal, gleichmäßige und sichere Führung sollte jedoch gewährleistet sein. Von früheren Zeiten sind Anleitungen für die beste Handhabung überliefert. Heute aber gibt es keine einzige Schule der Kupferstecherei mehr, und so bleibt das jedem Künstler selber überlassen.

Der Kupferstich lebt vom Strich, von der Art und Vielzahl neben und übereinander liegenden Linien sowie unterschiedlicher Strukturen. Durch verschiedene Druckintensitäten werden die Linien in das Metall eingegraben und das Material rollt sich vor dem Stichel auf und bleibt nicht als Grat zurück. Eventuelle Grate müssen mit dem Schaber entfernt werden. Der Begründer der Graphischen Wissenschaften Adam Bartsch nannte den Kupferstich 1821 die künstlichste und edelste Gattung aller Verfahren. Das lineare System der Sticheltechnik, durch die der Künstler eine Darstellung gestaltet, leistet demnach sehr verschiedenes: Umrisse, Körperhaftigkeit, Licht und Schatten, Darstellungen von Stein, Holz und des menschlichen Körpers. Das Drucken eines Kupferstiches erfolgt ganz normal, außer daß sich die Platte schnell abnützt und man nie eine Graphik mit hoher Nummer (z.

B. 499/500) kaufen sollte. Jedoch lassen sich mit einer einzigen Platte bis zu 500 Abzüge erstellen, wie man das schon bei Dürer sieht. Früher druckte man je nach gewolltem Ergebnis auf Japanpapier, Büttenpapier, Pergament, Seide oder Taft. Ein Kupferstich läßt sich durch die strenge, disziplinierte Schönheit der Darstellungen, der parallelen Strichführung, den Schraffuren identifizieren. Es gibt keinen Ton, nur Punkte und Linien.

Spezifisches Merkmal ist die Taille, eine anschwellende Linie, die haarfein wieder ausläuft.   Der Stahlstich   Die verhältnismäßig schnelle Abnutzung der Kupferplatten beim Druck veranlaßte, nach neuen, widerstandsfähigeren Metallen zu suchen. Charles Heath fand im Jahre 1820 eine Möglichkeit, den weitaus härten Stahl zu gravieren, eine Technik, die dazu zwang, viel zartere und engere Linien als in Kupfer zu ziehen. So war es möglich, feine und dazu auch kleine Darstellungen eines Bildes im Tiefdruck zu reproduzieren. Man erreichte durch den Stahlstich eine enorme Feinheit und flächige Tonwirkungen, was in diesem Jahrhundert für beispielsweise Buchillustrationen gebraucht wurde. Erst Photographie und Chemigraphie lösten diese Technik ab.

Durch die fast unbegrenzte Auflagenhöhe standen eher die kommerziellen Interessen im Vordergrund. Als sich aber bald bessere Möglichkeiten boten, geriet der Stahlstich zunehmend in Vergessenheit.  Die Kaltnadelradierung (Dry-point, Pointe sèche)  In der Geschichte des Tiefdruckes weist sich die Kaltnadelradierung als ein Zusatzverfahren aus, das bei Kupferstichen und Radierungen häufig für Korrekturen verwendet wurde. Es dauerte jedoch lange, bis diese Technik ihre völlige Eigenständigkeit erhielt. Die Kaltnadelradierung ist ein trockenes Verfahren, daher auch die französische Bezeichnung pointe sèche = trockene Spitze, und steht im Gegensatz zum warmen, chemischen Ätzprozeß des Radierens. Früher bezeichnete man diese Kunst auch als Trockenstiftverfahren.

Von allen kalten Tiefdrucktechniken ist die hier besprochene die angenehmste. Sie erlaubt ohne große Vorbereitungen direktes und spontanes Arbeiten, und zwar sowohl draußen in der Landschaft als auch im Atelier. Die früheste Verwendung einer trockenen Verarbeitung durch die Nadel zeigt sich erstmals im Jahre 1480. Auch bekannte Künstler wie Dürer und Rembrandt machten sich schon früh die Kaltnadelradierung in Verbindung mit dem Ätzverfahren zu Nutze. Aber erst gegen 1900 verhalfen Künstler wie Beckmann, Whistler, Villon, Munch, Kirchner und Picasso diesem Verfahren zu besonderer Aussagekraft und Eigenständigkeit und haben zugleich gezeigt, wie aussagekräftig diese Technik sein kann. Auf den ersten Blick scheint diese sehr einfach zu sein.

Mit einer Stahlnadel (einem Griffel) wird auf die blanke Druckplatte gezeichnet, das Metall wird dadurch aufgerissen, die Kratzer nehmen die Druckerschwärze auf und geben diese an das Papier weiter. Doch der Schein trügt. Zwar kann man mit der scharfen Stahlnadel sehr einfach gerade Linien und parallele Schraffierungen in das Metall ritzen. Hingegen bedarf es einiger Übung und handwerklichen Geschicks kontrollierte Krümmungen und Schwünge zu zeichnen. Zuerst benötigt man eine Metallplatte, die meistens aus Kupfer besteht. Ist diese sorgfältig Poliert kann man mit dem Ritzen anfangen.

Hierfür braucht man ein spitzes Instrument, zum Beispiel einen Griffel, um das gewünschte Motiv in die Oberfläche zu bringen. Das für die Kaltnadel benutzte Werkzeug sollte härter als das Metall oder hart genug sein, um es zu verletzen. Nicht nur auch das beste technische Gerät sondern auch auf die zeichnerische Ausdruckskraft des Künstlers kommt es an. Wichtig beim Einritzen des Entwurfes ist, daß der Griffel möglichst senkrecht gehalten wird. Dabei wird durch den Druck der Stahlspitze das Metall der Platte verformt und es entstehen an den Linien Grate. In diesen Furchen haftet beim Druck die Farbe.

Je tiefer der Künstler sich in das Metall hineingräbt, desto höhere Grate entstehen. Mehr Druckerschwärze kann also in diesen Vertiefungen haften, dickere, kräftigere Linien entstehen. Sind alle Arbeiten abgeschlossen, kann man die Kaltnadelradierung in den Druck geben. Dabei wird fettlösliche Farbe mit einem Stoffballen in die Vertiefungen durch kreisende Bewegungen hineingepreßt. Anschließend muß man den Farbüberschuß an den nicht bearbeiteten Stellen (später weiß) entweder mit Papier (aus Telefonbüchern oder Zeitungen) oder mit Stoff wegwischen. Der Grat des aufgeschobenen Metalles ist natürlich sehr empfindlich und so lassen sich, je nach Sorte, nur eine begrenzte Anzahl von Abzügen erzielen.

Das ist auch der Grund dafür, warum Zink für eine Kaltnadelradierung eher weniger in Betracht gezogen wird, läßt sich damit doch nur eine Auflage von etwa 20 Stück erreichen. Durch den hohen Druck werden die Aufwölbungen plattgedrückt, was eine Qualitätsminderung zur Folge hat. Deshalb empfiehlt es sich, die Arbeit in einer Presse mit niedrigem Druck auf Papier zu bringen. Im Unterschied zum Kupferstich liegt bei einer Kaltnadelradierung ein spontaner, freier Duktus vor, der aber nicht so ungezwungen ist wie bei einer Radierung, da der Widerstand des Materials zuerst überwunden werden muß. Ein weiteres wesentliches Kennzeichen ist der sogenannte Gratschatten, also jeder, weiche, samtene Begleitton neben dem Grat. Die Farbe hebt sich wie ein Relief etwas vom Papier ab.

Außerdem kann man bei einer solchen Graphik erkennen, daß der Plattenrand deutlich ein das Papier gedruckt worden ist. So liegt die Abbildung eine Ebene tiefer als der Rest des Blattes. Die Kaltnadelradierung tritt auch oft in Kombination mit anderen Techniken, wie der Aquatinta, der Pinselätzung oder der Schabkunst auf.  Die Schabkunst (Mezzotinto, englische Manier, Schwarzkunst) Während der Kupferstich nur Linienzüge kennt, modelliert die Schabkunst ihre Darstellungen mit flächigen Hell- und Dunkeltönen, die in zarten Übergängen vom tiefen, samtigen Schwarz bis hin zum hellen Weiß des Papiertons reichen. Erfunden wurde die Schabtechnik im Jahre 1642 von Ludwig von Siegen, und seither hat sich das Wiegemesser, das wichtigste Werkzeug bei dieser Kunst, kaum verändert. Diese Technik erreichte ihre Blütezeit im England des 17.

18. Jahrhunderts woher auch die Bezeichnung englische Manier rührt. Beim Mezzotintoverfahren wird die Metallplatte mit einem sogenannten Wiegeeisen oder einem Wiegemesser aufgerauht. Die heutigen Mezzotintomesser sind 2,5 cm bis 6 cm breit und haben etwa 20 bis 40 kammartige Zähne (grob bzw. fein). Es ist von Vorteil Metallplatten aus Kupfer oder Messing zu verwenden, da diese aufgrund ihrer besonderen Härte höhere Auflagen als vergleichsweise Zinn erzielen.

Außerdem können Druckstöcke aus Kupfer verstählt werden, um mehr Abzüge machen zu können. Das Wiegeeisen wird mit der Hand senkrecht schaukelnd waagrecht oder diagonal über die Platte bewegt, um die Oberfläche aufzurauhen. Dieser Prozeß ist sehr anstrengend, langwierig und erfordert ein hohes maß an Geduld von Seiten des Künstlers. Es ist wichtig, daß diese Arbeit möglichst gleichmäßig durchgeführt wird, damit alle Teile der Platte gleichmäßig aufgerauht werden. Je länger und sorgfältiger diese Bearbeitung geschieht, desto satter und schöner wird der Grundton sein. Es kommt dabei auf eine gleichmäßige Führung des Werkszeuges bei stets konstantem Druck an.

Die Platte ist nun aufgerauht, und es kann mit der eigentlichen Arbeit, dem Auftragen des Entwurfes, begonnen werden. In dem vorher beschriebenen ersten Arbeitsschritt liegt der Unterschied zwischen Mezzotinto und den anderen Tiefdruckverfahren wie Kupferstich oder Radierung. Normalerweise arbeitet sich der Künstler von Hell nach Dunkel vor, d.h. die nicht bearbeiteten glatten Stellen einer Platte nehmen keine Druckfarbe auf und geben deshalb auch keine ab, das Papier bleibt an diesen Orten weiß. Macht man einen Abdruck einer für die Schabkunst vorbereiteten Platte, so erhält man eine tiefe, dichte, schwarzfärbende Fläche.

Mit einem Schaber oder anderen Werkzeugen wird nach Aufbringen der Skizze die Rauheit der Oberfläche systematisch gemindert. Je stärker man die Grate glättet, desto heller wird das Resultat an diesem Bereich. Man arbeitet dazu nach Plan zuerst die mittleren Grauwerte heraus und später die ganz lichten Stellen. Ist dieser Arbeitsgang abgeschlossen kann man einen Probedruck erstellen. Etwaige Fehler, wie zum Beispiel zu hell geratene Flächen, können im Nachhinein leicht ausgemerzt werden (Wiegemesser, Roulette). Qualität und Brillianz einer Schabkunstarbeit werden allein mit dem Wiegemesser und den entsprechenden Werkzeugen erreicht.

Andere, nicht für diesen Zweck bestimmte, sind nicht erforderlich, außer man kombiniert diese Technik mit einer anderen (Kaltnadelradierung). Das beschwerliche und lang andauernde Aufrauhen der Druckplatte mit dem Wiegemesser kann mit einer anderen Methode umgangen werden. Man legt dazu einfach einen Bogen mit der entsprechenden Körnung auf die Platte und dreht das ganze mehrmals und mit frischem Schleifpapier bei hohem Druck durch die Presse. Allerdings erreicht man hiermit nur weitaus schlechtere Ergebnisse als mit dem Wiegemesser. Außerdem gestaltet sich das spätere Glätten als schwieriger, da die ungleichmäßige Körnung des Schleifmittels auch verschieden hohe Grate erzeugt. Durch dieses Verfahren hergestellte Mezzotintoarbeiten besitzen keine besonders gute Qualität.

Fertige, maschinell aufgerauhte Platten kann man auch im Geschäft kaufen, wobei sich aber manuell vorgenommene Korrekturen deutlich von Rest abheben. Erkennen kann man eine Schabkunstarbeit durch ihre plastische malerische Wirkung, wobei zumeist samtig wirkende Töne in allen Abstufungen von hellweiß bis tiefschwarz zu erkennen sind. Mit einem Fadenzähler kann man das sogenannte Mezzotinto – Korn, kleine regelmäßige Zahnungen (Kreuzchen oder Sternchen), entstanden durch das Wiegemesser betrachten.   4.2 Warme Verfahren [chemische]  Die Radierung (Radiermanier, Ätzkunst, Atztechnik, Etching, Eau-forte)   Der Kupferstich, das manuelle Eingraben von linien in das Metall, ist nicht nur ein ungemein schwieriges und zeitraubendes Unterfangen, was dazu führte, daß die Künstler diese Arbeit in der Folge immer öfter den handwerklichen Spezialisten überließen, sondern stößt auch vom gestalterischen her gesehen an seine Grenzen. Schon früh hat man deshalb nach speziellen Methoden gesucht, um die Arbeit des Kupferstiches zu umgehen und schneller zu einem druckbaren Ergebnis zu kommen.

Urs Graf und Albrecht Dürer haben die ersten bekannten Versuche mit Radierungen gemacht, die sie jedoch nicht gänzlich zufriedenstellten. Mit der Radierung kam eine völlig neue Tiefdrucktechnik auf. Zuvor hatte man fast ausschließlich mit kalten Verfahren gearbeitet. Die Radierung hingegen ist ein chemisches oder warmes Verfahren, da beim Ätzen des Metalles durch die Säure Wärme entsteht. Das Begriff radieren kommt vom lateinischen Wort radere, was soviel heißt wie kratzen, schaben oder auskratzen. Hierdurch wird das ganze Verfahren schon etwas näher erläutert.

Für eine Radierung benötigt man eine Metallplatte, die man mit einer sehr dünnen, säureresistenten Schicht überzieht. Zuerst muß die Platte poliert und von eventuellen Fettresten gesäubert werden, bevor man den festen Ätzgrund aufbringen kann. Dieser kann entweder als feste oder flüssige Grundierung, die meistens aus einer Mischung von Wachs, Asphalt und Harz zusammengesetzt ist, aufgebracht werden. Fester Ätzgrund, der mit Hilfe einer Heizplatte aufgetragen wird, hat den Vorteil, daß sich der Grund besser mit dem Metall verbinden kann, da sich unter der Hitze seine Poren besser öffnen. Weitaus unkomplizierter in der Verarbeitung ist der flüssige Ätzgrund, den man einfach mit dem Pinsel auf der Platte verteilt. Nach dem Aufbringen läßt man die Flüssigkeit aushärten.

Man kann bereits grundierte Platte monatelang lagern, ohne daß sie irgendeinen Schaden nimmt oder die Beschichtung spröde wird. Ohne dabei das Metall zu verletzten wird mit einer Nadel schließlich das Motiv in den Lack eingeritzt. Der Griffel wird geführt wie ein Bleistift, nur etwas senkrechter, damit dieser nur die Radierschicht abträgt und die Platte nicht beschädigt. Danach wird der Druckstock in das Ätzbad gelegt, wobei die Säure nur das freigelegte Metall aber nicht die Grundierung angreift. In der Regel wird hier mit Eisenchlorid geätzt. Wie lange die Platte in der Flüssigkeit liegt, hängt von ihrer Konzentration bzw.



Stärke ab. Je länger dieser Vorgang andauert, desto tiefer wird in das Metall hineingeätzt und es entstehen beim Druck kräftigere, dickere Linien. Der entscheidende Schritt zur künstlerischen Entfaltung der Radierung liegt im stufenweisen Ätzen, mit dem die einzelnen Grautöne erzeugt werden können. Dieses Resultat ist folgendermaßen zu erreichen. Zuallererst werden die tiefen, schwarzen Töne in den Lack eingeritzt, die Platte in die Säure gelegt. Danach arbeitet man an den mittleren und ganz zuletzt an den hellen, lichten Linien.

Wahlweise können auch bereits behandelte Areale mit Grund zugedeckt werde, um diese vor dem Eisenchlorid zu schützen. Allerdings erreicht man mit dieser Methode nur Farbabstufungen und keine fließenden Übergänge. Das Ätzen erfordert ein hohes Maß an persönlicher Erfahrung, und es bedarf vieler Experimente, um ein bestmögliches Resultat zu erhalten. Wer bereits Erfahrungen mit der linearen Arbeit und deren Ätzung gesammelt hat, kann dies aber auch in einem einzigen Vorgang erzielen, ohne jegliche Abdeckungen vorzunehmen. Wird nämlich neben dem Grund auch das Metall selbst beschädigt, so zeigt die Säure an diesen Stellen einen weitaus höheren Wirkungsgrad. Diese Methode könnte man auch als eine Mischung mit der Kaltnadelradierung bezeichnen.

Nach der letzten Ätzung wir die Platte unter fließendem Wasser abgespült und getrocknet. Mit Hilfe einer Lupe ist es möglich, die Tiefe der einzelnen Linien zu bestimmen, was spätere Korrekturen möglich macht. Ist der Künstler mit seiner bisherigen Arbeit zufrieden, wird der Lack mit einem Lösungsmittel (Terpentin, Benzin) gründlich abgewaschen. Erkennen kann man eine Radierung anhand der kurvige, fast wie mit einem Filzstift gezogenen Linien, da sich der Künstler im weichen Lack mit einem Bleistift fast wie auf Papier bewegen kann. Außerdem sind die Linien an beiden Seiten leicht ausgefranst. Aufgrund der Sprödigkeit des flüssig aufgetragenen Grundes brechen beim Einritzen auch unerwünschte Lackpartikel weg.

Die Weichgrundätzung (Vernis mou)   Hier wird anstatt eines harten Ätzgrundes, wie beispielsweise bei der Radierung, auf die Metallplatte eine weiche, klebrige Lackmasse oder eine einfache Mischung des Ätzgrundes mit Talg, die eine ähnliche Wirkung zeigt, aufgetragen. Verfolgt man seine Geschichte, so ist der Ätzgrund in einer ähnlichen Zusammensetzung für die Radierung schon seit langem bekannt gewesen. Die Vernis mou Methode wurde aber erst um 1860 von Felicien Rops wiederentdeckt und neubelebt. Zwar hat diese Technik bereits im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt erlebt, jedoch bedienen sich ihrer auch heute noch Künstler. Die Gründe dafür sind offensichtlich, hat die Weichgrundätzung den Tiefdruck doch wesentlich bereichert.

Auf eine fertig polierte Metallplatte wird ein weicher, klebriger Ätzgrund aufgetragen, der sehr empfindlich ist. Beim Aufbringen des Ätzgrundes muß auf die Gleichmäßigkeit der Dicke geachtet werden. Außerdem ist es ratsam die Platte beim Auftragen zu erwärmen, damit die Masse gleichmäßig verlaufen kann. Soll eine feine Bleistiftarbeit übertragen werden, so ist eine dünne Beschichtung erforderlich, bei einer groben kann durchaus mehr Grund aufgebracht werden. Dann wird auf die beschichtete Oberfläche ein Bogen Papier gelegt, auf dem man zeichnen kann. Durch den Druck der Bleistiftspitze auf die Unterlage haftet die weiche Grundierung am Papier.

Wenn man letzteres wieder entfernt, bleiben die Rückstände des Ätzgrundes am Papier haften. Eine solche Arbeit hat also die Merkmale einer Bleistiftzeichnung oder ähnelt einer Kreidelithographie. Die Platte kann nun einem Säurebad ausgesetzt werden, das das Metall an den blanken Stellen angreift, wie bei einer Radierung. Durch Abdecken bereits geätzter Stellen lassen sich unterschiedliche Graustufen erzeugen. Diese Technik bietet dem Künstler eine Vielzahl von Variationen. So kann man beispielsweise mit jedem erdenklichen Zeichengerät, sei es eine Wachskreide oder ein Bleistift, einem Werkzeug, wie ein Griffel oder ein Roulette, und sogar einem Pinsel auf das Papier malen.

Auch kann man verschiedene Stoffe, Papiere und andere Gewebe in die Beschichtung drücken. Nimmt man dieses schließlich von dem weichen Ätzgrund bleiben die Abdrücke der einzelnen Geräte deutlich zurück (das Metall liegt frei). Die Vernis mou Technik kann man auch mit anderen Tiefdruckverfahren, wie der Aquatinta kombinieren. Außerdem sind auch hier Drucke in Farbe möglich. Das Eigentümliche einer Weichgrundätzung liegt darin, daß sie wie eine Zeichnung auf Papier wirkt und wird deshalb auch des öfteren mit einer Lithographie verwechselt. Im Unterschied zur Kaltnadelradierung ist kein Gratschatten erkennbar, und es gibt keine spitze an- oder auslaufenden Linien.

 Die Pinselätzung (offene Ätzung)   Um malerische Wirkungen mit Halbtönen im Tiefdruck zu erhalten, bedient man sich gerne der Pinselätzung. Bei diesem Verfahren wird die Säure direkt mit einem Pinsel auf die präparierte Platte aufgebracht und vermalt. Die dafür eigens zusammengestellte Säure ätzt bei Kontakt das Metall auf, und es bildet sich eine rauhe Fläche, die jedoch die Farbe nicht so gut halten kann wie vergleichsweise eine Aquatintaarbeit. Die Säure frißt sich beliebig lange in das Metall, bis man die Platte unter fließendem Wasser reinigt. Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden, damit die einzelnen Graustufen besser zur Geltung kommen. Im Druck zeigen sich weiche Übergänge, wie sie im Aquarell oder in einer Tuschearbeit zu finden sind.

Wie wir bereits von der Aquatintamethode wissen können blanke und aufgerauhte Flächen Farbe nicht oder nur kaum halten. Beim Druck ist daher Vorsicht und Können geboten. Um dies zu vermeiden streut man Asphalt- oder Kolophoniumstaub auf die Platte und schmilzt diesen an. Auf einer solchen vorbereiteten Platte kann nun beliebig gemalt werden, und der Druck bereitet aufgrund der Rasterung keine Probleme mehr. Anstatt eines Pinsels kann mit einer Pipette die Säurelösung auf das Metall getropft werden. Künstler wie Picasso waren von dieser Technik begeistert und haben es darin zu außergewöhnlichen Leistungen gebracht.

  Die Aquatinta   In einem ähnlichen Verhältnis wie der Kupferstich zur Radierung steht die Schabkunst zur Aquatinta. Ist das Gestaltungsmittel bei den ersten beiden die Linie, so ist es bei den zweitgenannten die Fläche. Das Mezzotintoverfahren erhält seine flächenhaften Wirkungen durch mechanische Bearbeiten der Platte durch ein Wiegemesser. Die Aquatinta hingegen ist ein Ätzvorgang. Die Bezeichnung Aquatinta kommt vom dunklen Plattenton tinta und durch die Säure (aqua fortis). Diese Technik wurde zwischen 1765 und 1768 von einem Franzosen namens Jean Baptiste Leprince erfunden und hat dem Tiefdruck neue Wege geebnet.

Konnte man bisher flächige Tonwerte von hell nach dunkel nur durch das zeichnen von Strichlagen erreichen, so war dies nun auf eine Weise möglich, die mehr dem Aquarell oder der Tuschemanier gleichkommt. Das Prinzip dieser Technik beruht im Gegensatz zur Radier nicht darin, Linien sondern Flächen zu erstellen. Würde man versuchen, mit einer Radierung eine homogen gedeckte Fläche zu erstellen, so wird dies kaum funktionieren, da die Druckfarbe nicht haften kann. Deshalb erfreut sich die Aquatinta auch heute noch größter Beliebtheit und wird meistens mit anderen Tiefdrucktechniken kombiniert. Eine vorbereitete Metallplatte wird mit feinem Staub von Kolophonium oder Asphalt bestreut. Dazu verwendet man am besten einen sogenannten Staubkasten, da die Bestäubung mit Sieb oder Beutel nicht allzu gleichmäßig ist.

Man kann ein solches Gerät mit einfachen Mitteln selber bauen oder aber auch im Handel erstehen. In diesem Kasten befindet sich ein Blasebalg oder ein elektrisches Gebläse, das den feinen Staub aufwirbelt und die Druckplatte, die auf einem Rost oberhalb im Innenraum liegt, regelmäßig bestäubt. Nach diesem Arbeitsgang wird die Platte vorsichtig herausgenommen. Mit einem Bunsenbrenner oder mit Hilfe einer Heizplatte wird der Staub zum schmelzen gebracht, der sich dann mit der Oberfläche verbindet und so gegen ein Ätzbad resistent wird. Unter der Lupe betrachtet kann man ein Raster aus Harzpunkten erkennen mit kleinen Zwischenräumen, in denen das Metall blank liegt. Dadurch entsteht die für die Aquatinta so charakteristische Rasterung, die beim späteren Abdruck besonders gut sichtbar wird.

Diese Eigenschaft ist somit eines der Kriterien, die für eine Identifikation einer solchen Tiefdruckarbeit wichtig sind. Nach der Bestäubung, dem Anschmelzen und dem Aushärten kann die Platte dem Ätzbad ausgesetzt werden. Lange Zeiten im Säurebad garantieren tiefe, satte Töne, kurze hingegen helle, weiche Farbnuancen. Dauert dieser Vorgang zu lange, kann eine feine Aquatinta leicht überätzt werden und die Punkte können die Farbe nicht mehr halten. Eine Aquatinta wird auch gerne als Stufenätzung erarbeitet, d.h.

es kann in mehreren Tonstufen von der Platte gedruckt werden. Helle Partien werden nach kurzem Säurekontakt mit Lack zugedeckt, und die Platte wird erneut der ätzenden Lösung ausgesetzt. Auf diese Weise lassen sich viele Graustufen erzielen. Nach dem Ätzbad wird die Kolophonium- oder Asphaltschicht mit einem Lösungsmittel abgewaschen und die Arbeit kann in den Druck gehen. Das Aquatintaverfahren wird sehr gerne mit anderen Drucktechniken, wie zum Beispiel der Kaltnadelradierung, dem Siebdruck oder sogar dem Linolschnitt, kombiniert. Sie alle sprechen für die vielseitigen, schier unbegrenzten Möglichkeiten dieser noch heute weit verbreiteten Technik.

Ein Aquatintakorn kann aber auch mit anderen Mitteln als dem Bestäuben und Anschmelzen erreicht werden. Durch Aufspritzen von Lack und Abdecklack erzielt man feine Übergänge, und außerdem erspart man sich die komplizierte Arbeit des Schmelzens. Jedoch sollte man bei Verwendung von Lacken diese zuerst auf ihre Säureresistenz testen. Eine Variation der besprochenen Technik ist die Salzaquatinta, bei der Salz auf eine vorher mit Wachs beschichtete Platte gelegt wird. Durch Erhitzen sinkt das Salz durch das weiche Wachs und hinterläßt beim Auswaschen ein feines Raster, durch welches geätzt werden kann. Es gibt aber auch noch andere Variationen wie zum Beispiel die Sandpapieraquatinta.

Auf eine mit Abdecklack überzogene Platte wird ein feinkörniges Schmirgelpapier gelegt, das nach einem Durchlauf durch die Presse schließlich ein Raster hinterläßt. Gießt man auf eine polierte Platte Weingeist, in dem vorher Harz gelöst wurde, so entsteht nach Verflüchtigung des Alkohols ein feines Netz von Sprüngen, durch die ebenfalls Säure dringen kann.   Das Aussprengverfahren (Reservage)   Die Reservage gehört zu den erweiterten Aquatintaverfahren. Die im vergangenen Jahrhundert in der Zeugdruckerei für Modekupfer und andere Handelsartikel aufgetragene Schutzbeize verhinderte das Aufnehmen von Farbe. Jedoch geriet dieses Verfahren in Vergessenheit, bis ein für Picasso arbeitender Drucker namens Roger Lacourière diese Methode wiederbelebte. So wandte Picasso die Reservage in zahlreichen seiner Kunstwerke an.

Bei dieser Technik wird auf eine vorher sorgsam vorbereitete Druckplatte, in der Regel Kupfer, gezeichnet. Man arbeitet im Gegensatz zur herkömmlichen Aquatinta schwarz auf weiß, indem mit einer Tusche-Zuckerlösung auf die Oberfläche einer glatten, polierten Metallplatte gezeichnet wird. Dafür bedient man sich der üblichen schwarzen Zeichentusche, die bis zur Sättigung entweder mit Zucker oder gummi arabicum angesetzt wird. Diese geschmeidige, dickflüssige Masse wird mit einem Pinsel oder einer Schreibfeder auf die Platte aufgetragen. Nach dem Trockenvorgang wird diese mit einer dünnen Schicht aus flüssigem Abdecklack (Ätzgrund) überzogen. Läßt man die ganze Arbeit wiederum einige Zeit aushärten und legt diese dann in ein lauwarmes Wasserbad, so quillt der Zucker auf, und es kommen die vorher eingezeichneten Linien deutlich zum Vorschein.

Die freigelegten Flächen werden nun im Staubkasten mit Asphalt- oder Kolophoniumpulver bestäubt. Wie bei einer Aquatinta werden die feinen Partikel unter Hitzeeinwirkung zum schmelzen gebracht. Jetzt kann man die Zeichnung entweder direkt mit verdünnter Säure als offene Ätzung weiter bearbeiten oder man legt die Platte ins Ätzbad. Ebenfalls möglich sind Stufenätzungen. Die Abbildung kann jetzt in den Druck gehen. Anstelle der Tusche-Zuckerlösung kann auch leicht verdünnte Guachefarbe verwendet werden, die ebenfalls dem Wasser nicht standhalten kann.

Eine andere Variation dieser Technik bietet sich auch im vorherigen Einreiben der Platte mit Petroleum. Da Zuckertusche ein Gemisch auf Wasserbasis ist, perlt diese auf der jetzt öligen Oberfläche ab und hinterläßt ein feines Netz aus Verzweigungen, welches dann aushärtet. Das Aussprengverfahren ist heutzutage weitverbreitet und wird von vielen Künstlern recht eigenwillig und ausdrucksstark angewandt. Im laufe der Zeit haben sich die für die Reversage verwendeten Arbeitsstoffe immer wieder verändert.   Die Kreidetechnik (Crayonmanier)   Das Ziel dieser Technik war es, die im 18. Jahrhundert besonders beliebte Kreidezeichnung in ein Tiefdruckverfahren zu übertragen.

Bis dato hatte man es noch nicht fertiggebracht, Linien, die wie durch eine Kreide gezogen aussahen, mit irgendeiner Drucktechnik zu erzeugen. So erfand man die dazu erforderlichen Werkzeuge, die Roulette, die Moulette und das Mattoir und entwickelte den geeigneten Ätzgrund für dieses Verfahren. Dem Franzosen Charles FranVois gelang es mit diesen eben genannten Werkzeugen eine Kreidezeichnung im Tiefdruck zu reproduzieren. Zuerst wird eine Metallplatte mit einem Ätzgrund beschichtet. Mit Hilfe der einzelnen Nadeln und Walzen wird nun diese weiche Oberfläche durch die Zacken der Roulette etc. verletzt, einmal stärker, einmal weniger und das in alle Richtungen.



Die fertige Arbeit wird schließlich im Säurebad geätzt. Beim Abzug kann man deutlich die vielen kleinen Punkte erkennen, die das ganze wie eine Kreidezeichnung wirken lassen. Damals erreichte man in dieser Technik höchste Perfektion und verblüffte durch täuschend echte Imitate der Kreidezeichnung, indem man nicht nur in schwarz sondern auch in farbigen Pastelltönen druckte. Daher fällt es oft schwer, ein solches durch Tiefdruck entstandenes Werk von einer Handzeichnung zu unterscheiden. Einziges Kriterium dafür ist der eingedrückte Plattenrand und daß man die Abbildung mit der Hand nicht verwischen kann. Diese Form der Crayonmanier ist heute nicht mehr gebräuchlich, obgleich ihre Werkzeuge im Tiefdruck immer noch Bedeutung haben.

  Die Heliogravüre und die Photoradierung   Schon in der Renaissance beschrieb Leonardo da Vinci die camera obscura. Jedoch würde es noch lange dauern, bis das erste Photo entstand. Und dabei verging noch mehr Zeit, bis die Photographie als eigene, künstlerische Strömung anerkannt wurde. Die Photographie diente den Malern zunächst als Arbeitshilfe, und so erleichterte schon der sogenannte Visierapparat Albrecht Dürer die Arbeit. Auch Canaletto machte sich die camera obscura zu Nutzen und malte das auf dem Kopf stehende Spiegelbild ab. Photographien dienten schon vielen Künstlern als Vorlage und ersetzten ein Modell.

Dafür gibt es viele Beispiele, wie die Impressionisten Picasso und Cèzanne. Erst im 20. Jahrhundert wurde die Photographie für die verschiedenen Drucktechniken interessant. Eines dieser Verfahren ist die 1879 von dem Tschechen Karl Klic erfundenen Helio- oder Photogravüre, die der Ausgangspunkt für den späteren Rastertiefdruck war. Aus dieser Methode entwickelte sich der Rotationstiefdruck, mit dem die heutigen Illustrierten hergestellt werden. Man sieht daß die Heliogravüre eine wichtige Stufe in der Entwicklung des modernen Tiefdrucks darstellt.

Hierbei handelt es sich in erster Linie um ein Reproduktionsverfahren, das auf der Basis einer Aquatintaätzung entsteht und auch auf diese Weise gedruckt wird. Als Bildvorlage dient ein Film, der auf ein lichtempfindliches Pigmentpapier kopiert wird. Diese Art von Papier ist auf einer Seite mit einer hauchdünnen Schicht aus gefärbten Pigmenten überzogen und ist im Handel leicht erhältlich. Es wird durch Eintauchen in eine chemische Lösung (Kalium-Bichromat) sensibilisiert und dadurch empfindlich gegenüber Licht gemacht. Dazu benötigt man noch eine Kupferplatte, die möglichst frei von Kratzern und poliert sein muß. Um eine gute Staubkornhaftung zu erhalten, taucht man das Ganze für kurze Zeit in ein schwaches Säurebad (Salpetersäure oder Essigsäure) und reinigt es mit fließendem Wasser.

Danach wird die Oberfläche mit Kolophonium oder Asphaltpulver bestäubt. Die Feinheit und die Dichte der einzelnen Partikel ist ausschlaggebend für das Endresultat. Es folgt das Anschmelzen. Platte und Pigmentpapier sind nun vorbereitet. Letzteres wird nun belichtet, kurz in Wasser gelegt und gleich anschließend auf die Platte gepreßt. Man kann sich einer Gummiwalze behelfen, um das Pergament gleichmäßig aufzubringen.

Nach eine Trockenzeit von etwa 10 Minuten wird die Arbeit in warmes Wasser (~50°) gelegt, sodaß sich die nicht belichteten Bereiche auflösen und man das Papier wieder herunternehmen kann. Zurück auf dem Metall bleibt der schwarze Entwurf. Der noch vorhandene Farbschleim kann mit Spiritus entfernt werden, wobei das aber nicht für Kolophonium gilt. Es folgt eine Trockenphase von circa 2 Stunden, nach der man Rückseite und ungeschützte Stellen mit Abdecklack schützt und noch einige Korrekturen oder Ergänzungen (Radierung, Mezzotinto) vornehmen kann. Für den Ätzvorgang benötigt man drei verschieden Starke Ätzbäder aus Eisenchlorid (schwach – mittel – stark). Pro Bad sollte man zwischen 3 und 4 Minuten Einwirkzeit veranschlagen.

Zuerst kommen die tiefen, schwarzen Töne an die Reihe, danach die mittleren und ganz zuletzt die hellsten. Nach diesem Arbeitszyklus befreit man die Platte von der Säure, dem Lack, dem Kolophonium bzw. Asphalt und der Gelatineschicht. Jetzt wäre die Platte druckfertig. Man hat auch noch die Möglichkeit, weitere Veränderungen vorzunehmen. Der Druck erfolgt wie bei einer Aquatinta in einer normalen Presse.

Bei der klassischen Heliogravüre, die übrigens viel Erfahrung und Geschick erfordert, lassen sich echte Halbtöne erzeugen. Mit dieser Methode ist sowohl die Reproduktion eines Photos als auch einer anderen Tiefdruckarbeit möglich   Der Begriff Photoradierung bezeichnet im Tiefdruck vielfach solche Verfahren, die unmittelbar auf der Photographie beruhen. Es handelt sich hierbei aber nicht um eine Radierung im herkömmlichen Sinne. Das Prinzip dieser Technik beruht darauf, daß ein auf eine Kupferplatte gebrachtes Photo ätzbar gemacht wird. Dadurch entsteht auch die Bezeichnung. Eine Möglichkeit dafür ist der sogenannte Photokopierlack, mit welchem man auf eine Oberfläche einen dünnen, lichtempfindlichen Film sprühen kann.

Ursprünglich erfunden wurde die Spray für den Bereich der Elektronik. Schaltpläne können dadurch auch eine einfache Weise abgedruckt werden. Bei Verwendung des Photolackes sollte keinerlei Lichteinfluß stattfinden, und man befindet sich am Besten in einer Dunkelkammer. Nach dem Trocknen wird die beschichtete Kupferplatte belichtet, genau wie beim konventionellen Entwickeln von schwarzweiß Bildern. Je länger diese Zeit andauert, desto heller wird das endgültige Abbild. Es folgt die Fixierung und das Abwaschen der chemischen Substanzen.

Schließlich wird die Platte mit Kolophonium- oder Asphaltstaub angeschmolzen und abgedruckt. Mit dieser Methode lassen sich aber keine Halbtöne erzielen, und so muß das zu druckende Photo zuerst gerastert werden. Es gibt Linien-, Punkt-, und verschiedene Effektraster. Von jedem Photo kann man im Fachgeschäft ein Positiv jeder Größe und Rasterung erstellen . Diese Abbildung legt man nun auf eine vorbeschichtete Zinkplatte (für die Photoindustrie), belichtet das ganze und führt sämtliche Entwicklungsvorgänge durch. Auf der Platte zeigt sich die Kopie nun sehr deutlich, und es können Korrekturen oder Nachbearbeitungen vorgenommen werden.

Danach wird die Platte von den Lackresten mit Schlämmkreide oder Lauge befreit und im Ätzbad der Säure ausgesetzt. Mit ungerasterten Filmen belichtete Platten müssen vorher angeschmolzen werden. Bei der Photoradierung kommt es vor allem auf eine gute Qualität des Filmes an.   Das Ablöseverfahren   Im Tiefdruck ist es wie bei der Lithographie möglich, ein Bild, etwa aus einer Zeitung druckbar zu machen. Dieses Verfahren ist schon seit geraumer Zeit bekannt und bietet eine gute Alternative zur Heliogravüre und zur Photoradierung. Im Allgemeinen benötigt man für das Umdrucken einen Ausschnitt aus einer Zeitung, wobei sich Text und Photos einer Illustrierten weniger dafür eignen, da diese nicht fetthaltig genug sind.

Um dem Abhilfe zu schaffen, photokopiert man die ausgewählte Stelle (Toner ist fettlöslich). Die möglichst frische Kopie wir von der Rückseite mit einem mit Nitroverdünnung getränktem Tuch oder Wattebausch befeuchtet. Nach einer kurzen Einwirkzeit wir das Papier mit der Bildseite auf die vorbereitete Metallplatte gelegt und bei mäßigem Druck durch die Presse gezogen. Nach dem anschließendem Abziehen zeigt sich nun deutlich das auf die Platte übertragene Bild. Es ist jedoch oft zu schwach, als daß man es direkt ins Ätzbad legen könnte. Daher werden zuerst die nichtdruckenden Stellen mit Asphaltlack abgedeckt.

Danach wird die ganze Platte im Staubkasten mit Kolophonium oder Asphalt beschichtet und angeschmolzen. Bei diesem Verfahren kann auch stellenweise mit einer offenen Pinselätzung gearbeitet werden. Sind alle Arbeitsschritte fertiggestellt kann man bereits den ersten Probedruck vornehmen. Es ist aber auch durchaus möglich, den Vorgang des Photokopierens zu umgehen, indem man den Zeitungsausschnitt auf einer Papierunterlage plaziert und diesen solange mit Gummi arabicum bestreicht, bis es die Masse vollständig aufgenommen hat. Mit einem Anreibeschwamm, der in der Lithographie verwendet wird, wird das Zeitungsphoto mit Terpentin und verdünnter Federfarbe angerieben. Je nach Papierqualität sollte man bei diesem Schritt eher vorsichtig umgehen, um nichts zu zerstören.

Die schwarzen Stellen nehmen sofort die frische Farbe auf, die weißen bleiben hingegen weiß. Die Abbildung wird auf eine vorbereitete Zinkplatte gepreßt, und nach dem Abziehen erschient das Bild wie gemalt auf der Oberfläche. Bevor man die Platte aber mit Asphaltstaub anschmilzt, sollte man zuerst den Gummi arabicum unter fließendem Wasser gut abspülen, damit dieser später nicht zu einem Störfaktor wird. Nach dem Säubern und Anschmelzen wird ein erster Druck erstellt, und man kann das Bild als Negativ sehen. Eine positive Darstellung erhält man durch ein neuerliches Umdrucken. Die Ablösetechnik steht meist am Anfang einer Arbeit und kann mit vielen bekannten Tiefdruckverfahren kombiniert werden.

Einer ihrer Vorteile ist die Seitenrichtigkeit der gedruckten Abbildung.   Die Prägeradierung   Prägungen und Reliefwirkungen, die in der Bildoberfläche vorgewölbt sind oder tiefer liegen als diese, entstehen durch Ätzen, Aussägen oder Durchbohren der Metallplatte. Aber auch ausgeschnittene Metallteile, die entweder durch Kleben, Löten oder aber auch durch Nieten auf der Oberfläche befestigt werden, können diese Effekte hervorrufen. Im Allgemeinen ist die Bearbeitung einer solchen Platte sehr vielseitig. Alle Möglichkeiten, die zum Deformieren des Metallblechs hilfreich sind, wie zum Beispiel ein Bohrer, eine Fräsmaschine, eine Zange oder eine Blechschere, können verwendet werden. Wird von einer solchen Platte ein Abdruck erstellt, ohne diese vorher einzufärben, zeichnen sich die Vertiefungen direkt auf dem Büttenpapier ab.

Eine so gedruckte Arbeit nennt man Blindprägung, wobei sich dafür besonders gut Materialien wie Plexiglas oder Astralon eignen, weil man diese sehr einfach bearbeiten kann. Färbt man eine solche Arbeit nun ein, so bleibt in den Vertiefungen die Farbe haften, die nach Ermessen auch mit einem Stoffballen verrieben werden kann. Daraus ergibt sich beim Drucken eine malerische Prägeradierung. Eine Variation dieses Verfahrens wurde von Werner Schreib entwickelt und nennt sich Cachetage (frz. le cachet – das Siegel). Im Jahre 1961 formulierte er zusammen mit dem Künstler Lattanzi dieses Verfahren in einem eigenen Manifest.

Man bringt zuerst auf eine Platte eine spezielle Paste auf, in die man diverse Gegenstände, wie Muttern, Schrauben, Zahnräder oder Gitter preßt. Nach dem Aushärten der Masse bleiben darin die Abdrücke deutlich zurück. Die Platte kann nun eingefärbt und gedruckt werden. Das Drucken einer solchen Arbeit erfordert ein hohes Maß an Feingefühl. Man benötigt einen eher dickeren Filz und Papier, das mehr als 400 Gramm wiegt.   5.

Kombinationen der Tiefdrucktechniken   Im Grunde genommen können alle Tiefdrucktechniken miteinander kombiniert werden, wobei es jedem Künstler selber überlassen ist, wie er sich auf der Platte zum Ausdruck bringt und wie er dies verwirklicht. Hier einige Beispiele:   Kaltnadel. Radierung und Grabstichel (Rembrandt) Kaltnadel und Aquatinta (Munch, Chagall) Radierung und Aquatinta Radierung mit Schabkunst und Kaltnadel (Picasso) Radierung und Kaltnadel (Chagall) Radierung, Kaltnadel und Materialdruck (Nesch) Radierung und Materialdruck Kaltnadel und Roulette (Pechstein) Kaltnadel und Vernis mou (Orlik) Farbradierung, Kaltnadel und Schabkunst Radierung mit Durchätzung (Picasso, Nesch) Aussprengverfahren, Stoffdurchdruck und Aquatinta (Kollwitz) Radierung und Durchdruckverfahren Radierung, Aquatinta und Schmiergeldurchdruck (Kollwitz) Radierung und Tonätzung (Nolde) Kupferstich und Aquatinta (Chagall) Kupferstich und Radierung (Hayter) Radierung Mit Aussprengverfahren/Reservage (Picasso, Klee) Schabkunst, Aquatinta und Roulette Vernis mou und Aquatinta Doppelradierung mit Prägedruck (Max Ernst) Radierung, farbige Aquatinta und Prägedruck (Ernst) Radierung mit Collage und Prägedruck (Ernst) Radierung und Heliogravüre Farblithografie, Prägedruck und Radierung (Dali) Radierung auf lithographiertem Grund (Zadkine) Aquatinta mit Lineoldruck (Fiorini) Siebdruck-Collage und Radierung auf Siebdruck-Fond Weißradierung auf schwarzem Grund (Bellmer) Crayonstich und Radierung (Bonnet) Farbpunktierstich und Radierung (Bartolozzi) Kombination von Radierung, Aquatinta und Foto Farbaquatinta mit ausgeschnittenen Formen (Soulages) Radierung, Grabstichel, Aquatinta und Schabkunst (Klinger)         Quellen:   Walter Dohmen – Der Tiefdruck [dumont taschenbücher 1986 ]   Walter Koschatzky – Die Kunst der Graphik [dtv taschenbuchverlag 1975]   Der große Duden – Lexikon  https://www.grafikboerse.de   15 Seiten Text   8322 Wörter insgesamt   2001 by Max – Josef Schmid   Spezialgebiet Bildnerische Erziehung (BE)   BG/BRG Kufstein – Maturaklasse 8a                                         

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